"Städte müssen robust und unfertig sein"

Fabienne Hoelzel
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Fabienne Hoelzel, Stadtplanerin und Architektin

Fabienne Hoelzel ist Stadtplanerin und Architektin. In Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung erarbeitet sie einen Entwicklungsplan für die Fischersiedlung Makoko in Lagos, die vom Abriss bedroht war. In diesem Interview beschreibt sie, wie erste Ideen entstanden und alle Akteure vor Ort in das Projekt integriert wurden. Jetzt wird in Makoko der erste "Hot Spot" gebaut – ein Nachbarschaftszentrum, das als Inkubator mit einer Biogasanlage Strom herstellen und dabei helfen wird, lokale Organisationsstrukturen in Form einer Kooperative zu etablieren. Hoelzel war vor Ort und berichtet von ersten Bauerfolgen.

Fabienne Hoelzel hat viele Erfahrungen mit Slum-Upgrading-Projekten gemacht: In Brasilien arbeitete sie für die Regierung im offiziellen Programm zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Favelas. Was in Brasilien gilt, trifft auch auf Lagos zu: „Strukturen in Städten müssen robust und unfertig sein“, sagt Hoelzel und erklärt, warum gerade solche Voraussetzungen sinnvoll sind und warum Megacities trotz vieler Versorgungsprobleme und oft auch großer Armut das Potenzial haben Zentren für Innovationen zu werden.

Das Interview führte Jelena Nikolic.