Bildungspolitik und Schule in der Verantwortung

Bildungspolitik und Schule in der Verantwortung

Für eine nichtdiskriminierende demokratische Gesellschaft!
Cover: Policy Paper: Bildungspolitik und Schule in der Verantwortung
05. Nov. 2015 von Eva Maria Andrades / Meral El / Dorothea Schütze
Stiftungsverbund der Heinrich-Böll-Stiftung
Kostenlos
Veröffentlichungsort: Berlin
Veröffentlichungsdatum: September 2015
Seitenanzahl: 46
Lizenz: CC-BY-SA

Eine entscheidende Voraussetzung für gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist eine gelungene Bildungslaufbahn. Das Schulsystem in Deutschland hingegen ist benachteiligend für Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien, wie auch People of Color, welche Diskriminierungen erleben aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft, Religion und anderer (zugeschriebener) Merkmale.

Die durch die Behindertenrechtskonvention geforderte inklusive Schule ist noch längst nicht selbstverständlich, sondern findet aufgrund mangelhafter personeller und materieller Ausstattung sowie fehlender Konzepte nur vereinzelt statt. Die frühzeitige Aufteilung in verschiedene Schultypen trägt zu Benachteiligungen maßgeblich bei.

Schule aber muss dafür Sorge tragen, dass alle Schüler/innen unabhängig vom sozio-ökonomischen Status und den finanziellen Möglichkeiten der Eltern, von Herkunft, Hautfarbe, Behinderung und Religion gleiche Chancen haben und individuell gefördert werden. Dies geht nicht, ohne das Thema Antidiskriminierung als Querschnittsthema in Schule und in der Ausbildung von Pädagog/innen zu verankern.

Schule benötigt Bewusstsein und Sensibilität gegenüber Diskriminierungen im Schulkontext sowie verbindliche Regelungen, die allen Akteuren Handlungssicherheit im Umgang mit Diskriminierungssituationen gibt. Grundlage hierfür sind die Definition unterschiedlicher Diskriminierungsformen in Schule und ein institutionalisierter Umgang mit Beschwerden, der Betroffene effektiv schützt und unterstützt. Es bedarf gesetzlicher Regelungen, wie sie die EU-Antirassismus-Richtlinie vorgibt, sowie unabhängiger Anlauf- und Beschwerdestellen.

Diese Regelungen und Maßnahmen müssen einhergehen mit gezielten Schulentwicklungsprozessen, um Schulen zur Umsetzung menschenrechtlicher Standards zu befähigen. Dazu gehören neben einer fundierten Ausbildung der Pädagog/innen berufsbegleitende Weiterbildungen sowie Beratung und Supervision zwecks regelmäßiger diskriminierungskritischer Reflexion schulischen Handelns. Überdies  ist die Entwicklung einer demokratischen Schulkultur Voraussetzung dafür, vielfältige Partizipationsmöglichkeiten sowie Raum und Zeit für Begegnungen und Dialog unter allen schulischen Akteuren zu schaffen. Politische Entscheidungsträger/innen sind aufgerufen, entsprechende Prioritäten in der Bildungspolitik zu setzen und diskriminierungserfahrene Gruppen sowie Expert/innen aus dem Antidiskriminierungs- und Schulentwicklungsbereich zurate zu ziehen.

Inhaltsverzeichnis:

I. Zusammenfassung

II. Grundlagen der Kommissionsarbeit
1. Vorbemerkungen
2. Motivation
3. Arbeitsweise der Expert_innenkommission

III. Einleitung

IV. Grundsätzliches

V. Analysen und Empfehlungen
A) Politischer Rahmen
B) Schulpraxis
C) Schulstrukturen
D) Bildungsinhalte

VI. Fazit

VII. Anhang
Die Autorinnen
Literatur
Impressum

 

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