Welche religiösen Speisegesetze gibt es?

Welche religiösen Speisegesetze gibt es?

Religion und Fleisch – Urheber/in: Heinrich-Böll-Stiftung. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

In vielen Religionen gibt es Regeln, was gegessen werden darf und was nicht. Wir haben sie für Euch zusammengefasst. Ein Beitrag aus "Iss was?!", dem Fleischatlas für Kinder und Jugendliche.

Wenn Menschen aus religiösen Gründen auf Lebensmittel – darunter auch Fleisch – verzichten, geht es ihnen nicht nur darum, Regeln einzuhalten oder die Schöpfung zu achten. Religiöse Speisegebote haben ihren Sinn weit darüber hinaus.

Sie haben mit Zugehörigkeit und mit Identität zu tun. Menschen drücken damit aus, welche Überzeugungen sie mit anderen Menschen teilen – und von welchen Werten sie sich abgrenzen. Zugleich sind Speiseregeln auch kleine "Aufmerksamkeitstrainer", die uns alltäglich daran erinnern, "achtsam" zu essen und uns Gedanken darüber zu machen, wie wir uns ernähren. Wie wir mit Genuss und Verzicht umgehen, mit Alltag und Festen und auch mit den Lebewesen, von denen wir uns ernähren.

  • Das Gebot, fühlenden Wesen nicht zu schaden, wird von Buddhisten sehr ernst genommen. Sie verzichten weitgehend auf Fleisch.
  • Kühe sind im hinduistischen Glauben heilige Tiere, in denen 330 Millionen Gottheiten wohnen. Das Verletzen oder gar Töten eines Rindes wird streng bestraft.
  • Bei Muslimen kommt kein Schwein auf den Tisch. Es gibt eine besondere Art, die Tiere zu töten, die man essen will. Das Fleisch gilt dann als halal, was "geeignet zum Verzehr" und "rein" meint.
  • Streng gläubige Christen essen freitags kein Fleisch, sondern Fisch. Und sie halten eine 40-tägige Fastenzeit vor Ostern ein.
  • Religiöse Juden trennen Milch und Fleisch. Sie essen nur Säugetiere mit gespaltenem Huf, die wiederkäuen. Die Tiere müssen ausbluten, nachdem sie geschlachtet wurden – koscheres Fleisch gilt deshalb als halal.

Den ganzen Fleischatlas für Kinder und Jugendliche könnt Ihr hier herunterladen.

Verwandte Inhalte

3 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Neuen Kommentar schreiben

chris

Wie kann eine Bikdungseinrichtung religiösen Aberglauben befördern? Wo bleibt die Aufklärung?

Friedi

Ich finde es erfreulich, wenn eine Bildungseinrichtung sowohl Aufklärung und Dialog bezüglich der Religionen durch solche Artikel fördert. Den Vorwurf der Beförderung eines "religiösen Aberglaubens" nehme ich als subjektiv geleitetet, bewertendend und recht diffus wahr. Ist es nicht sinnvoll der Mitgliederzahlen der großen Religionen und deren Überzeugungen Rechnung zu tragen und über die Ausprägungen aufzuklären, um Schwierigkeiten zu vermeiden? Wäre es nicht fatal und atheistisch-dogmatisch, dies nicht zu tun, allein aus einer PERSÖNLICHEN Überzeugung heraus, Religionen als Aberglauben abzutun?

Rindergrill

"Koscheres Fleisch gilt deshalb als halal" seid ihr Euch da sicher? Ich recherchiere gerade wegen einer größeren Feier, bei der ich keinem Gast wegen seiner Religiösen oder selbst gesetzten Speisegebote vor den Kopf stoßen will. Soweit ich das bisher weiß ist wegen "Verboten ist euch das (...) worüber ein anderer als Allahs Name angerufen wurde." koscheres Fleich NICHT halal/helal. Eine Antwort dazu wäre hilfreich, denn es würde die Zutaten stark vereinfachen.

@Friedi: "Schwierigkeiten vermeiden" würde ich es aber auch nicht unbedingt nennen wenn man es jedem recht machen soll. Habe bisher noch nicht wirklich etwas gefunden das jedem recht sein dürfte, wenn man diverse Fisch-/Fleischsorten (oder idealerweise keines), keine Milch/Honig/Ei, Glutein, Nüsse verwenden darf und auch ja beachten soll das verwendete Säfte kein Provtiamin A (oder ähnliches enthalten) und ungeklärt sein müssen.

Bisher kann ich bloß bei der Antipasti behaupten sicher zu sein, da ich Rezepte ohne Frischkäse, Pekanüsse und Pinienkerne gefunden habe.
*schwitz*