Theater und Netz IV: (Digitale) Bühnen des Extremismus - Pressespiegel und Videos

Theater und Netz IV: (Digitale) Bühnen des Extremismus - Pressespiegel und Videos

"Je suis sick of this shit" – Urheber/in: Heinrich-Böll-Stiftung. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Am 8. Mai 2016 fand zum vierten Mal “Theater und Netz” in Berlin statt, kuratiert und veranstaltet von der Heinrich-Böll-Stiftung und nachtkritik.de. Die Tagung war ausgebucht. Hier die Dokumentation mit Videos und Pressestimmen.

Die diesjährige Konferenz forschte unter dem Titel "[Digitale] Bühnen des Extremismus“ zu Radikalisierungsphänomenen in der digitalen und analogen Welt. Auf den Panels diskutierten u.a. Falk Richter (Dramatiker & Regisseur), Carline Mohr (Journalistin, Bloggerin, Netzmensch. Bald: CvD Spiegel Online), Carl Hegemann (Chefdramaturg Volksbühne Berlin) und Markus Reuter (Redakteur netzpolitik.org).

Zur Eröffnung lieferten sich der Regisseur Nicolas Stemann und der grüne Politiker Jürgen Trittin ein Streitgespräch über Methodik und Inhalt politischer Theaterarbeit heute. Außerdem gab es im Programm: Das Blogger-Café der Kulturfritzen, ein Update Social Media 2016 & more, sowie ein Capturespace mit Schillers "Die Räuber" als „#Cyberräuber“ in Virtual Reality.

Theater trifft Politik mit Jürgen Trittin und Nicolas Stemann:

Schon am 6. Mai interviewte Deutschlandradio Kultur „Kompressor“ Björn Lengers von den “ "CyberRäubern": "Klassisches Theater meets Virtual Reality". Lengers erklärt, wie die Virtual Reality im Projekt genau funktioniert und zitiert GOB SQUAD: „Die Künstler müssen der Technik die Seele einhauchen!“

Für Deutschlandradio Kultur im FAZIT berichtete Gerd Brendel von der Konferenz unter dem Titel: „Die vierte Wand gehört verboten!“ und beschrieb eine Entwicklung:

"Digitale Medien und Theater: Das war noch vor einem Jahr am gleichen Ort auf der letzten Tagung vor allem ein spannendes Experimentierfeld, auf dem es überwiegend um neue ästhetische Erfahrungen ging und neue Formen der Zuschauer-Teilhabe: Twittern aus der Premiere, Internet-Streams direkt aus dem Theater." Heute klinge das "mittlerweile fast nach rührender Spielwiese, denn die Zeiten, als die digitalen Medien noch utopische Orte waren, an denen alternative Formen von Teilhabe an der realen Gesellschaft ausprobiert wurden, sind vorbei. Längst dienen Facebook, Youtube und Twitter dem rechten Rand der Gesellschaft und seinen wutschnaubenden Protagonisten als Bühne."

Katrin Bettina Müller fragt in der TAZ: „Ist es Dummheit, Satire oder geklaut? Die Tagung „Theater und Netz“ untersuchte Inszenierungen von Rechtspopulisten.“ Satire sei auch ein Teil rechtspopulistischer Strategien auf den Bühnen des Internets, der Tausch der Zeichen funktioniere in beide Richtungen. Am Ende blieben wichtige Fragen wie:

„Wie wehrt man sich gegen Trolle, wann ist es notwendig, Kommentarspalten zu schließen, wie filtert man die heraus, die noch Argumenten zugänglich sind, wie viel Energie will man dem „Hass auf allen Kanälen“ denn widmen? Mit welchen Haltungen kann man die Erregungskurven aushebeln? Die Fragen blieben nachdrücklich im Raum."

Die TAZ hält fest,

„dass da viel Terrain von den etablierten Parteien vernachlässigt wurde und ihnen jetzt die Instrumente fehlen, gegen den Populismus zu argumentieren, ja überhaupt erst mal Bewusstsein für die Differenzierung zwischen populären und populistischen Bewegungen herzustellen, (das) war auch Thema der ersten Diskussion zwischen dem Grünen Politiker Jürgen Trittin und dem Regisseur Nicolas Stemann gewesen.“

Im Gespräch auf Deutschlandradio Kultur mit Esther Slevogt von nachtkritik.de und Arne Vogelgesang von internil, – einem Label für kontextbezogene und partizipative Arbeiten in den Bereichen Theater, Performance und Medienkunst –, fragte Theaterredakteurin Susanne Burkhardt, was passiert, wenn der reflexionswillige gesellschaftliche Mainstream plötzlich wegbricht und das Netz die Diskurse übernimmt.

Die Kulturfritzen habe einen ausführlichen Rückblick auf die Arbeit im Bloggercafe gemacht.

Und Kerstin Reichelt hat in ihrem ausführlichen twitter-Storify Manöverkritik geübt.

 

Hier können sie Diskussion auf Twitter nachlesen: #tn16. Und hier alle Videos des Abends in unserer Youtube-Playlist ansehen:

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