Theater und Netz Vol. 5: Dokumentation und Presseschau

Theater und Netz Vol. 5: Dokumentation und Presseschau

Foto: Heinrich-Böll-Stiftung (unter Verw. v. Sarah Bernhardt wpublcDomain_Lafayette Photo_London und picture alliance/AP.. All rights reserved.

„Das Theater überlässt das Netz nicht den Populisten, Trollen und Hatern.“ (These 95)

So bespielten die Theaterblogger "die kulturfritzen" ihre Behauptungsmaschine am 6. und 7. Mai 2017. Anlass war die Konferenz „Theater und Netz Vol. 5“ gestaltet durch die Heinrich-Böll-Stiftung und nachtkritik.de. Über 300 Fachbesucher/innen nahmen an der Jubiläumskonferenz teil, die seit fünf Jahren eine Brücke zwischen dem Theatertreffen und der re:publica bietet.

Sie stand in diesem Jahr unter der Überschrift "Behauptungsmaschinen: Fake, Fakten und Fiktionen". Über 30 Sprecherinnen und Sprecher, darunter Angela Richter, Bernd Stegemann und Ersan Mondtag, diskutierten an zwei Konferenztagen über Fragestellungen, die sich an der Sollbruchstelle Fakt und Fiktion abarbeiteten.

Unter den Highlights war der Vortrag der Kognitionswissenschaflerin Elisabeth Wehling über die Macht der Sprachbilder, ein Panel mit Berlins Kultursenator Klaus Lederer und der VR-Space "Borderline-Memories" der CyberRäuber. Der Andrang war groß, die Konferenz ausgebucht: mehr als 300 Interessierte aus der Theater- und Netz-Community sorgten für zwei intensive Debattentage. Viele Panels und Vorträge wurden live gestreamt.

Weitere Thesen der Kulturfritzen-Maschine waren etwa „VR hat Theater mehr nötig als umgekehrt“ (These 45) oder „Avatare der Schauspieler stehen zum kostenlosen Download zur Verfügung“ (These 79).

Wahr oder falsch? Viele Behauptungen, viel „als ob“, und damit viel von einer Kulturtechnik, die im Theater zu Hause ist. Eine alte Kulturtechnik oder Fake News? Gerd Brendel berichtet für Deutschlandradio Kultur über das Verhältnis dieser verschiedenen Behauptungen in einer digitalen Gesellschaft unter der Überschrift: "Das Theater hat schon immer "Fake News" produziert. Und wie sieht es mit dem Verhältnis von Theater und digitaler Technik aus? Für Deutschlandfunk Corso hat Oliver Kranz Möglichkeiten für zukünftige Entwicklungen entdeckt.

Im Blog des Theatertreffens vergleicht Theresa Luisa Gindlstrasser Eindrücke der Konferenz mit der TT - Eröffnungsinszenierung "Drei Schwestern" im Festspielhaus, Valerie Göhring hat einen Konferenzbericht verfasst.

Video-Mitschnitte der Tagung hat die Heinrich-Böll-Stiftung online gestellt und bei Twitter kann unter dem Hashtag #tn17 nachgelesen werden.

Neue Realität durch neues Theater

Interview

„Theater in Zukunft. Neue Formate für Bühnenkunst“ hieß ein Panel auf der 5. Konferenz von „Theater und Netz“ im Mai 2017. Winnie Christiansen (Szenografin & Medienkünstlerin), Johanna Kolberg (Schauspielerin & Puppenspielerin) und Kathia von Roth (Künstlerin, Aktivistin & Social Engineer) sprachen über ihre Arbeit. Im Anschluss daran nahmen sie sich Zeit für ein Interview.

Von Lucie Liu

Von digitalen Visionen, Neokulturpolitik und „dicken Eiern"

Foto: Heinrich-Böll-Stiftung..

Eine Nachbetrachtung der Konferenz Theater und Netz, Vol 3

Am 2. und 3. Mai 2015 hatte die Heinrich-Böll-Stiftung Besuch aus ganz Theaterdeutschland und Europa. Zentrales Thema: Die Übertragung von Netzphänomen in die soziale und politische Gegenwart. Die Vernetzung von Theater und Gesellschaft stand (wieder) zur Debatte. Daneben wurde in Workshops gemeinsam zu Social Media Updates, Theaterblogs und IT-Recht gearbeitet, praktische Forschungarbeit zum Livestreaming konnte ausprobiert werden.

Im Kurzvortrag präsentierte Tim Renner einen geplanten „Call for ideas“ zur Digitalisierung der Berliner Kulturlandschaft. Dirk Pilz kommentiert für nachtkritik.de diesen „Call for ideas“ und den kulturpolitischen Gedanken dahinter als „Wette darauf, dass die Kunstschaffenden längst zu Kreativitätsindustrieangestellten geworden sind.“ Und konstatiert eine neuartige „neokulturpolitische Totalvereinnahmung“. Kommentator „Holzstedt“ entgegnet, dass der "Call for Ideas" argumentativ einfach nur dort weitermacht, wo der letzte Festivalcall, das letzte Fonds-Daku-Sonderprogramm oder der letzte erfolgreiche Förderantrag aufgehört haben“. Das Ausbleiben eines „Aufschreis“ erkläre sich einfach: der „Call for ideas“ – „inklusive Ruf nach Mehrwert und Modellcharakter – sei überhaupt nichts unerhört Neues".

Für die Blogger Community des Freitag liefert Stefan Bock eine Beschreibung des Gespräches mit Tim Renner und hegt vorsichtige Hoffnungen, dass die Pläne der digitalisierten Kulturlandschaft Berlins auch Wirklichkeit werden können. Was zunächst bliebe, sei „der Spruch von den dicksten Eiern am Theater, was ein auflockernder Tiefschlag in Richtung der alten Patriarchen sein sollte, und zum echten „Renner“ unter den Twitterern des Kongresses wurde“.

Alexander Kohlmann konzentrierte sich in seiner Betrachtung des ersten Tages für Deutschlandradio Fazit auf die "Spielstätten der Zukunft“. „Die Vernetzung des Theaters mit dem Internet steht noch ganz am Anfang, soviel sei Konsens unter den Teilnehmern der dritten Konferenz "Theater und Netz". Wie sehr das Thema an Bedeutung gewinnt, zeigen die Teilnehmerzahlen. Noch nie haben sich trotz Berliner Theatertreffen so viele Menschen für den Stand der Entwicklung interessiert wie in diesem Jahr.“ Über Tim Renners Visionen berichtet Fazit: „Wenn Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner träumt, dann sieht er eine "Digitale Bühne Berlin" vor sich. Eine Bühne, die jeden Abend ein anderes Berliner Haus bespielt. Und eine Bühne, auf der Formate stattfinden, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.“

Und wie das Theater ins Netz kommt, erzählte der Dramatiker, Blogger und Kurator Ulf Schmidt zum Konferenzauftakt dem Kulturradio rbb.

 

Twitter

Twitter lief vor, während und nach der Konferenz auf Hochtouren – an beiden Konferenztagen war das Hashtag #tn15 Trending Topic auf Twitter – wie bereits im Jahr zuvor.

 

 

 

Was die Blogs sagen

Zum zweiten Mal hatte Sascha Krieger (Stage and Screen) die Theaterbloggerszene gerufen, und wieder kamen viele – zum Austauschen und erstmals auch für eine eigene Session und zum live-bloggen in und über die Konferenz.

 

Video-Mitschnitte

Alle Panels aus dem Saal 1 gibts auf unserem YouTubekanal - Von Prof. Nishant Shah`s Keynote bis zum Gespräch von Amelie Deuflhard und Wilfried Schulz über Theater in Zeiten von Lampedusa und Pegida.

Einzelne Videos im Überblick:

 

Weitere Informationen:

  • „Theater und Netz“ gibt es jetzt sogar als Lehrveranstaltung! Die höheren Weihen Seminarinhalt zu sein verlieh uns die Universität Erlangen, und reiste zum Höhepunkt des Bachelorstudiums direkt nach Berlin!
  • Lesefutter zu „Theater und Netz“ findet man auf www.nachtkritik.de
    „In dieser Sammlung finden Sie eine Auswahl von Texten zu den Diskussionsschwerpunkten der Konferenz "Theater und Netz. Vol. 3" von nachtkritik.de und der Heinrich-Böll-Stiftung.

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung und www.nachtkritik.de
 

Fotos der Konferenz 2015

Rückblick: Theater und Netz - Die Zweite (2014)

Presseschau "Theater und Netz , die zweite" und "Generation Remix"

Die zweite Konferenz Theater und Netz, veranstaltet gemeinsam mit dem Theateronlineportal nachtkritik.de bildete die Brücke zwischen dem Theaterreffen und der re:publica, indem sie den (Theater)Künstler im Digitalen Zeitalter thematisch in den Mittelpunkt rückte. Ein zweiter Schwerpunkt am Samstag: ein ganzer Social Media Workshoptag für die Kommunikationsleiter/innen der deutschsprachigen Theater. Diesmal mit über 100 Teilnehmer/innen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz.

"Generation Remix" thematisierte am Sonntagabend den Remix-Gedanken, zuerst live mit dem Wiener Remixkabarett maschek., dann mit einer von der Digitalen Gesellschaft komponierten Gesprächsrunde mit anschließender Präsentation des online museums rechtaufremix. Die Heinrich-Böll-Stiftung präsentierte ihren kulturpolitischen Reader zur Lage des Stadttheaters "Brennen ohne Kohle".

Die Twitterline der Konferenz #tn14 schaffte es auf Platz 10 von Trendgermany, war also der zehntmeistgenutzte hashtag am 4. Mai 2014 in Deutschland.

Neben dem direkten usertraffic in und aus der Konferenz berichtete der TT-Blog vor Ort, mit eigener Redaktionssitzung im Bloggers space, einem Kollektivbeitrag und einem lesenswerten Interview mit "Burgtheaterbilleteur" und Aktionskünstler Christian Diaz.

In der Kultursendung "Fazit" berichtet Gerd Brendel für Deutschlandradio Kultur und spricht mit Alexander Kerlin vom Theater Dortmund und mit der Freiburger Intendantin Barbara Mundel. Sven Ricklefs zieht für Bayern 2 Kulturwelt TT-Eröffnungsbilanz mit Besuch und O-Tönen bei "Theater und Netz". Der Kurator des Blogger Space und Macher des stagescreen Blogs, Sascha Krieger zieht ebenfalls Bilanz - und vernetzt und verlinkt netterweise direkt auf die 7 anderen Blogs aus Deutschland und Österreich, die dabei waren.
 

Zum Abschluss traten maschek auf und eine von der digitalen Gesellschaft organisierte illustre Runde aus Dirk von Gehlen (Autor Mash Up), Til Kreutzer (Urheberechtsaktivist und Rechtsanwalt), Carsten Werner (Ex Schwankhallenleiter & grüner Kulturpolitiker), Susanne Regener (Wissenschaftlerin), moderiert von Judith Horchert (Spiegel Online), die vielstimmig auf das Recht auf Remix plädierte. Netzpiloten stellt das Buch "Generation Remix" vor und interviewte dazu vor Ort Till Kreutzer.
 

Mehr zum Gesamtprogramm mit allen Workshops und Diskussionsrunden gibt es auf der Konferenz-Website www.theaterundnetz.de.

Rückblick 2013

Marina Weisband im Rahmen der Konferenz. Foto: Stephan Röhl. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.


Wie verändert sich das Theater durch die digitale Revolution und was kann die Netzgemeinde ihrerseits vom Theater mitnehmen? Unsere Konferenz vom 8. und 9. Mai war ein Angebot an Theaterschaffende und andere Neugierige aus Kulturjournalismus, Netzcommunity und Wissenschaft.

Drei thematische Panels, begleitende Workshops und Open Spaces vollzogen eine längst fällige Bündelung von Fragen nach der Politik, Ästhetik und Kritik des Theaters in der Netzgesellschaft. Die Panels waren hochkarätig mit Künstler/innen und Expert/innen aus Wissenschaft, Theater und Netz besetzt - hier die Aufzeichnungen.

Fotos

Bildung & Kultur

Der Wandel der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft lässt Bildung, Wissen und Kreativität zu Schlüsselressourcen werden. Bildung wird zur Grundbedingung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Auch die Künste und technologische Visionen sind von essenzieller Bedeutung: Sie spüren Phantasieräume an der Grenze zwischen Natur und Kultur auf. Die Heinrich-Böll-Stiftung führt den grenzüberschreitenden Diskurs von Kunst, Wissenschaft und Politik.

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