Bildung 4.0 – Wie wir morgen lernen werden

Bildung 4.0 – Wie wir morgen lernen werden

Thesenpapier

Lernen bleibt auch im digitalen Zeitalter ein sozialer Prozess. Ein weltweites Lernnetzwerk und die „Immer-Online-Gesellschaft“ bieten große Potenziale für interaktives Lernen und einen starken Gemeinschaftsfaktor.

Bücher auf einem TischUrheber/in: Wokandapix. Public Domain.

Durch Cloud-Technologien können die Vorteile des zeit- und ortsunabhängigen Lernens in allen Facetten genutzt werden. Wenn Digitalisierung in der Bildung gelingen soll, muss der Zugang zu Lerninhalten niedrigschwellig sowie chancengerecht gestaltet sein. Professionell betriebene Cloud-Lösungen machen unser Bildungssystem zukunftsfähig. Sie ermöglichen einen fächerübergreifenden Einsatz sowie multidisziplinare Anwendungsszenarien. Alte Rechner müssen aus den Schulen heraus und in die Schul-Cloud hinein. Dies kann zum Kernelement der (digitalen) Schule im 21. Jahrhunderts werden. Ein digitaler Wegweiser kann passende Bildungsangebote leichter auffindbar und nutzbar machen.  

Skaleneffekte fördern die Entwicklung und Nutzung digitaler Bildungsangebote. Einzellösungen wie die hardwarebezogene Hochrüstung ausgewählter Schulen sind weder sinnvoll noch nachhaltig. Vielmehr sollte ausschließlich in solche Entwicklungen investiert werden, die grundsätzlich allen Beteiligten zugutekommen und in die Breite getragen werden können. Je mehr Schulen beispielsweise in die Lage versetzt werden, auf eine Cloud-Lösung zurückzugreifen, desto effizienter kann diese betrieben werden und desto größer sind die Skaleneffekte bei der Entwicklung und Nutzung von digitalen Lernangeboten.   

Aktuelle Herausforderungen im Bildungsbereich erfordern einen systematischen, gesamtgesellschaftlichen Ansatz. Digitalisierung macht vor Ländergrenzen nicht halt. Unser etabliertes, gutes Bildungssystem kann wachsende Bildungsbedarfe kaum decken. Vielmehr müssen Brücken zwischen bestehenden Insellösungen digitaler Bildung geschlagen, Einzelbausteine integriert und Bildungsschätze zugänglich gemacht werden. Kooperationen von öffentlichen Institutionen, Politik auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene, Wirtschaft und Lernwilligen sowie offene Schnittstellen werden dabei zu zentralen Treibern und beschleunigen lokale Entscheidungsprozesse.   
Innovative digitale Lernformen steigern die Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung.  Digitale Medien bieten neue Möglichkeiten der Vermittlung und Erhaltung von Methoden-, Problemlöse- sowie IT-Kompetenzen im Bildungsverlauf. Neuartige digitale Bildungsangebote wie adaptive Lernsoftware und „Game Based Learning“ können die berufliche Aus- und Weiterbildung attraktiver gestalten, die Lernmotivation steigern und einen Beitrag zur Beschäftigungs- und Innovationsfähigkeit leisten. Digital erworbene Kompetenzen können ferner einen Beitrag zur Anerkennung non-formaler Bildungsprozesse leisten.    
         
Lernen bleibt auch im digitalen Zeitalter ein sozialer Prozess. Ein weltweites Lernnetzwerk und die „Immer-Online-Gesellschaft“ bieten große Potenziale für interaktives Lernen und einen starken Gemeinschaftsfaktor. Unter Entkopplung von den bisher etablierten Wissensträgern wird die Peer Group zunehmend zum Informationsmittelpunkt.  

Learning Analytics bieten viele Optionen Lernprozesse zu erforschen und zu fördern.  Die sekundenschnelle Auswertung von Lerndaten ermöglicht personalisierte Bildung für große Zielgruppen. Anhand von Learning Analytics können digitale Lernangebote in Anlehnung an das Nutzerverhalten und ihre Bedarfe weiterentwickelt werden. Durch die Verfügbarkeit zahlreicher, detaillierter Lerndaten werden vollkommen neue Einblicke in Lernprozesse möglich. Statt der Orientierung an einem veralteten, Innovationen einschränkenden Datenschutz, sollte Datensouveränität während des gesamten Entwicklungsprozesses neuartiger Angebote berücksichtigt werden (Privacy by Design).

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