(Endogene) Potenziale stärken, Mitbestimmung ermutigen

(Endogene) Potenziale stärken, Mitbestimmung ermutigen

Strukturschwache Räume brauchen spezielle Förderfonds, denen regionale Entwicklungskonzepte zugrunde liegen. Wichtig ist, dass die lokale Bevölkerung an den Entwicklungskonzepten mitarbeitet.

Die lokal und regional verantwortlichen Politiker/innen dürfen die Probleme ihres Ortes nicht tabuisieren, sondern sollten offensiv dazu ermutigen, nach innovativen Ideen zu suchen. Gemeinsam mit der Bürgerschaft und der lokalen Wirtschaft sollten in einem transparenten Verfahren die Defizite analysiert, ein Leitbild und konkrete Strategien zur Zukunftsentwicklung erarbeitet und periodisch überprüft und fortgeschrieben werden.

Häufig sind hier die Impulse von kreativen Raumpionier/innen gefragt, die für frischen Wind vor Ort sorgen. Das gemeinsame Ringen um den Erhalt oder den Ausbau eines Schulstandorts, um Gemeinschaftsräume, ein Bürgerbuskonzept, regelmäßige Arztsprechstunden und Nahversorgung, um nur einige Beispiele zu nennen, stärkt den sozialen Zusammenhalt und die regionale Identität.

Für die Maßnahmen sind entsprechend flexibel einsetzbare Fördermittel bereit zu stellen aus den Regionalfonds, aus bestehenden oder neuen Gemeinschaftsaufgaben, aus der Städtebauförderung oder aus Sonderprogrammen. Wichtig ist es, dass die Förderprogramme sehr viel deutlicher als bislang auf lokale und regionale Entwicklungskonzepte ausgerichtet werden. Ebenso sollen die Strategien möglichst stringent und kontinuierlich mit aktivierender Bürgerbeteiligung und lokalen Initiativen verknüpft werden.

Ein zentrales Problem marginalisierter Räume ist das schwindende soziale Kapital der Bewohner/innen, und ihre (teilweise berechtigte) Wahrnehmung, an ihren Lebensumständen nichts ändern zu können und im politischen Prozess nicht gehört zu werden. Das äußert sich vielfach in negativen Grundhaltungen zum Lebensumfeld, in Wahlenthaltung, Demokratie- und Politikverdrossenheit. Bei jeglichen Maßnahmen der Investition oder des Rückbaus müssen daher die Bewohner/innen des Gebietes einbezogen werden.

Verwandte Inhalte

0 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Neuen Kommentar schreiben