Geschichte als Aufklärung

Geschichte als Aufklärung

Geschichte als Aufklärung - böll.brief Demokratie & Gesellschaft #4
05. Sep. 2017 von Martin Sabrow
Heinrich-Böll-Stiftung
Kostenlos
Veröffentlichungsort: www.boell.de
Veröffentlichungsdatum: August 2017
Seitenanzahl: 18
Lizenz: CC-BY-NC-ND 3.0
Sprache der Publikation: Deutsch
Reihe: böll.brief

In den ersten Jahrzehnten der deutschen Nachkriegsgeschichte hat die Bundesrepublik nach und nach einen aufklärerischen Anspruch im Umgang mit ihrer Vergangenheit entwickelt. Sie hat ihre «zweite Schuld» (Ralph Giordano) nach Kräften versucht abzutragen.

Historische Aufklärung und Konfrontation mit der Vergangenheit wurden in diesem Prozess zu einer staatlichen Identitätsressource, verbunden mit einem Moralanspruch, der auch den Umgang mit der DDR-Vergangenheit bestimmte. Dieser Aufklärungsimperativ ist in eine Krise geraten, die von der selbstgewissen Bestätigungsroutine in Staat und Gesellschaft nur oberflächlich überdeckt wird.

Die zunehmende Übernahme sakraler Formen in die zeitgenössische Erinnerungskultur und die den Umgang mit der Vergangenheit prägende Suche nach der Authentizität historischer Orte und Gegenstände lassen erkennen, dass die Bedeutung des Geschichtlichen in der Gegenwart selbst in einem Wandel begriffen ist: Die Last und Lust zusammenführende Erinnerung an eine unheilvolle Vergangenheit hat sich zum Identitätsanker und zur leitenden Orientierungsachse in einer unübersichtlicher gewordenen Gegenwart entwickelt.

 

Inhaltsverzeichnis:

  • Zusammenfassung
  • Neubeginn statt Erinnern
  • Von der Schuldabwehr zur Schuldkonfrontation
  • Aufklärung als staatliche Identitätsressource
  • Die Sakralisierung der Erinnerungskultur
  • Auf der Suche nach dem authentischen Ort
  • Vergangenheitsüberwindung und Vergangenheitsvergewisserung
  • Empfehlungen
  • Impressum

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