Die Migration und das Schweigen

Die Migration und das Schweigen

Der Marsch der mittelamerikanischen Migrantinnen und Migranten löst eine humanitäre Krise aus. Unsere Partnerorganisation Demócratas Siempre in El Salvador verurteilt die grundlegenden Ursachen der Migration und fordert die Regierungen in der Region dazu auf, sich für eine nachhaltige menschliche Entwicklung einzusetzen.

Menschen überqueren zu Fuß einen FlussUrheber/in: Fred Ramos, El Faro.Net.. All rights reserved.

Die durch den Marsch der mittelamerikanischen Migrantinnen und Migranten ausgelöste Krise ist eine humanitäre Krise, deren Held/innen die Betroffenen selbst sind. Wie schwierig müssen die Lebensbedingungen sein, wenn die Menschen dadurch zum Aufbruch in Richtung Norden getrieben werden, wohl wissend um die Gefahren, Herausforderungen und Widrigkeiten, die ein solcher Entschluss mit sich bringt.

Die Beweggründe sind bekannt: Armut, fehlende Arbeitsplätze, Verweigerung grundlegender Menschenrechte, organisierte Kriminalität, Drogenhandel sowie der extreme Mangel an Sensibilität seitens der politischen und wirtschaftlichen Führungselite. Die einzige Lösung, um diese Krise und allgemein die Migration an der Wurzel anzugehen, liegt in einer nachhaltigen menschlichen Entwicklung in den Herkunftsländern.

Deshalb sind die Drohungen von Präsident Trump mit einer Kürzung der Hilfe für die betroffenen Staaten weit davon entfernt, das Problem zu bewältigen, sondern sie tragen nur zu seiner Verschärfung bei. Das Gleiche gilt für die Unterstützung von Regimes, die auf der Grundlage expliziter Verfassungsverstöße installiert wurden, jeglicher demokratischer Legitimität entbehren und ihre Bevölkerung unterdrücken.

Die Folgewirkungen des jetzigen Marschs sind unabsehbar. Als Erstes gilt es, die Menschenrechte der Migrantinnen und Migranten zu schützen. Diese Verantwortung liegt weitgehend bei den beteiligten Regierungen. Deshalb bitten wir sie alle – insbesondere aber die Regierungen Mexikos und der USA –, diese Rechte zu garantieren. Die zentralamerikanischen Regierungen sollten bei dieser Aufgabe mit ihnen zusammenarbeiten.

In El Salvador haben sich im derzeitigen Präsidentschaftswahlkampf weder die Parteien noch ihre Kandidierenden zu den Hintergründen dieser Entwicklung geäußert. Es ist an der Zeit, dass sie dies tun, und ebenso ist es an der Zeit, dass wir als Wählerinnen und Wähler deren Konzepte analysieren und in unsere Überlegungen einbeziehen.

Wir als Demócratas Siempre verurteilen die grundlegenden Ursachen der Migration. Wir erinnern an die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte: „Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen“, Artikel 13.1, sowie Artikel 13.2:  "Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren." Wir verurteilen den derzeitigen Missbrauch gerade dieses Marsches für politische Zwecke sowie das Fehlen einer schlüssigen, menschlichen Antwort der Führungskräfte und Regierungen der Region und des Nordens, und wir fordern die politischen Parteien und ihre Kandidierenden auf, dazu Stellung zu nehmen.

Übersetzung aus dem Spanischen: Beate Engelhardt

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