Mit der Faust in die Welt schlagen

Zwei Brüder, ein Dorf in Ostsachsen und eine Wut, die immer größer wird

Das Buch der Stunde (Sächsische Zeitung)

Philipp und Tobias wachsen in der Provinz Sachsens auf. Im Sommer flirrt hier die Luft über den Betonplatten, im Winter bricht der Frost die Straßen auf. Der Hausbau der Eltern scheint der Aufbruch in ein neues Leben zu sein. Doch hinter den Bäumen liegen vergessen die industriellen Hinterlassenschaften der DDR, schimmert die Oberfläche der Tagebauseen, hinter der Gleichförmigkeit des Alltags schwelt die Angst vor dem Verlust der Heimat. Die Perspektivlosigkeit wird für Philipp und Tobias immer bedrohlicher. Als es zu Aufmärschen in Dresden kommt und auch ihr Heimatort Flüchtlinge aufnehmen soll, eskaliert die Situation. Während sich der eine Bruder in sich selbst zurückzieht, sucht der andere ein Ventil für seine Wut.

Auf der Bühne unterhält Lukas Rietzschel sich mit seiner Lektorin über die Entstehung des Romans, die Hintergründe seiner Arbeit und die Rezeption des Romans seit der Veröffenlichung.

Eine tiefenpsychologische und zugleich literarisch stimmige Auskunft über Ostdeutschland. Seine Erzählstimme lässt Figuren lebendig werden, wie man sie in dieser erstickten Masse aus Einsamkeit, Enthausung und Empathielosigkeit zuletzt in Christoph Heins „Der fremde Freud“ gelesen zu haben glaubt. (Die Welt)

Mit 24 Jahren hat Lukas Rietzschel ein bewegendes Porträt über die ostdeutsche Lebensrealität nach der Wende verfasst. Sein Debüt wurde in den Medien vielfach rezipiert und bereits mit einer Nominierung für den Aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet. Der Autor lebt im sächsischen Görlitz.

Linda Vogt ist Lektorin bei den Ullstein Buchverlagen und Programmleiterin bei Ullstein fünf. Sie arbeitete in der Vergangenheit bereits als Lektorin bei der anderen bibliothek und List/Ullstein.


Vergangene Veranstaltung:
 
Montag, 18. Februar 2019 /Rostock
Mit der Faust in die Welt schlagen
Lesung & Gespräch mit Lukas Rietzschel

Ort: Literaturhaus Rostock (im Peter-Weiss-Haus), Doberaner Straße 21
Eine Kooperationsveranstaltung von Heinrich-Böll-Stiftung M-V und Literaturhaus Rostock.

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