Agenda 2030: Wie geht es mit globaler Nachhaltigkeit weiter

Bericht

Im Juni fand eine viertägige Studienreise für internationale Stipendiat*innen vom 17. bis 20.06.2026 in Bonn zum Thema „Perspektiven wechseln – Nachhaltigkeit global denken“ statt. Die Veranstaltung drehte sich um die SDGs und die Frage, welche globalen Ziele die Vereinten Nationen für die Zeit ab 2030 setzen können, um die Effektivität der Umsetzung dieser Ziele zu steigern. Durch den Besuch mehrerer Institute und Orte sollte Material gesammelt werden, um sich mit der Fragestellung auseinanderzusetzen.

Fünf Personen sitzen an einem Konferenztisch. Dahinter zeigt eine Leinwand eine Präsentation zu Zielen der Entwicklungszusammenarbeit.

Am Mittwochnachmittag kamen ca. 20 Stipendiat*innen und die Workshopleitungen Silke Bölts und Jeanette Rieger-Cowdry aus verschiedensten Städten und Entfernungen in Deutschland in Bonn an. Schon beim Kennenlernen ergab sich eine schöne und harmonische Stimmung unter den Teilnehmenden. Am ersten Nachmittag fand ein interaktiver Workshop statt, bei dem man gemeinsam Hintergrundwissen zu den SDGs und ihrer Umsetzung zusammentragen und gruppieren konnte. Insbesondere wurde die Thematik der Zielkonflikte der SDGs behandelt und die Komplexität ihrer Umsetzung diskutiert. Zusätzlich setzen wir uns am Abend mit dem Dokumentarfilm „Plastic Fantastic“ von Isa Willinger auseinander.

Eine Gruppe von 16 Personen posiert lächelnd am Ufer eines breiten Flusses. Im Hintergrund stehen Bäume unter blauem Himmel.

Am Donnerstagmorgen begann ein Ausflug zum BICC (Bonn International Center for Conflict Studies), wo wir eine Vorstellung des Instituts erhalten haben. Es gab außerdem Raum für Diskussionen und Austausch. Interessant war u.a. die Frage des Sicherheitsdilemmas und wie Frieden, aber auch Gerechtigkeit und die Einhaltung von Menschenrechten, gleichzeitig gewährleistet werden können. Nach dem Besuch im BICC ging es weiter zum IDOS (German Institute of Development and Sustainability), hier haben wir einen Vortrag darüber gehört, wie das Institut Politikberatung auf Basis der eigenen Forschung betreibt. Wir konnten eine Auswahl möglicher Szenarien diskutieren, in welcher Weise es nach 2030 (dem Ablaufen der aktuellen Agenda) weiter gehen könnte und nahmen Eindrücke mit, welche Treffen hier bereits stattfinden und wer sich wie zu positionieren beginnt. 

Im Anschluss gab es die Möglichkeit während der Mittagspause Zeit am Rhein zu verbringen und das sonnige Wetter zu genießen. Gemeinsam gingen wir auf eine Führung durch das ehemalige Regierungsviertel, was für viele ein Highlight war. Wir haben nicht nur die bedeutenden historischen Gebäude gesehen, sondern auch einige Anekdoten aus dem Alltag in Bonn mitbekommen, was dazu geführt hat, dass die Stadt uns sehr viel persönlicher vorgekommen ist.

Vier Personen arbeiten im Freien an einer Aufgabe. Eine Person schreibt auf ein großes Blatt am Boden, die anderen schauen zu.

Am Freitag ging’s gemeinsam von der Jugendherberge zum BMZ (Bundesministerium für wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung), wo wir ein Planspiel zu einem fiktiven Nationalpark gestalten konnten, bei dem es unterschiedliche Akteur*innen mit den verschiedenen Meinungen gab, die alle zu einem Kompromiss über die Verwendung eines Budgets kommen sollten. Das Planspiel war spannend und unterhaltsam, weil man sich in unterschiedliche Meinungen hineinversetzen und Interessen vertreten musste, die möglicherweise nicht die eigenen waren.

Im Anschluss ging es in das Haus der Geschichte in Bonn, was eines der bedeutendsten historischen Museen Deutschlands ist. Auch hier hatten wir eine tolle Führung, die ein weiteres Highlight der Studienreise darstellte. Vor allem fanden wir es interessant, über die Geschichte Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg zu hören. Durch die interaktive und visuelle Gestaltung der Ausstellung mit Gegenständen wie Autos, Kleidung und Haushaltsutensilien aus der Nachkriegszeit wurde die Geschichte viel greifbarer. Außerdem war es spannend, Teile der Berliner Mauer zu sehen und sich nochmal vor Augen zu führen, wie viel die Wiedervereinigung bedeutet hat. Am Abend sind wir dann zu einem Flammkuchen-Restaurant gegangen und einige Gruppen haben im Anschluss einen eigenständigen Spaziergang in der Altstadt gemacht, was sehr schön war.

Am letzten Tag haben wir das Gelernte zusammengetragen, indem wir die neuen SDGs in Gruppen gesammelt, besprochen und präsentiert haben. Unter anderem wurden neue Ideen für SDGs, aber auch Indikatoren und Datenmessungsmethoden vorgeschlagen. Unsere Ideensammlung wurde anschließend von der Seminarleitung an eine Person aus der UN Foundation und an das IDOS weitergeleitet, damit sie möglicherweise bei Konferenzen geteilt werden können. Es war sehr spannend zu sehen, wie viele Ideen in kürzester Zeit zusammengekommen sind und wie sie einander ergänzt haben.

Insgesamt war die Studienreise sehr bereichernd – wir konnten uns alle gegenseitig viel besser kennenlernen und unsere Horizonte erweitern.

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