„Erinnerung ist unsere Aufgabe“
1945 liegt Deutschland in Ruinen. Nicht nur die Städte sind zerstört, auch die Sprache ist versehrt. Der Kriegsheimkehrer Heinrich Böll beginnt zu schreiben. Er kann die Schrecken, Verbrechen und Zerstörungen nicht beschönigen, will die physischen und psychischen Trümmer literarisch sichtbar machen.
Dieser bebilderte Sammelband verfolgt den Literaturnobelpreisträger Böll als Beobachter, Chronisten und Mahner einer Gesellschaft, die sich lieber nach vorne bewegt, als zurückzuschauen. Von der Suche nach einer „bewohnbaren Sprache“, die ihn mit dem sowjetischen Dissidenten Lew Kopelew verband, über die literarische Verarbeitung der Trümmerjahre bis hin zu seinem jahrzehntelangen Engagement für eine lebendige Erinnerungskultur: Die drei Beiträge zeigen, wie eng bei Böll Werk und Wirken, Ästhetik und Politik miteinander verwoben sind.
„Erinnerung ist unsere Aufgabe“ – das war für Böll keine Rückschau, sondern zukunftsorientierte Verantwortung in der Gegenwart.
Produktdetails
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Markus Schäfer
„Aber mit der Geschichte ist man niemals fertig …“
Heinrich Böll über die Aufgabe des Gedenkens und Erinnerns
Maria Birger
„Auf der Suche nach einer bewohnbaren Sprache in einem bewohnbaren Land“
Heinrich Bölls Solidarität mit Dissident*innen und die Aufarbeitung totalitärer Verbrechen
Dr. Gabriele Ewenz
„Als wir Köln wiedersahen, weinten wir“
Ankunft im Nichts und der Prozess der schriftstellerischen Etablierung
Abbildungsverzeichnis
Die Autor*innen