Überlebende des Kriegsgefangenenlagers bei Sandbostel im Porträt

Foto-Reportage

von

Hunderttausende Militär- und Zivilinternierte aus mehr als 55 Nationen einte während des Zweiten Weltkriegs das Schicksal der Gefangenschaft im Arbeits- und Kriegsgefangenenlager Stalag X B bei Sandbostel, nordöstlich von Bremen.

In dieser Foto-Reportage von Sarah Mayr berichten die ehemaligen Gefangenen aus Großbritannien, Belgien, Frankreich, Polen, Italien und der damaligen Sowjetunion von ihrer Rolle im Krieg oder im Widerstand, von ihrer Verhaftung und dem unmenschlichen Transport nach Sandbostel und die umliegenden Orte bis zur Befreiung durch die britische Armee im April 1945.

Interviews mit den Überlebenden

von

Roger Cottyn war als belgischer Unteroffizier von 1940 bis 1945 Kriegsgefangener in Sandbostel. Er erzählt, wie er den serbischen Zwangsarbeitern Briefe übersetzte und von Entschädigungszahlungen, die gerade einmal für einen Rasierapparat reichen.

von

Nachdem sein Schiff der englischen Handelsmarine abgeschossen wurde, kam Ernest Sharrock von 1941 bis 1945 als Internierter nach Sandbostel. Im Interview spricht er über die deutschen Wachmänner und seine Zeit im Männerchor des Lagers.

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Wiktor Listopadzki kämpfte im Warschauer Aufstand 1944 gegen die deutsche Besetzung Polens. Als Kriegsgefangener kam er daraufhin in das Lager Stalag X B und musste zur Zwangsarbeit nach Hamburg und Husum.

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Raymond Gourlin war Resistance-Kämpfer bis er 1944 deportiert wurde. Nach der Bombadierung des Lagers in Wilhemshaven begann für ihn und Pascal Vallicioni ein Todesmarsch über hunderte Kilometer - bis er in Sandbostel ankam. Er spricht über den Kanibalismus im Lager und die verweigerte Gedenkarbeit Sandbostels.

von

Sergej Litwin war von 1941 bis 1945 russischer Kriegsgefangener. Er musste bei der Registrierung der sowjetischen Gefangenen helfen, die von den Deutschen mit besonderer Härte überwacht wurden.

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Michele Montagano wurde 1939 als italienienischer Offizier verhaftet. In Sanbostel verweigerte er die Zwangsarbeit. Er spricht über seine anfängliche Bewunderung für Mussolini und möchte nicht allein für sein Leiden in Erinnerung bleiben.

von

Pascal Vallicioni kämpfte in der französischen Resistance. Er war KZ-Häftling in Neuengamme und Zwangsarbeiter in Wilhelmshaven und spricht über seine Zeit im Widerstand, den Alltag im Arbeitslager und die Folgen der erlebten Demütigung.

Chronologie

von

Hunderttausende Menschen wurden in Stalag XB gefangen gehalten, mindestens 47.000 russische Soldaten ermordet. Nach Kriegsende wollte sich im Landkreis niemand an die eigene Geschichte erinnern.

Nahaufnahme

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Erinnerungskultur und Gedächtnispolitik

Die Behandlung zeitgeschichtlicher Themen in der Heinrich-Böll-Stiftung vermittelt historisches Wissen mit dem Anspruch, Gesellschaft, Politik und staatliche Verfasstheit als historisch bedingt zu begreifen. Wir fördern die Entwicklung individueller Freiheitsrechte und regen Debatten rund um das Thema „Gerechtigkeit" an.

Unter dem Stichwort „Vergangenheitspolitik“ ist in den letzten Jahren die NS-Vergangenheit und ihre Bearbeitung in der Nachkriegszeit thematisiert worden. Außerdem beleuchten wir die Zusammenhänge von Geschichtsdeutungen, Erinnerungspolitik und aktueller Politik. In Beiträgen zur Erinnerungskultur und Gedächtnispolitik versuchen wir ost- und westdeutschen Erfahrungen Raum zu geben.

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