DossierFeministische Außenpolitik

Der Schutz von Frauen in bewaffneten Konflikten sowie ihre gleichberechtigte Mitwirkung an Friedensprozessen tragen zur Förderung des Weltfriedens bei. Doch die Staaten setzen weiter auf Aufrüstung und Abschreckung.

Es wird höchste Zeit, herrschende Machtstrukturen aufzubrechen und Sicherheit nicht mehr militärisch, sondern menschlich zu denken, die Rechte von Frauen zu stärken und sie als Gestalterinnen der Friedens- und Sicherheitspolitik anzuerkennen. In diesem Dossier begleiten wir den Weg hin zu einer feministischen Außenpolitik. zum Editorial...

Was ist feministische Außenpolitik?

Die feministische Kritik hat endlich auch die Außenpolitik erfasst: Schweden hat 2014 eine feministische Außenpolitik eingeführt. In unserem Podcast und der englischen Einleitung machen wir Sie mit den Schlagworten dieses neuen Paradigmas vertraut.

35 %Wenn Frauen am Friedensprozess beteiligt sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Einigung mindestens 15 Jahre hält, um 35 Prozent.
unwomen.org

 

Der internationale Waffenhandel ist ein feministisches Thema

Frauen, Mädchen und nicht genderkonforme Personen leiden deutlich mehr unter geschlechtsspezifischer Gewalt, die durch Waffen noch verstärkt wird. Oft tragen Schusswaffen dazu bei, dass Frauen und Minderheiten in einer Gesellschaft systematisch unterdrückt werden und ihre individuelle Sicherheit bedroht ist. Die folgenden Beiträge zeigen auf, warum der internationale Waffenhandel ein feministisches Thema ist, und was Deutschland und Europa tun können, um Geschlechtergerechtigkeit auch auf dem Feld der Rüstungskontrolle in den Fokus zu stellen. 

Der internationale Waffenhandel – ein feministisches Problem?

Online Seminar Mitschnitt: The European Arms Trade is a Feminist Issue

Cover: Warum internationaler Waffenhandel ein feministisches Thema ist

Warum der internationale Waffenhandel ein feministisches Thema ist und was Deutschland tun kann

Policy Paper

Feministische Ansätze gewinnen in der Außen- und Sicherheitspolitik an Bedeutung. Dies stellt auch die seit jeher politisch umkämpfte Praxis internationaler Rüstungstransfers vor neue Fragen. Die Autorinnen des Policy Paper analysieren die Problematik geschlechtsspezifischer Gewalt, die durch Waffenlieferungen verschärft werden kann und plädieren für eine gender-sensible Exportkontrolle von Rüstungsgütern.


Außen- und Sicherheitspolitik feministisch denken

Traditionelle Sicherheitspolitik ist häufig ein Elitendiskurs privilegierter Gruppen. Länder wie Schweden und Kanada sowie zahlreiche Nichtregierungsorganisationen wollen dies ändern und marginalisierten Stimmen im Sicherheitsdiskurs – in erster Linie den Stimmen von Frauen – mehr politisches Gewicht verleihen.

Militarisierte Männlichkeit schadet allen. Sie betrachtet Abrüstung als Schwäche und den Frieden als realitätsferne Utopie.
Ray Acheson, Direktorin Reaching Critical Will

Weitere Links zum Thema:

  • Frauen, Frieden, Sicherheit: Die Seite des Gunda-Werner-Instituts mit weiteren Beiträgen und Publikationen zu einer feministischen Außenpolitik >> Zur Website
  • Zusammenfassende Forderungen für alle Ebenen von Frieden und Sicherheitspolitik >> Zur Übersicht

 

Internationale Friedensprozesse

Wie sollte die traditionelle Außenpolitik transformiert werden, um nachhaltigen Frieden zu fördern? Über die Rolle feministischer Außenpolitik in Konfliktresolutionsprozessen.

 

Deutschlands Rolle im UN-Sicherheitsrat

Die Bundesregierung hat die Agenda „Frauen, Frieden und Sicherheit“ zu einem Schwerpunkt ihrer Kandidatur für einen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat für die Jahre 2019 und 2020 gemacht. Nun gilt es den politischen Bekenntnissen Taten folgen zu lassen.

Was Sie noch interessieren könnte

„Our Voices, our Choices“ ist die internationale, geschlechterpolitische Podcast-Reihe der Heinrich-Böll-Stiftung. Hier werden Geschichten über Frauen- und LGBTI-Menschenrechte erzählt: von Menschen, deren Stimme nicht oft gehört wird, und, deren Rechte eingeschränkt werden.