Auslaufmodell Agrarindustrie: Das erste „Stadt Land Food"-Festival

"Stadt Land Food" Berlin
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"Meine kleine Farm" auf dem Wochenmarkt: Auf jedem der Produkte sieht man das Foto desjenigen Schweins oder Rinds, aus dem die Wurst gemacht wurde

Dass sich kulinarische sehr gut mit politischen Inhalten verbinden lassen, zeigte das erste „Stadt Land Food“-Festival, das zum Erntedankfest vom 2.-5. Oktober in Berlin stattfand. Über 150 Händler/innen präsentierten in der Markthalle Neun und in den umliegenden Kreuzberger Straßen, Hinterhöfen und Schulen die Vielfalt biologischer und ökologischer Produkte. Insgesamt neun Werkstätten boten den Besucher/innen außerdem Gelegenheit, LebensmittelhandwerkerInnen beim wursten, käsen, backen, brauen oder destillieren zu erleben.

Abgerundet wurde das Programm von einer Dinner-Reihe, Filmen des Kulinarischen Kinos der Berlinale, Theater- und Ausstellungsprojekten sowie spielerisch-pädagogischen Angeboten für Kinder. Und nicht nur dieser Teil des Festivals war überaus gut besucht – während man sich auf den Straßen rund um den Lausitzer Platz und in der Markthalle Neun zwar immer angeregt der Nase nach, aber oft nur zentimeterweise von Stand zu Stand vorwärts schieben konnte, fand im Rahmen des Festivals in der Emmaus-Kirche auch der erste „Wir haben es satt!“-Kongress statt.

Initiiert vom Bündnis für eine bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft „Meine Landwirtschaft“ präsentierten und diskutierten dort mehr als 400 Teilnehmer/innen Alternativen zum bestehenden Agrarsystem und öffneten die Debatten immer wieder auf Podiumsdiskussionen in der Markthalle Neun für das Festivalpublikum. „Natürlich kann es auch mal kontrovers zugehen, wenn ein solch breites Bündnis über die Zukunft der Landwirtschaft diskutiert“, sagt Jochen Fritz, Sprecher des „Wir haben es satt!“-Kongresses. „Aber gerade dieser Dialog ist uns wichtig. Wir wollen, dass Stadt und Land wieder stärker miteinander in Verbindung kommen. Und wir sind uns alle einig, dass die Agrarindustrie ein Auslaufmodell ist.“
 

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