Sehnsucht nach Zeit / Neue Ausgabe von Böll.Thema und Studie "Zeitbudgets im Vergleich 1990-2013"

Sehnsucht nach Zeit / Neue Ausgabe von Böll.Thema und Studie "Zeitbudgets im Vergleich 1990-2013"

Zeitpolitik. Viele Menschen, die diesen Begriff zum ersten Mal hören, zucken entweder mit den Schultern –  "Was soll das sein? Hat das was mit Zeitmanagement zu tun?" – oder fragen sich: "Will die Politik jetzt auch noch in mein Privatestes, meine Lebenszeit eingreifen?"


Böll.Thema "Sehnsucht nach Zeit. Was Zeitpolitik tun kann"

Um Zeitpolitik dreht sich alles im neuen Böll.Thema, dem Magazin der Heinrich-Böll-Stiftung.

Politik versucht, die Zeitstrukturen einer Gesellschaft so zu gestalten, dass sie den Alltag der Menschen verbessern. Die Menschen sollen so leben können, wie sie es als sinnerfüllt empfinden, nicht mehr so gehetzt von einer Aufgabe oder Pflicht zur anderen eilen.

Männer und Frauen wollen sich um ihre Familie, Kinder, alten Eltern kümmern und nicht auf existenzsichernde Erwerbsarbeit verzichten. Es geht aber auch darum, Zeit für sich selber zu finden: um sich weiterzubilden, ein Ehrenamt zu übernehmen oder auszusteigen. - So beschreiben Barbara Unmüßig und Ralf Fücks, in ihrem Editorial die aktuellen Diskussionen. Hier will sich die Heinrich-Böll-Stiftung einmischen; das Magazin mit dem Titel "Sehnsucht nach Zeit. Was Zeitpolitik tun kann" erscheint nicht zufällig zum Zeitkongress von Bündnis 90/Die Grünen Ende September. Autorinnen und Autoren des Heftes sind u.a.: Gesine Agena, Robert Habeck, Bettina Jarasch, Ulrich Mückenberger, Jürgen P. Rinderspacher, Ann-Katrin Hoklas, Gerald Hüther, Karlheinz Geißler.
 


Studie wertet Zeiterfassungsdaten der letzten Jahre aus

Männern und Frauen gelingt es zunehmend besser, Sorgetätigkeiten und Hausarbeit partnerschaftlicher aufzuteilen. Wir wollten es genau wissen: Die familienpolitische Kommission der Heinrich-Böll-Stiftung hat dazu eine Studie in Auftrag gegeben. Ausgewertet wurden die Zeitbudgets im Vergleich 1990 - 2013. Die Studie wurde vom Lehrstuhl Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen, Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe und Nina Klünder, M. Sc. im Juni 2015 durchgeführt. Ziel war es, die unterschiedliche Zeitverwendung, differenziert nach Geschlecht, Alter und Haushaltstyp darzustellen um aufzuzeigen, wie sich die Zeitverwendung für die ausgewählten Tätigkeitsbereiche (Erwerbstätigkeit, Haushaltsführung und Betreuung der Familie, physiologische Regeneration, Qualifikation & Bildung, Ehrenamt & freiwilliges Engagement, soziales Leben und Unterhaltung, Sport/Hobbys/Spiele, Mediennutzung) in den vergangenen Jahren verändert hat. "Die Studie zeigt eindringlich, dass der dringendste Handlungsbedarf bei alleinerziehenden Frauen besteht: ihre sinkenden Erwerbsarbeitsstunden zeigen, dass für sie der Spagat zwischen Kindern und Beruf am schwierigsten zu bewältigen ist", so Dorothee Schulte-Basta, zuständige Fachreferentin der Heinrich-Böll-Stiftung. Gerade für diese Gruppe, die zugleich am stärksten von Armut bedroht ist, kommt es auf ein gutes und belastbares öffentliches Bildungsangebot von Kinderbetreuung und Schulen mit Nachmittagsangeboten an.

 
Böll.Thema – das politisch-kulturelle Magazin der Heinrich-Böll-Stiftung – erscheint dreimal jährlich. Einzelbestellung oder kostenfreies Abo per Email über thema@boell.de.

 
Pressekontakt:
Vera Lorenz
T 030-28534-217
E-Mail lorenz@boell.de

 

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