Was ist „Iss Was?!“

Was ist „Iss Was?!“

Bevor Fleisch auf den Teller kommt, lebt es. Urheber/in: Heinrich-Böll-Stiftung. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Wo kommt unser Essen her? In unserem Buch "Iss was?!" möchten wir Euch viele Informationen über Fleisch liefern. Hier ist die Einleitung.

Wenn ich an meine südbadische Kindheit und Jugend auf dem Land denke, dann gab es eigentlich alles: Hühner, Schweine, Kaninchen und Ziegen haben wir noch selbst aufgezogen und zu Hause geschlachtet. Das fand ich nicht sonderlich toll. Stinkende Misthaufen eigentlich auch nicht. Aber die Scheunen und Kuhställe boten viel Platz zum Verstecken spielen – das haben wir Kinder geliebt.

Meine Omas hatten Hühner, eine sogar Ziegen. Wir selber hatten Kaninchen und ein oder zwei Schweine. Wenn die zu Hause geschlachtet wurden, fand ich das teilweise ekelig. Vor allem die Blutsuppe, da habe ich nicht gerne hingeschaut. Alles vom Schwein wurde verarbeitet, zum Beispiel wurde die Wurst in Büchsen haltbar gemacht, damit wir lange Vorrat hatten.

Weizen, Gerste, Hafer, Rüben, Kartoffeln, wenig Mais und sogar Tabak – alles habe ich auf den Feldern wachsen sehen. Ich war stolz darauf, all die Namen der Pflanzen zu kennen und erstaunt, was meine Freundinnen aus der Stadt alles nicht wussten. Wo das Essen herkommt, wie es gelagert, verarbeitet und zubereitet wird, habe ich in allen Einzelheiten erlebt.

Urheber/in: Heinrich-Böll-Stiftung. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Schwalben, Feuchtwiesen für Störche und Wiesen, auf denen ich im Herbst Champignons gefunden habe - das alles gab es in Hülle und Fülle. Und es gab wunderbare Blumenwiesen für Blumenkränze oder Blumenteppiche an Fronleichnam. Und es gab natürlich alle möglichen Sorten von Obst und Gemüse, die ich in Omas großem Garten ernten helfen durfte. Mangold, Busch- und Stangenbohnen, Erbsen, Karotten, Kräuter, Johannisbeeren und sogar Aprikosen und Pfirsiche. Ich erinnere mich sehr gut an die Düfte und Geschmäcker in meinem Mund, wenn ich das frisch Gepflückte gleich verspeisen konnte.

Wir Kinder sind durch die Felder und Wiesen gestreift, auf Kirschbäume geklettert. Bloß nicht erwischt werden vom Bauern - das hat für zusätzliche Spannung gesorgt. Die Weinernte im Herbst hatte einen ganz eigenen Zauber: Morgennebel, noch wärmende Sonne, Vesper mit all den anderen und dann die frischen Trauben.

Weniger schön fand ich die viele Arbeit, wenn es darum ging, all das Gemüse als Vorräte einzuwecken und die Beeren zu Marmelade einzukochen - das war harte Arbeit im Spätsommer und Herbst. Da wollte ich lieber wie alle anderen schwimmen gehen und habe gestöhnt, wenn meine Mutter und Oma wollten, dass ich mithelfe.Wenn Du wissen magst, was die Zeichen im Supermarkt bedeuten, lade Dir das Buch herunter und gucke auf Seite 39. Urheber/in: Heinrich-Böll-Stiftung. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Heute lebe ich in Berlin und fahre regelmäßig zu meiner Mutter in mein Heimatdorf. Es hat sich sehr verändert: Bauern gibt es nur noch ganz wenige. Die meisten Einwohner pendeln zur Arbeit nach Freiburg. Wo früher Blumen- und Champignonwiesen waren, stehen jetzt Häuser, Tiere sind kaum noch zusehen. Dafür gibt es nun einen großen Supermarkt, in dem alle ihr Essen kaufen.

Alles ändert sich. Das ist normal. Ich bin ja auch weggezogen, weil mich vieles andere mehr interessiert hat, als das Leben auf dem Dorf. Ich liebe es gut und frisch zu essen und will vor allem wissen, wo mein Essen herkommt. Vor allem, wenn ich Fleisch esse, will ich wissen, wie die Tiere die ich esse, gehalten wurden, wie sie geschlachtet und wie sie gefüttert wurden.

Das ist aber gar nicht so einfach herauszufinden, denn auf der Verpackung im Supermarkt steht so etwas nicht. Es ist mir noch von früher in guter Erinnerung, wie schwierig es manchmal war, auf meine vielen Fragen Antworten von Erwachsenen zu bekommen. Und generell ist es nicht einfach, alle wichtigen Informationen verständlich zu präsentieren. Dabei gibt es viele Wege, wie wir unsere Entscheidungen, was wir essen auf eine bessere Grundlage stellen können.

Deshalb hoffe ich, dass Euch dieses Buch dabei hilft, eigene Entscheidungen treffen zu können und zu verstehen, wie wir mit einem Stück Fleisch auf dem Teller fast mit der ganzen Welt verbunden sind.

Viel Spaß beim Lesen! Hier könnt Ihr Euch das Buch herunterladen.

Eure Barbara

Verwandte Inhalte

0 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Neuen Kommentar schreiben