Neue Außenstelle des Regionalbüros Südkaukasus in Armenien

Am 8. Juni 2017 eröffnete die Heinrich-Böll-Stiftung in der armenischen Hauptstadt Jerewan eine Außenstelle ihres Regionalbüros Südkaukasus. Es ist damit an das Büro in der georgischen Hauptstadt Tbilisi angebunden. Damit erweitert die Stiftung ihre Möglichkeiten, regional zu den Schwerpunktthemen demokratischer politischer Diskurs, Gleichstellung von Frauen und Anti-Diskriminierung sowie alternative Energiepolitik zu arbeiten.

Das Regionalbüro der Heinrich-Böll-Stiftung in Jerewan, Armenien
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Die Außenstelle des Regionalbüros der Heinrich-Böll-Stiftung in Jerewan, Armenien

Armenien ist ein kleines, kulturell und landschaftlich faszinierendes Land in einer extrem schwierigen politischen Lage: Durch den ungelösten Konflikt um Berg-Karabach und die nicht aufgearbeitete Geschichte des Genozids an den Armenierinnen und Armeniern befindet sich das Land seit über 25 Jahren in tiefer Feindschaft mit seinen unmittelbaren Nachbarn im Osten und Westen, Aserbaidschan und Türkei. Über ein Viertel der Bevölkerung hat das Land seit der Unabhängigkeit 1991 verlassen.

Militärisch und ökonomisch ist Armenien weitgehend von Russland abhängig, benötigt aber für die Landverbindung nach Russland eine gute Kooperation mit seinem nördlichen Nachbarn, dem westorientierten Georgien. Obwohl im Inneren antidemokratisch regiert, besteht ein starkes Interesse vieler gesellschaftlicher und politischer Kräfte an engen Kontakten zur Europäischen Union, der man sich trotz der Abhängigkeit von Russland politisch annähern will.

Das neue, im Zentrum von Jerewan am nach dem russischen Menschenrechtler benannten Andrej-Sacharow-Platz gelegene Büro unter seiner lokalen Koordinatorin Olya Azatyan wird wesentlich dazu beitragen, demokratischen zivilgesellschaftlichen Initiativen Kanäle für Kommunikation und Unterstützung nach Deutschland und in die EU zu öffnen.

Vor Ort fördert die Stiftung feministische und energiepolitische Initiativen und unterstützt Projekte im Bereich der partizipativen Stadtentwicklung und des regionalen Dialogs unter jungen Akademiker/innen.