Endstation Meer? Das Plastikmüllprojekt

Endstation Meer? Das Plastikmüllprojekt

Ausstellung

Die Ausstellung „Endstation Meer? – Das Plastikmüllprojekt“ macht sichtbar, in welchen unterschiedlichen Formen Plastikmüll im Meer zu finden ist. Es werden Folgen und Lösungen künstlerisch dargestellt.

Der Container mit der Ausstellung steht in einem Hafen.
Die Ausstellung zieht im Container um die Welt und wird modular aufgebaut. — Bildnachweise

Bereits 2012 wurde die Ausstellung „Out to sea - The Plastic Garbage Project" im Museum für Gestaltung Zürich eröffnet. Seitdem wurde sie in vielen Ländern der Welt gezeigt, u.a. auch in Ägypten, in Jordanien, im Libanon und in Marokko. Vor kurzem hat das Museum die Ausstellung aktualisiert, um unter anderem „gesunde Meere“ zu thematisieren. Die aktualisierte Ausstellung wird bis Ende 2020 in mehr als 15 Ländern der Welt gezeigt.

Alle 15 Sekunden geraten 3 Tonnen Plastikmüll in unsere Weltmeere. So viel liegt auch im Ausstellungsraum. — Bildnachweise

Für die Stadtverwaltung Tunis, die mit dem Amtsantritt der neuen Bürgermeisterin Souad Abderrahim ohnehin einen Schwerpunkt auf die Verbesserung der städtischen Abfallwirtschaft legt, gab es viele gute Gründe, die Ausstellung auch nach Tunis zu holen.

Viele Bewohner/innen der tunesischen Hauptstadt nutzen die zentrumsnahen Meeresufer zum Angeln, für Restaurantbesuche und Erholung an den Stränden im Norden der Hauptstadt, ohne zu wissen, dass die Verschmutzung der Ozeane so stark vorangeschritten ist, dass mehrere zusammenhängende großflächige Plastikinseln in den Weltmeeren schwimmen. Das Mittelmeer ist davon besonders betroffen: Obwohl es gerade mal 1% der weltweiten Wasserflächen einnimmt, befinden sich darin rund 7% des globalen Mikroplastiks.

Es ist also höchste Zeit zu handeln. Wie genau – dazu machte die Ausstellung. „La Mer.... Destination Finale? Un project sur les déchets en plastique" („Endstation Meer? – das Plastikmüllprojekt“) verschiedene Vorschläge. Sie wurde im September und Oktober 2018 sechs Wochen lang im Palais Kheireddine in der Medina, dem Städtischen Museum Tunis gezeigt.

Bildnachweise
Die Ausstellung war ein wichtiges Element der Kampagne der Stadt Tunis zur Sensibilisierung ihrer Bürger/innen und Mitarbeiter/innen ihrer Verwaltung. Am Begleitprogramm der Ausstellung beteiligte sich das Büro Tunis der Heinrich-Böll-Stiftung u.a. mit dem Breakfast Talk und der Green Lecture.

Ein großer Teil der Ausstellung zeigt Ursachen der Plastikverschmutzung und die fatalen Auswirkungen auf Meere, Tiere und Menschen. In einem weiteren Teil werden die am häufigsten verwendeten Kunststoffe vorgestellt und Fragen zu Anwendung, Gesundheitsrisiken, der Zusammensetzung von Plastikmaterialien, von Mikrokunststoffen oder Biokunststoffen näher untersucht.

Durch den Einfluss der Sonne und des Meerwassers wird Plastik nicht nur zersetzt, sondern auch zu Klumpen zusammengepresst. — Bildnachweise

Ideen für Lösungen zur Bewältigung der Krise, nämlich Rückgewinnung, Reduzierung, Wiederverwendung und Recycling, werden in einem weiteren Abschnitt vorgestellt. Die Ausstellung ermöglichte den tunesischen Besucher/innen praktische und innovative Lösungsansätze für den Alltag zu entdecken. Sie schockierte, sensibilisierte und verdeutlichte, dass es unsere gemeinsame Verantwortung ist, die Meere und Strände von Plastik zu befreien und sauber zu halten.

PET-Recycling aus PET-Granulaten ermöglicht zumindest eine Wiederverwendung, hier z.B. von Plastikflaschen und Röhrchen für Verwendung in Laboren — Bildnachweise

Dieser Beitrag ist Teil unseres Dossiers "Clean it up! Müll in Nahost und Nordafrika".

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