Gebt Familien mehr Zeit!

Gebt Familien mehr Zeit!

Plädoyer

Zeit ist in fast jeder Familie knapp. Wer versucht, Kinder und Erwerbstätigkeit unter einen Hut zu bekommen, kann professionelle Hilfe im Haushalt gut gebrauchen. Das ist entweder aufwändig und teuer – oder fördert ungesicherte und ausbeuterische Arbeit und illegale Beschäftigung. Die Lösung: Gutscheine für haushaltsbezogene Dienstleistungen.

„Mehr Zeit!“ – dieser Wunsch steht bei erwerbstätigen Menschen ganz oben auf der Liste. Der zunehmende Arbeitsstress geht stets zu Lasten von Kindern, Partnerinnen, Partnern und anderen Angehörigen. Und zu Lasten der eigenen Muße und Erholung, die oftmals als Erstes auf der Strecke bleibt.

Auch wenn Sorgearbeit im Privaten stattfindet, ist sie doch keine private Angelegenheit: Ohne diese unbezahlte Form der Arbeit können weder das Erwerbsarbeitssystem noch der Sozialstaat, weder das Bildungswesen noch die Zivilgesellschaft funktionieren: Männer und Frauen sollten gleichermaßen Zeit für ihre Familie, die Erwerbsarbeit und andere Tätigkeiten wie (Weiter-)Bildung, Engagement haben. Und Zeit für sich selbst. Familienpolitik, die diesen Namen verdient, darf nicht länger an der Legende mitstricken, Erwerbsarbeit sei das einzig Wichtige im Leben, sondern muss Menschen dabei unterstützen, ausreichend Zeit für andere Tätigkeiten zu finden.

Wie? Unter anderem durch subventionierte Gutscheine für haushaltsbezogene Dienstleistungen:

Gutscheine für haushaltsbezogene Dienstleistungen können bei einer staatlichen Stelle erworben und bei zertifizierten Dienstleistungsagenturen eingelöst werden. Diese Agenturen kümmern sich um alles: Personal, Finanzen, Einsatzpläne. Familien zahlen nur einen geringen Eigenanteil, den Rest der Lohnkosten übernimmt der Staat. Anders als Steuerentlastungen für haushaltsnahe Dienstleistungen, die erst ab einer bestimmten Grenze für höhere Einkommen wirksam werden, sind die Gutscheine für alle da und helfen dort, wo Familien auf Unterstützung angewiesen sind. So können bei Bedarf auch Geringverdienende Dienstleistungen in Anspruch nehmen, ohne sich längerfristig finanziell zu verpflichten. Die lästige und zeitaufwändige Sucherei nach geeigneten Helferinnen und Helfern wird vermieden, und niemand muss neben Kindererziehung und Job noch Arbeitgeber-Verantwortung übernehmen.


Weitere Informationen:

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