Altbau? Kein Problem! Mit Wärmepumpen kann mit geringem Sanierungsaufwand effizient geheizt werden

Erfahrungsbericht

Es ist machbar: Isabella Pommerening und Sascha Mentzel haben in der Uckermark bewiesen, dass sich ein großer Abrisshof kernsanieren sowie fossilfrei und völlig autark mit Wärme versorgen lässt. In einem kleinen Dorf im Nordosten Brandenburgs holen die Ex-Berliner/innen die Wärme der Erde nicht aus der Tiefe, sondern aus der Fläche – und beheizen ihr riesiges neues Haus damit. Bei der Dämmung setzen sie auf altbewährte wie neue ökologische Verfahren.

Isabella Pommerening
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Isabella Pommerening in ihrem frisch sanierten Gutshof in der Uckermark.

Dieser Beitrag ist Teil unseres Dossiers "Praxisberichte: Wie Eigentümer/innen erfolgreich auf klimaneutrales Heizen umsteigen".

Frisch verputzt, mit schönen neuen Sprossenfenstern, einem verspielt klassizistischen Giebel, einer dunkelgrün gestrichenen alten Tür mit bunten Glaseinsätzen und einem halbrunden Balkon über dem Eingang: Das große Haus am Dorfanger leuchtet geradezu in der Sonne. Alte Bäume davor, schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite der ehemalige Gutshof. Wenn man ankommt vor dem Karow-Hof, steht man vor dem fast perfekten Traum vom Leben auf dem Land. Ein Traum, den Isabella Pommerening und Sascha Mentzel in nur drei Jahren Realität haben werden lassen.

Ein baufälliges Kleinod mit bewegter Geschichte

Hof in der Uckermark
Der Hof in der Uckermark ist in seiner heutigen Erscheinungsform seit 1847 existent.

Im Frühjahr 2021 haben sie in dem 350-Einwohner-Dorf in der Nordostuckermark den alten Vierseithof gekauft, mit dem Ziel, Berlin den Rücken zu kehren und mit ihrem kleinen Sohn dorthin zu ziehen. Der Hofnachweislich in seiner heutigen Erscheinungsform existent seit 1847, war vor dem Krieg jahrzehntelang ein florierender Landwirtschaftsbetrieb in Familienhand. Nach 1945 waren hier der Dorfladen, die Küche für die Verpflegung der LPG-Landarbeiter/innen und ein paar Mietswohnungen untergebracht. Isabella Pommerening lacht: „Jeder Mensch im Dorf kennt dieses Haus. Und jeder zweite hat hier schon mal gewohnt. Während des Umbaus kamen wir manchmal gar nicht zum Arbeiten, weil ständig jemand vor dem Haus stand und noch mal gucken kommen wollte.“

Nach der Wende kam der Hof in Besitz eines zugezogenen Großbauern, der im Dorf viel Land und gleich mehrere bebaute Grundstücke erwarb. Der aber zog nie ein, ließ Haus und Nebengebäude verfallen, seit 20 Jahren stand das Ensemble leer. Dass der Großbauer den ruinösen Hof verkaufen wollte, erfuhr Pommerening eher zufällig.

Wiedererweckte Landlust durch Pandemie in der Großstadt

Isabella Pommerening ist selbst in der Uckermark aufgewachsen, hat in Prenzlau Abitur gemacht. Ihre Eltern leben seit vielen Jahren im Dorf. „Ich hätte nie gedacht, dass ich wieder herkommen würde. Nach dem Abi“, erinnert sie sich, „konnte ich gar nicht schnell genug nach Berlin kommen.“ Sie studierte dort BWL. Nach dem Studium kam ein gutbezahlter Job im E-Commerce-Marketing. Bei der Arbeit lernte sie ihren heutigen Mann kennen, beide lebten ein „Double income, no kids“-Großstadtleben. Dann bekamen sie vor sechs Jahren ein Kind. Und die Bedürfnisse veränderten sich. Als dann noch die Pandemie kam und „Berlin plötzlich wirklich nicht mehr cool war“, beschlossen sie wie ein Großteil ihres sozialen Umfelds, die Stadt zu verlassen und zurück aufs Land zu gehen, um gemeinsam noch mal ein ganz anderes Lebensprojekt zu beginnen. In diesem Moment lief ihnen der Karow-Hof über den Weg.

Die Pluspunkte waren eindeutig: ein verwunschen verfallenes Gebäudeensemble – „eigentlich ein Abrisshaus, aber für uns ein Kleinod“, wie die heute 41-jährige Pommerening erzählt –, die Großeltern im Dorf, ein schöner See am Ortsrand, perspektivisch sehr viel Platz, zum Leben und zur Selbstverwirklichung. Aber Uckermark hieß eben auch: 100 Kilometer mit dem Auto nach Berlin, die Kita 15 Kilometer entfernt, Freund/innen in anderen Dörfern immer nur per Auto zu erreichen – und ein Projekt mit unendlichen vielen Unwägbarkeiten.

Unabhängigkeit von Energiemarktpreisen

Isabella Pommerening und Kind sitzen auf dem Boden in der Hof-Baustelle.
Der Architekt war schnell überzeugt, dass eine Kernsanierung möglich und sinnvoll wäre.

Bei der ersten Besichtigung gingen Pommerening und Mentzel davon aus, dass der Architekt, den sie mitgebracht haben, ihnen den Abriss empfehlen würde. Aber dieser Architekt – Jörg Wappler, spezialisiert auf energetische Altbausanierung, ein Bekannter von Pommerenings Eltern, die gut vernetzt sind in der alternativen, ökobewegten Uckermark-Szene –, war schnell überzeugt: Die dicken Lehmstein-Außenmauern des Haupthauses haben eine gute Substanz, eine Kernsanierung wäre möglich und sinnvoll. Sie holten erste Gutachten ein. Das Ergebnis: Das Haus hatte weder Schwamm noch andere Schädlinge, der Dachstuhl würde sich in Teilen erhalten lassen.

Daraufhin beschlossen Isabella Pommerening und Sascha Mentzel, das Wahnsinnsprojekt anzugehen: Sie kauften den Karow-Hof mit dem Ziel, ihn ökologisch zu sanieren. Sie nahmen sich vor, so weit wie möglich alte Baustoffe einzusetzen oder – noch besser – bereits im Hof verbaute Baustoffe wiederzuverwenden. Sie wollten so viel wie möglich selbst machen – „um schneller voranzukommen“, aber auch, um die enormen Kosten, die sie auf sich zukommen sahen, so weit wie möglich zu drücken. Und vor allem: Sie entwickelten den Plan, fossilfrei zu heizen und fossilfrei ihr Warmwasser zu erzeugen. Denn, so sagt Pommerening:

Wir wollten unabhängig werden von den Energiepreisen und den starken Preisschwankungen am Energiemarkt.

Flächenkollektoren, weil die Fläche ja da ist

So wurden sie stolze Besitzer/innen von zwei baufälligen Scheunen, einem alten Schweinestall, einem ruinösen kleinen Wohnhaus, in dem früher die Alten gewohnt hatten, einem Zwischenhaus und einem Haupthaus mit einer Nettowohnfläche von 345m2. Als Erstes steckten sie 80.000 Euro in Abrissarbeiten, vor allem die Scheune, die den Blick vom Haupthaus in die Weite der Landschaft verstellte, musste weichen. Dann kam die Sanierung des Haupthauses an die Reihe, denn hier wollten sie einziehen. Es musste bis auf die Außenmauern entkernt und inwendig vollständig neu aufgebaut werden. Über die Netzwerke ihrer Eltern fand Pommerening neben dem Architekten auch den Energieberater. Der erstellte einen Sanierungsfahrplan, wichtig vor allem für die Förderanträge.

Mit ihm sprachen sie die möglichen Modelle für die Wärmegewinnung durch. Eine Tiefenbohrung für Erdwärme war ihnen zu riskant. Sie wollten keine 8.000-10.000 Euro pro Bohrloch ausgeben und dann eventuell auf wärmetechnisch unergiebige Stellen zu treffen. Der Gedanke, trotzdem auf Erdwärme zu setzen, aber statt in die Tiefe in die Fläche zu gehen, „kam schnell ins Spiel: Denn Fläche hatten wir, nämlich ein 6.000m2 großes Grundstück, zum großen Teil Mondlandschaft“. Also planten sie die Einrichtung einer Erdwärmepumpe mit Flächenkollektoren.

Hof in der Uckermark nach der Sanierung
Das alte Gutshaus nach der Sanierung.

Vollständige Energieautarkie durch Erdwärme und Photovoltaik

Der Heizungsbauer, den sie ohne Probleme für ihr Projekt fanden, kalkulierte nach der Wärmebedarfsanalyse mit einer Anlage, die eine Nennleistung von 13kWp Heizwärme erbringt, und zwar ganzjährig mit einem Vorlauf von 43°C. Über eine Notfall- oder Ergänzungslösung qua Gas- oder Holzbrennwertkessel dachten sie gar nicht erst nach: Sie wollten die absolute Autarkie. Die Verlegung des Erdwärmefeldes, die Anschaffung der Wärmepumpe von Buderus, die Installation von Rohren und Strängen sowie die Bad- und Heizungsinstallation kostete die Pommerenings insgesamt 100.000 Euro.

Zusätzlich entschieden sie, aufs Dach einer Scheune eine Photovoltaik-Anlage zu setzen. Die Berechnungen des Energieberaters sagten, dass mit Solarstrom 80-85 Prozent des Strombedarfs – sowohl fürs Hausnetz als auch für den Betrieb der Wärmepumpe – gedeckt werden könnten. Also ertüchtigten Isabella Pommerening und Sascha Mentzel einen Teil des Scheunendachs, um darauf eine PV-Anlage installieren zu können, die auf 11,9 kW Peak ausgelegt ist. Die PV-Anlage kostete sie samt Übergabestation und Batteriespeicher gute 20.000 Euro.

552 Meter Plastikrohr mit Sole – und die Wärme ist da

Der Bau der neuen Heizung fing rustikal an: Ein Bagger hob im hinteren Teil des Hofgeländes 565m2 Boden auf einer Tiefe von 1,50 Metern aus. Unter der Oberfläche kamen tonnenweise im Boden liegende Feldsteinbrocken zum Vorschein, offenbar ein früherer Hofbelag. Es war Schwerstarbeit. Als auf einer Fläche von 46 x 12 Metern das zukünftige Erdkollektorenfeld freigeräumt war, verlegte der Heizungsbauer die Plastikrohrleitungen für die wärmeaufnehmende glykolhaltige Sole in das gigantische Loch: sechs Bahnen hin, sechs Bahnen zurück, jedes Rohr mit einem Durchmesser von ca. vier Zentimetern, immer auf einem Meter Abstand. Besonders komplex ist eine solche Anlage nicht, sie besticht durch einfachste Physik: Auf ihrem zwei Mal 46 Meter langen Weg hin und zurück durch das Kollektorfeld nimmt die Sole die Wärme des Bodens auf ,die im Anschluss von der Pumpe durch Kompression und Verdampfung extrahiert und an den Heiz- bzw. Warmwasserkreislauf abgegeben wird.

In der aus Backsteinen gemauerten Scheune richteten Pommerening und Mentzel einen Raum als Hausübergaberaum ein: Sie isolierten und gossen einen Boden da, wo vorher nur gestampfter Lehm war. Dann stellt der Installateur die Pumpe auf, dazu den 800-Liter-Pufferspeicher, das Ausdehnungsgefäß, das den Leitungsdruck reguliert, die Enthärtungsanlage fürs Wasser, die Übergabestation für den Strom vom Dach, den Wechselrichter sowie einen Batteriespeicher, der nicht sofort verbrauchten Sonnenstrom zur späteren Verwendung ‚zwischenlagert‘.

Wärmepumpe und Speicher im Hausübergaberaum
In der aus Backsteinen gemauerten Scheune wurde ein Hausübergaberaum eingerichtet, in dem die Pumpe und der 800-Liter-Pufferspeicher stehen.

Wandheizung auf Schilfrohrmatten unter Lehmputz

Als wir uns Anfang 2024 treffen, liegt Schnee, es herrschen knackige Minusgrade, die Familie wohnt seit einem halben Jahr in ihrem neuen, alten Haus. Sie waren schnell. Im Januar 2021 kamen die ersten Machbarkeitsgutachten, im April wurde mit der Entkernung begonnen, im März 2022 errichteten Zimmerleute den Dachstuhl neu, die Maurer bauten aus großteils alten Lehmziegeln die Innenwände im Erdgeschoss auf, Isabella und ihr Mann pulten von alten, mit Lehm umwickelten Holzstaaken in den Zwischendecken den trockenen Lehm ab, um ihn in der neuen Schüttung zu recyceln. Und schon ein gutes Jahr später, im Juni 2023, zogen sie ein.

Der Fahrplan für die energetische Sanierung empfahl eine Fußbodenheizung fürs Erdgeschoss und eine Wandheizung fürs Obergeschoss. Während der Kernbauzeit schufteten Isabella Pommerening und ihr Mann auch daran wie die Verrückten: Im Erdgeschoss stemmten sie den Lehmboden, auf dem das Haus großenteils direkt steht, 40 Zentimeter tief aus, um Schaumglasschotter als Dämmstoff in den Boden zu bringen. Darüber bauten sie den Boden neu auf: Auf die mit der Ruckelmaschine gut verteilte Schaumglas-Dämmung kam eine Schicht Dämm-Estrich, dann die vielfach gewendelten Heizungsschläuche der Fußbodenheizung, schließlich noch ein so genannter Heiz-Estrich und obenauf das Eichenparkett.

Im Obergeschoss machten sich die Bauherr/innen fast noch mehr Mühe: Bei jeder einzelnen Wand wurde ein individueller Aufbau festgelegt, immer orientiert an der Original-Bauweise. Lehmputz sollte auf jede Wand, aus bauökologischen und historischen Gründen. Dafür kamen auf das Holzständerwerk entweder zunächst eine Sparschalung aus Holz, 22mm dicke Holzweichfaserplatten oder Lehmplatten. Auf Lehm- und Faserplatten als Träger kann Lehmputz direkt aufgespritzt werden. An den Wänden, die beheizt werden sollten, musste der Aufbau anders aussehen: Hier kamen auf Holzschalung zunächst Schilfstrohmatten. Auf diese Matten tackerten die Installateure die dünnen Schläuche, durch die das heiße Heizungswasser fließt. Dann wurde zur zusätzlichen Dämmung in alle verbleibenden Hohlräume Zelluloseflockung geblasen. Und ganz zum Schluss kam auch hier der Lehmputz über Schilfstroh, Papierschnipsel und Plastikschläuche. Über 20 Kubikmeter harten Lehm hat Isabella Pommerening mit der Schubkarre von draußen zur Mischmaschine ins Haus gewuchtet.

Moderner Innenausbau eines alten Guthauses
Der Fahrplan für die energetische Sanierung empfahl eine Fußbodenheizung für das Erdgeschoss.

Einen Teil der der Gesamtkosten übernimmt die KfW

Pommerening und Mentzel haben nach KfW-85-Standard saniert. Dafür mussten sie, nachdem der Innenausbau abgeschlossen war, von einem Spezialunternehmen einen ‚Blower-Door-Test‘ durchführen. Hierbei wird im Haus ein Unterdruck erzeugt, um herauszufinden, ob es Undichtigkeiten in der Außenhülle gibt. Der Karow-Hof hielt so dicht wie ein Neubau, berichtet Isabella Pommerening stolz. Das Haus wurde den KfW-Förderkriterien gerecht. Im Obergeschoss bauten sie eine zweite, unabhängige Wohneinheit mit eigenem Heizkreislauf, Bad und Küchenanschlüssen ein. So haben sie nicht nur eine Ferienwohnung, die perspektivisch vermietet werden soll, sondern auch Anrecht auf die doppelte KfW-Förderung für die energetische Sanierung. Finanziell mussten die Bauherr/innen bei allen Ausgaben zwar zunächst in Vorleistung gehen. Aber nachdem sie die Förderanträge eingereicht hatten, waren die Fördersummen ein halbes Jahr später auf ihrem Konto: Für jede Wohneinheit zahlte die KfW 55.000 Euro, insgesamt also 110.000 Euro. Das ist viel Geld, aber eben doch nur ein kleinerer Teil der Kosten, die sich mit dem Kauf sowie mit sämtlichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen insgesamt ergeben haben. Die beiden haben einen hohen Kredit aufgenommen, „den unser Kind noch abbezahlen wird“, seufzt Pommerening. Aber sie bereuen nichts.

Der Gutshof in der Uckermark nach der Sanierung

Fördermöglichkeiten für die passende energetische Gebäudemodernisierung: KfW-Effizienzhäuser, Steuerbonus, BEG-Einzelmaßnahmen und Landesprogramme

  • Die KfW fördert die Sanierung eines Wohngebäudes zum Effizienzhaus oder den Kauf eines frisch sanierten Effizienzhauses mit einem Kredit samt Tilgungszuschuss. Effizienzhäuser sehen Sanierungspakete mit festgelegtem Energiestandard vor, der erreicht werden muss. Je niedriger die Kennzahl einer Effizienzhaus-Stufe ist, desto geringer ist der Energieverbrauch des Gebäudes. Hier finden Sie alle Infos zu den verschiedenen KfW Effizienzhaus-Stufen.

  • Ein Steuerbonus von 20 Prozent der Aufwendungen für energetische Gebäudesanierung ist über die Einkommensteuererklärung möglich. Dieser Bonus wird über drei Jahre verteilt und erfordert keine vorherige Antragstellung.

  • BEG Einzelmaßnahmen: Die Einzelmaßnahme der energetischen Gebäudemodernisierung werden weiter von der BAFA gefördert. Gebäudeeigentümer/innen bevorzugen diese Förderung häufig da die Beantragung weniger voraussetzungsvoll ist. Die BAFA fördert Maßnahmen mit mindestens 15 Prozent der Investitionskosten, einen Bonus von 5 Prozent erhält man für einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSEP, S. Punkt 6). Der Höchstbetrag beläuft sich auf 60.000 Euro.

  • Landesprogramme für die energetische Gebäudemodernisierung: In vielen Bundesländern gibt es Programme für die energetische Gebäudemodernisierung, die zusätzlich zur Bundesförderung beansprucht werden können.


Nur ein kleiner Plastikhut zeugt von den Erdwärmekollektoren

Jetzt steht Isabella Pommerening an dem riesengroßen, dreifach verglasten Panoramafenster im 80m2 großen Wohnküchenraum und schaut hinaus auf das weiß überzuckerte Hofgelände, das der Gestaltung harrt. Noch liegen hier Steine auf großen Haufen neben nach Abrissarbeiten übriggebliebenen Betonteilen, daneben lagert ein Stapel ausrangierter, jahrhundertealter Dachbalken, die auf den Sommer mit seinen Abenden an der Feuerschale warten. Überall recken braune Krautbüschel ihre dürren Köpfe. Das einzige Indiz dafür, dass unter dieser herrlich lichten, Visionen beschwörenden Ödnis schon eine Hightech-Wärmepumpe über Erdwärmekollektoren Energie für das Haus sammelt, ist ein kleiner schwarzer Plastikhut in der Mitte des Gevierts. Darunter laufen die Kollektorstränge zusammen

„Wir haben noch eine Menge zu tun“, sagt Isabella Pommerening. „Wir lernen jeden Tag Neues und genießen es, neben unseren Jobs hier so viel mehr mit unseren Händen tun zu können. Manchmal müssen wir einen Schritt zurücktreten, um zu bemerken, was wir schon alles geschafft haben. Und dann sehen wir: Wir haben es superwarm und sehr schön.“


Idee und Redaktionsleitung: Sabine Drewes / Recherche und Text: Kirsten Riesselmann / Fotografie: Stephan Roehl  / Infoboxen und Redaktion: Lea Wrobel