Der Unfall in Tschernobyl vereinte die im Ausland lebenden Ukrainer*innen hinter dem Wunsch, ihre Heimat in dieser Tragödie zu unterstützen. Sie beteiligten sich auch in großer Zahl an den Anti-Atomkraft-Protesten in der Bundesrepublik.
„Am 1. Mai [1986] war sich kaum ein Einwohner von Kiew des starken Anstiegs der Strahlungswerte in der Stadt bewusst. Die ersten Berichte erschienen erst vier Tage nach dem Feiertag. Die Bevölkerung nahm also wie üblich an Demonstrationen teil, zog mit Transparenten, Fahnen und Blumen an der Tribüne vorbei. Doch diese Blumen waren bereits radioaktiv verstrahlt.“ (Vidnova 1986: 5; eigene Übersetzung)
So beschrieb die in der Bundesrepublik Deutschland erscheinende ukrainische Diaspora-Zeitschrift Vidnova die Lage der Bevölkerung in den ersten Tagen nach dem Unfall im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl am 26. April 1986 – und damit die Politik der sowjetischen Behörden.
Die Katastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl und ihre Folgen für die sowjetische Gesellschaft
Im Frühjahr 1986 erlangte der Name Tschernobyl ungewollt internationale Bekanntheit. Am Morgen des 28. April hatten Beschäftigte des Kernkraftwerks Forsmark in Schweden bei routinemäßigen Zugangskontrollen erhöhte Strahlungswerte an ihrer Kleidung festgestellt. Zunächst vermuteten sie ein Leck in der eigenen schwedischen Anlage, doch wie sich schon bald herausstellte, lag die Quelle der Kontaminierung im Ausland. Dies war der erste Hinweis auf die Explosionsserie, die sich am 26. April 1986 um 1:23:58 Uhr etwa 110 Kilometer von der Hauptstadt der Ukrainischen SSR Kiew entfernt im Kernkraftwerk Tschernobyl ereignet hatte (mit der höchsten Stufe 7 auf der INES-Skala).
Der Unfall war eine Folge der Isolation der Sowjetunion während des Kalten Krieges und einer unterentwickelten Sicherheitskultur, die wiederum das Ergebnis der sowjetischen Geheimhaltungspolitik in Sachen Kernenergie war. Im Laufe der Jahre hatte die Politisierung der Nuklearwissenschaft und -technologie ein Gefühl von Exklusivität und Unfehlbarkeit geschaffen. Unfälle, wie sie sich im Westen ereigneten, hielt man in einem sowjetischen Kernkraftwerk für unmöglich. Aus dieser Überzeugung heraus bereitete man sich kaum auf Störfälle vor und es fehlten zureichende Notfallprotokolle für Beschäftigte und die Zivilbevölkerung in der Umgebung. Aufgrund der extremen Geheimhaltung, der die sowjetische Nuklearindustrie unterstand, konnte das wissenschaftliche Personal nicht von Technologien profitieren, die in westlichen Ländern entwickelt worden waren. Aus früheren Vorfällen zog man keine entsprechenden Lehren.
Darüber hinaus verzeichnete der sowjetische Geheimdienst (KGB) bereits während der Bauphase des Kernkraftwerks Tschernobyl mehrfach Abweichungen vom Projektplan. Einerseits wollte man Kosten sparen, andererseits handelte man fahrlässig und unverantwortlich. Da der Baufortschritt der Anlagen chronisch hinter dem Zeitplan herhinkte, wurden unfertige Abschnitte in Betrieb genommen und die Ausrüstung musste unter suboptimalen Bedingungen getestet werden (Direktor der Bezirksverwaltung Tschernobyl 1978). Der Unfall von Tschernobyl war also kein „unvorhersehbarer Ausnahmefall“, sondern das Eintreten eines bekannten Risikoereignisses.
Die Reaktion der sowjetischen Führung auf diese von Menschen verursachte Katastrophe bewies ihre Unfähigkeit, schnell, transparent und angemessen zu handeln. Vertuschungsversuche scheiterten zwar, doch tat die sowjetische Propaganda ihr Möglichstes, um das Ausmaß des Unfalls herunterzuspielen und ihn als lokales Ereignis darzustellen. Während man auf die Gefahr hinwies, die von Atomwaffen und vom weltweiten Wettrüsten ausging, heroisierte man die Feuerwehrleute, die als Erste an der Unglücksstelle eintrafen. Das sollte von der Frage nach den Verantwortlichen sowohl für die Katastrophe an sich als auch für das schlechte Krisenmanagement ablenken.
Der Mangel an Informationen schürte zahlreiche Gerüchte und Ängste in der ukrainischen Gesellschaft. Die unzureichende Aufklärung über nukleare Gefahren und Strahlenschutzvorschriften, verbunden mit der Unsichtbarkeit der Strahlung selbst und der allgemeinen Ungewissheit über die Situation, verstärkten diese Ängste, befeuerten Spekulationen und veranlassten die Bevölkerung, selbst Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Besonders anschaulich zeigt das ein von Radio Liberty veröffentlichter Brief einer ukrainischen Frau. Das Schreiben gelangte über sogenannte Samisdat-Kanäle – geheime Verbreitungswege für unzensierte Informationen innerhalb der UdSSR – in den Westen.
„Das Erschreckendste ist der Mangel an Informationen. Allgemein spricht niemand mehr darüber […]. Wir wissen nicht, was mit uns ist – konkret: Wie lange wir noch zu leben haben, was mit uns geschieht und wie wir weiterleben sollen […]. Das Hauptproblem ist die Ernährung. Gestern ging ich in einen Gemüseladen und sah Himbeeren, die so schön aussahen. Ich kenne die Verkäuferin persönlich, also fragte ich sie: ‚Woher kommen diese Beeren?‘ Sie zwinkerte mir zu: ‚Aus Odessa.‘ Aber als andere Kunden weitergegangen waren, sagte sie: ‚Nimm die nicht – sie sind aus der Region Kiew.‘“ (Panchuk 1986: 28)
Der radioaktive Niederschlag kontaminierte Böden, Weideland und Wasser, nicht nur in der Ukraine, sondern auch in vielen westlichen Ländern. Dies wiederum führte zur Anreicherung radioaktiver Isotope in landwirtschaftlichen Erzeugnissen, insbesondere in Milch, Fleisch, Pilzen, Beeren und Blattgemüse. In vielen europäischen Ländern wurde der Verzehr und Verkauf bestimmter Lebensmittel eingeschränkt und die Lebensmittelversorgung verstärkt radiologisch überwacht. Die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe machten also nicht an nationalen Grenzen halt.
Anti-Atomkraft-Proteste in der Ukrainischen SSR
Wie in vielen westlichen Ländern wurde der Unfall von Tschernobyl auch in der Ukrainischen SSR und anderen Sowjetrepubliken zum Katalysator für die Anti-Atomkraft- und Umweltbewegung. Im Vergleich zum Westen verlief die Entwicklung in der Sowjetunion jedoch langsamer – Gründe waren die Geheimhaltung des Unfalls, Zensur und eine nur schleppende Umsetzung von Gorbatschows Perestroika-Politik, die ein Jahr vor der Katastrophe verkündet worden war.
Die erste öffentliche Kundgebung zum Gedenken an das Tschernobyl-Unglück organisierte der Ukrainische Kulturklub (UKK), sie fand erst am zweiten Jahrestag der Katastrophe – am 26. April 1988 – in Kiew statt. Etwa 500 Menschen marschierten entlang der Kiewer Hauptstraße Chreschtschatyk mit Transparenten und Slogans wie „Atomkraftwerke raus aus der Ukraine“ und „Transparenz und Demokratie bis zum Ende“. Die Polizei schnitt den Demonstrant*innen den Weg ab und beschlagnahmte ihre Transparente gewaltsam (vgl. Solchanyk 1988: 2).
Die Auseinandersetzungen mit der Staatsgewalt eskalierten, als die Protestierenden von relativ harmlosen Taktiken wie Briefkampagnen, Reden und Versammlungen zu wirkmächtigeren Aktionen wie Massenkundgebungen übergingen. Die erste Kundgebung dieser Art, die im Zuge der Perestroika von den sowjetischen Behörden offiziell genehmigt worden war, konzentrierte sich auf Umweltthemen. Sie fand am 13. November 1988 in Kiew statt; es nahmen rund 20.000 Menschen daran teil. Die Redner*innen forderten die rasche Durchsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Situation und verlangten sogar die Schließung bestehender Kernkraft- und chemischer Werke. Zudem stellten sie politische Forderungen, darunter die Abhaltung eines Referendums, „in dem das ukrainische Volk sein Recht auf Leben geltend machen kann“ (KGB der UdSSR 1988).
Ende der 1980er-Jahre waren Umweltfragen ein wichtiges Thema innerhalb der demokratischen und nationalistischen Bewegungen der Ukraine geworden. Ihre führenden Köpfe deuteten die Tschernobyl-Katastrophe und andere ökologische Krisen als Folgen der sowjetischen Politik und argumentierten, der Schlüssel zur Lösung von Umweltproblemen und zum Schutz der öffentlichen Gesundheit liege in der nationalen Unabhängigkeit. Diese zeitweilige Konvergenz, die in der wissenschaftlichen Literatur häufig als Ökonationalismus bezeichnet wird, war eine Form der politischen Mobilisierung, die Umweltbelange – insbesondere nukleare Sicherheit und Umweltschutz – mit der Forderung nach nationaler Souveränität verknüpfte. Umweltkatastrophen wurden in diesem Kontext als Folge der kolonialen Abhängigkeit der Sowjetrepubliken vom sowjetischen Zentrum dargestellt. Eine ähnliche Dynamik ließ sich in anderen Sowjetrepubliken mit aktiven Kernkraftwerken beobachten, etwa in Litauen, Armenien und der Republik Tatarstan. Vor allem dank ökonationalistischer Bestrebungen wurde der Bau der Kernkraftwerke Chmelnyzkyj und Riwne gestoppt, ebenso wie die geplanten Projekte in Tschyhyryn im Zentrum des Landes und auf der Halbinsel Krim – einem in der gesamten Sowjetunion beliebten Kurort mit hohem Erdbebenrisiko.
Darüber hinaus forderten Umweltaktivist*innen die Schließung vieler umweltschädlicher Industriebetriebe in der Ukrainischen SSR, einer der am weitesten entwickelten Sowjetrepubliken. Daraufhin wurden zwar keine Betriebe geschlossen, doch wuchsen die öffentliche Aufmerksamkeit und das Bewusstsein der Bevölkerung für Umweltthemen. Sowohl der Ökonationalismus als auch die Umweltbewegung trugen dazu bei, das Fundament der Sowjetunion zu erschüttern, und spielten letztlich auch bei ihrer Auflösung im Jahr 1991 eine Rolle.
Reaktion der ukrainischen Diaspora in Deutschland auf Tschernobyl
In der ukrainischen Diaspora erschien der erste kurze Bericht über den Reaktorunfall am 11. Mai 1986 in der Zeitung Shliakh Peremohy. Darin heißt es: „Moskaus Desinformationspolitik gegenüber der eigenen Bevölkerung in Bezug auf die potenziellen Gefahren einer Atomexplosion und die nachlässigen Sicherheitsmaßnahmen in Atomanlagen […] sind scharf zu verurteilen und die obersten Führungsriegen der UdSSR sind zur Verantwortung zu ziehen.“ Ferner behauptete der Artikel, Moskau setze die Bevölkerung „der nuklearen Vernichtung aus“. Eine Woche später, am 18. Mai, bezeichnete die Zeitung die Katastrophe bereits als „Völkermord“ und „Warnung für ganz Europa“ und stellte Moskau als Bedrohung für die gesamte Menschheit dar: „eine unkontrollierte Macht, die sich weigert, in Fragen der Abrüstung oder der nuklearen Sicherheit wirksam zusammenzuarbeiten“ (Shliakh peremohy 1986: 6).
Die ukrainische Diaspora-Presse beschrieb die Katastrophe von Tschernobyl als „Schlag gegen die ukrainische Nation“, als „jüngsten Völkermord an den Ukrainer*innen“, als „ukrainisches Hiroshima“ und als „nationale Tragödie“. Der Unfall sei eine Folge der russischen Kolonialpolitik, die den totalitären Sowjetstaat geprägt habe: „Dieser Staat fühlt sich seiner Bevölkerung gegenüber in keiner Weise rechenschaftspflichtig, da seine gesamte Macht in Russland konzentriert ist […]. Der totalitäre Charakter des Sowjetstaates verstärkt die individuelle Verantwortung. Eine allmächtige, anonyme Bürokratie handelt auf Befehl Moskaus.“ (Za Chornobyl zvynuvachuemo Rosiiu 1987: 1) Die Ukrainische SSR besitze trotz ihrer formellen Souveränität innerhalb der UdSSR keine echte Autonomie und werde selbst unter Michail Gorbatschow weiterhin als Kolonie betrachtet. In diesem Zusammenhang wurden Bedenken hinsichtlich der übermäßigen Konzentration von Kernkraftwerken auf ukrainischem Gebiet geäußert, die laut dem sowjetischen Atomprogramm bis zu 40 Prozent des gesamten Energiebedarfs der Sowjetunion decken sollten. Der damalige Erste Sekretär der Kommunistischen Partei der Ukraine, Petro Shelest, habe sich seinerzeit gegen diese Konzentration ausgesprochen und auf das Bedrohungspotenzial für die Bevölkerung hingewiesen. Die Bedenken der ukrainischen Behörden waren jedoch ignoriert worden. Sämtliche Entscheidungen traf die zentrale sowjetische Führung in Moskau.
Die Zentrale Vertretung der ukrainischen Emigration in Deutschland (ZPUEN) organisierte Veranstaltungen, um die Betroffenen in der Ukraine zu unterstützen, und koordinierte Proteste gegen das Sowjetregime. Am 17. Mai 1986 führte ein Schweigemarsch „zur Unterstützung derer, die Moskau mit radioaktiver Strahlung vernichtet hat“ (Biuleten TsPUEH 1986), durch die Straßen Münchens zum Marienplatz. In den folgenden Jahren gedachte man der Opfer der Katastrophe unter anderem mit kollektiven Gebetsgottesdiensten und Versammlungen innerhalb der ukrainischen Gemeinschaft.
Im Jahr 1990 knüpfte ZPUEN enge Kontakte zur deutschen Bürgerinitiative „David gegen Goliath“, die nach der Katastrophe von Tschernobyl entstanden war. Solche Anti-Atomkraft-Gruppen forderten nicht nur einen Ausstieg aus der Atomenergie, sondern organisierten auch humanitäre Hilfsaktionen für die von dem Reaktorunfall betroffenen Regionen der UdSSR. Dabei arbeiteten sie mit Emigranten- und Kirchengemeinden, darunter auch ukrainischen, zusammen. Der vierte und fünfte Jahrestag der Katastrophe wurden von ZPUEN und „David gegen Goliath“ gemeinsam begangen. Bei diesen Anlässen ordnete man den Reaktorunfall von Tschernobyl in einen breiteren Kontext von Umwelt- und Technologiethemen ein. Lokaler Aktivismus wurde hier mit Debatten zu den nuklearen Risiken weltweit, Energiepolitik und der Rolle der Zivilgesellschaft verknüpft.
Die deutsche Zivilgesellschaft – einschließlich der ukrainischen Diaspora – unterstützte tatkräftig Kinder aus den von der Tschernobyl-Katastrophe betroffenen Regionen. Im Rahmen des Programms „Kinder von Tschernobyl“, das mit Unterstützung der deutschen Regierung organisiert wurde, nahmen viele ukrainische und deutsche Familien in der Bundesrepublik Kinder auf, um ihnen einige Monate der Ruhe und Erholung zu ermöglichen. Im Nachgang dieser Aufenthalte schrieben die Kinder und ihre Eltern noch häufig Briefe an die Gastfamilien, in denen sie sich für die Betreuung und die unvergesslichen Erlebnisse bedankten.
Gemeinsam mit deutschen Anti-Atomkraft-Initiativen gelang es der ukrainischen Diaspora, den Unfall von Tschernobyl stärker in die öffentliche Debatte zur Atomkraft einzubringen und die Aufmerksamkeit auf die Situation in der Ukraine zu lenken. Diese Mobilisierungsbemühungen waren für beide Seiten von Vorteil, da die Aktivist*innen mit dem konkreten Beispiel der Tschernobyl-Katastrophe und ihrer Folgen ihre eigenen Forderungen nach einer Einschränkung oder Stilllegung von Atomkraftwerken untermauern konnten.
Die ukrainische Diaspora konzentrierte sich in erster Linie auf die nationale Befreiungsbewegung in der Ukraine, denn ihr Hauptziel war die Stärkung der Souveränität der Ukrainischen SSR innerhalb der Sowjetunion und später die Ausrufung der Unabhängigkeit der Ukraine. Daher unterstützte sie Umweltaktivismus in ihrer Heimat nur insoweit, als er der Ausweitung und Stärkung dieser Bewegung diente. Direkte und langfristige Kontakte zu ukrainischen Umweltaktivist*innen wurden nicht geknüpft.
Schlussfolgerungen
Die Umweltbewegung in der Ukraine erreichte in den Jahren nach der Katastrophe von Tschernobyl ihren Höhepunkt. Nach der Unabhängigkeitserklärung 1991 gingen viele Aktivist*innen der ökonationalen Bewegung in die Politik und übernahmen Führungspositionen in verschiedenen Parteien des politischen Spektrums. Im selben Jahr wurde die Grüne Partei der Ukraine gegründet, die bis Anfang der 2000er-Jahre zeitweise, wenn auch in begrenztem Umfang, im Parlament vertreten war. Dies zeigt die hohen Erwartungen der ukrainischen Gesellschaft an den Umweltschutz in der frühen postsowjetischen Ära. Eine sich verschärfende Wirtschaftskrise und zunehmende sozioökonomische Desintegration sowie unzureichende staatliche Mittel für den Umweltsektor ließen die ukrainische Gesellschaft jedoch an der Wirksamkeit des Umweltaktivismus unter den neuen Bedingungen zweifeln. Der öffentliche Rückhalt und die Unterstützung für Umweltthemen schwanden. Wegen der Energiekrise währte das 1990 beschlossene Moratorium für den Bau neuer Kernkraftwerke nur drei Jahre. Obwohl das Kernkraftwerk Tschernobyl im Jahr 2000 stillgelegt wurde, bleibt die Katastrophe ein bedeutendes Ereignis, an das jährlich erinnert wird. Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen werden bis heute vom Staat aufgearbeitet und finanziell aufgefangen.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine, der am 24. Februar 2022 mit der vorübergehenden Besetzung des Kernkraftwerks Tschernobyl begann, hat erneut die Frage der nuklearen Sicherheit in Kernkraftwerken aufgeworfen. Sowohl die ukrainische Gesellschaft als auch die internationale Presse hat sich damit befasst, da die Sicherheit von nuklearen Anlagen und kritischer Infrastruktur durch militärische Operationen unmittelbar gefährdet ist und dies zu einer erneuten Freisetzung von Strahlung führen könnte.
Literatur- und Quellenverzeichnis
- Autor*in unbekannt (1986): Tschornobyl. In: Biuleten TsPUEH, Heft 2/3, S. 16-20.
- Autor*in unbekannt (1986): Tschornobyl − trahediia Ukrainy. In: Vidnova, S. 3-8.
- Autor*in unbekannt (1986): Novitnii henotsyd. In: Shliakh peremohy, 18.5.1986.
- Autor*in unbekannt (1987): Za Chornobyl zvynuvachuemo Rosiiu. In: Shliakh peremohy, 25.
- Direktor der Bezirksverwaltung Tschornobyl der Ukr. SSR, KGB Klockko (1978): Informationen über Verstöße beim Bau des Atomkraftwerks Tschernobyl, 19.12.1978. HDA SBU, Fond 11, Sprava 991, Tom 1. In: Wilson Center: 28 Newly Translated Documents on Chernobyl, 1973–1991.
- IAEA (2002): The Human Consequences of the Chernobyl Nuclear Accident. A Strategy for Recovery, 6.2.2002.
- KGB der UdSSR (1988): Notiz an das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Ukraine über die „Kundgebung in Kiew zu den Problemen der Ökologie“, 14.11.1988. In: Аrchiv der nationalen Befreiungsbewegung des Komitees für Staatssicherheit.
- Panchuk, H. (1986): Tschornobylska katastrofa i radianska diisnist. In: Vidnova, S. 25-35.
- Solchanyk, Roman (1988): Soviet press publishes report on anti-nuclear protest in Kiev. In: Ukrainian weekly: 19.6.1988.