Einblicke in die grüne Technik der Zukunft: Wie können wir die Energiewende entfesseln?

Bericht

Neben den ökologischen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen der Klimakrise rücken technologische Aspekte oft in den Hintergrund. Die Stipendiat*innen der Heinrich-Böll-Stiftung haben sich jetzt selbst ein Bild von der grünen Technik der Zukunft gemacht.

Zines zum Thema Energiewende

“Erneuerbare Energien sind [..] Freiheitsenergien”, verlautete der ehemalige FDP-Chef Christian Lindner zu Beginn des Ukraine-Kriegs 2022. Wie also kann man die Energiewende entfesseln? Mit dieser Frage beschäftigte sich die gleichnamige stipendiatische Arbeitsgruppe bei ihrem Treffen in München nun schon zum achten Mal. 

Nachdem in den vorherigen Treffen bereits spannende Themen wie die Wärmewende, Ressourcengerechtigkeit und gesellschaftliche Narrative der Energiewende diskutiert wurden, stand diesmal das Thema Energiespeicher im Mittelpunkt. Denn vor allem Batteriespeicher erobern gerade in Windeseile den Markt - und das ohne große staatliche Förderungsprogramme zu beanspruchen.

Anfang Mai trafen sich rund 30 Stipendiat*innen der Heinrich-Böll-Stiftung in der bayerischen Landeshauptstadt, um sich näher mit diesem Thema zu beschäftigen. Während manche Teilnehmer*innen schon häufiger bei Treffen der AG “Energiewende entfesseln” dabei waren und einige Erfahrung mitbrachten, waren andere zum ersten Mal dabei. So fanden sich mit Studiengängen wie den Ingenieurwissenschaften, der Juristerei, den Politikwissenschaften und Humanmedizin ein breites Spektrum an Hintergründen zusammen. Das Programm war gespickt mit vielen interessanten Vorträgen rund um die Rolle von Energiespeichern im Energiesystem:

  • Katharina Hartz (Denkfabrik Agora Energiewende) gab uns eine gute Übersicht über die vorhandenen Energiespeichertechnologien, Variabilität in der Stromproduktion und Potentiale beim bidirektionalen Laden von Elektrofahrzeugen.
  • Lilli Schuhmacher und Martin Körner (Großbatteriespeicher-Projektierer Luxera Energy) gaben uns eine Übersicht über die Wirtschaftlichkeit und den ökonomischen Nutzen von Großbatteriespeichern sowie Themen wie negative Strompreise und Genehmigungsprozesse.
  • Tobias Mayer (Li-Ionen Batterieberater LionSmart) führte uns in Produktion, Sicherheit und Recycling von Batteriespeichern für E-Mobilität und Industrie ein.
  • Mit Martin Stümpfig (Landtagsabgeordneter Bayern B90/Die Grünen) diskutierten wir die politische Situation der Energiespeicher, darunter die aktuelle Bundespolitik und bayerische Förderungsangebote.
  • Andreas Schieder (Übertragungsnetzbetreiber TenneT) ordnete schließlich die bisherigen Vorträge zu Energiespeichern zu deren Rolle in Übertragungsnetzen ein.

Kreativ in die Energiewende

Ergänzend dazu gab es AG-interne Kleingruppenphasen zu verschiedenen Themen. Stips konnten beim Energiewendespiel “Path-to-Zero” das Energiesystem der Zukunft planen und modellieren, in einem Zine-Workshop zu positiven Energievisionen ihrer Kreativität freien Lauf lassen oder mehr über Batterie-Recycling und Beyond-Battery-Speicher lernen. Ziel dieser Gruppenarbeiten ist es nicht nur, sich über die Expert*innenvorträge hinaus selbst mit den Themen des AG-Treffens zu beschäftigen, sondern auch am gemeinsamen AG-Produkt zu arbeiten. Seit Beginn der Arbeitsgruppe 2024 arbeitet die AG gemeinsam an einem Spickzettel, der die wichtigsten behandelten Themen der AG zusammenfasst und der kontinuierlich ergänzt wird. 2025 kondensierte die AG ihre Ergebnisse zusammen in einem Workshop, den sie auf der jungen Klimakonferenz (LCOY) 2025 in Lüneburg vorstellte.

Zwischendurch durfte natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Neben gemeinsamen Mittagspausen und Abendessen wurde unser AG-Ort bei bestem Wetter aus dem Raum im Münchner Haus der Schüler*innen in den Englischen Garten verlegt, um in der Sonne mit Spikeball, Volleyball und Badepause neue Energie zu tanken.

Nach einem lehrreichen Wochenende mit vielen neuen Eindrücken und Bekanntschaften verstreuten sich die Stipendiat*innen am Sonntagnachmittag wieder zurück in ihre Unistädte. Das nächste Mal trifft sich die AG im Juli zum Thema Gasausstieg, wenn es wieder heißt: Wie können wir am besten die Energiewende entfesseln?

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