Zwischen Hoffnung und Hürden.
Wie kann Arbeitsmigration nach Deutschland fair gestaltet werden? Für viele Menschen aus Drittländern ist der Weg nach Deutschland ein Balanceakt zwischen Chance und Enttäuschung. Sie kämpfen mit Sprachbarrieren, langwierigen Anerkennungsverfahren oder ausbeuterischen Vermittlungsagenturen und prekären Arbeitsverhältnissen, während Betriebe oft überfordert sind mit Bürokratie und Integration.
Im Rahmen der Migrationsabkommen Deutschlands mit Georgien und Kenia und anhand eines IHK-Pilotprojekts zur Ausbildung in Namibia untersucht das Paper individuelle Wege und strukturelle Herausforderungen der Arbeitsmigration. Die Autor*innen haben mit vielen Betroffenen gesprochen – mit Saisonarbeiter*innen aus Georgien und Pflegefachkräften aus Kenia, aber auch mit Vermittlungsagenturen und Betrieben und Unternehmen, die Personal aus beiden Ländern anstellen. Die konkreten Fallbeispiele zeigen: Arbeitsmigration kann gewinnbringend sein – wenn sie fair und menschenwürdig gestaltet wird. Doch zwischen Fachkräftemangel hier und Braindrain dort braucht es mehr als politische Absichtserklärungen. Deshalb entwickelt das Paper konkrete Empfehlungen für Politik, Behörden und Wirtschaft.
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Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung 4
- Kenia und Deutschland: Was die Migrationspartnerschaft wirklich bringt
(Bettina Rühl)
Einleitung 6
Ein politischer Rahmen, keine neue Rechtsgrundlage 7
Deutschlands Motive: Fachkräftemangel und Migrationssteuerung 9
Kenias Motive: Jugend, Arbeitsmarkt und politische Erwartungen 11
Wie das Abkommen wirkt 13
Ohne Sprache kein Zugang 14
Anerkennungen bleiben der zweite Flaschenhals 16
Vermittlung: Zwischen seriöser Begleitung und Ausbeutung 18
Der Preis falscher Versprechen 20
Wie gelingende Arbeitsmobilität aussieht 21
Onboarding als Integrationsarbeit 22
Zwischen Chance, Einsamkeit und Diskriminierung 23
Warum Migration für Kenia mehr ist als Arbeitsmarktpolitik 25
Empfehlungen 26
- Georgien und Deutschland: Faire oder prekäre Arbeit? 29
(Dr. Tigran Petrosyan)
Einleitung 29
Faire Arbeit oder billige Arbeitskräfte? 30
Georgien: Keine Arbeit, keine Perspektive 31
Die Vermittler: Zwischen Hilfe und Ausbeutung 32
Über Umwege nach Deutschland 34
Für eine Saison auf deutsche Felder 35
Mindestlohn? Nur auf dem Papier 37
Pflege: Gewollt, aber nicht integriert 38
Sprache und Kultur als Herausforderungen 39
Gewerkschaften: Wirkungsvoll, wenn sie erreicht werden 41
Georgien – ein „sicheres Herkunftsland“? 43
Migrant*innen hinterlassen große Lücke 46
Empfehlungen 47
- Fachkräfteausbildung vor Ort: Ein Pilotprojekt in Namibia 50
Ein Gespräch mit Sebastian Stietzel, dem Präsidenten der Industrieund
Handelskammer (IHK) Berlin, von Kirsten Krampe
Die Autor*innen 54
Impressum 55