„Civil Front – oh what a wonderful world“ ist ein Theaterstück, das live in Charkiw/Ukraine für das Hamburger Publikum gespielt und zu diesem mit spezieller Technik übertragen wird. Das Stück handelt von zwei Zivilisten im Kriegsalltag, funktioniert ohne Sprache und bietet somit einen niedrigschwelligen Zugang zur Erzählung - mit dem Ziel, ein tieferes Verständnis für das Mensch-sein im Krieg zu schaffen.
„Civil Front“ ist ein Theaterstück, geschrieben und gespielt von Alexander Plekhun und Viktor Yermolenko in Charkiw – einer Stadt, die weiterhin unter Beschuss steht. Zwischen Sirenen und Stromausfällen erzählen sie die Geschichte zweier Brüder und eines Hundes, die versuchen, ihren Alltag zu bestreiten: Von der ersten Nachricht vom Kriegsausbruch über den Einkauf und das Gassigehen im Bombenalarm bis hin zu endlosen Nächten zwischen Wodka und Träumen von Frieden in der dunklen Wohnung und auch dem Morgen danach. Erzählt wird zu großen Teilen pantomimisch und mit Elementen aus Slapstick und Comedy, vereinzelt werden englische Texttafeln eingesetzt. Über eine sinnliche und oft humorvolle Ebene wird dem Publikum so ein trauriges und ohnmachtsvolles Thema nähergebracht – und die Erkenntnis, dass wir - egal in welchen Umständen – doch immer Menschen sind, die leben und froh sein wollen.
Das Stück wird in Charkiw live gespielt und nach Hamburg live übertragen. Publikum und Schauspieler können sich so in Echtzeit sehen und hören. Einzelne interaktive Elemente im Stück bespielen diese Verbindung direkt und verstärken das immersive Erlebnis, sodass man nach einigen Minuten fast vergisst, dass man auf eine Projektionsfläche schaut – vielmehr öffnet sich durch sie ein Fenster in eine andere (und doch so nahe) Welt.
Im anschließenden Nachgespräch kann das Publikum direkt mit den Kollegen in Charkiw in Kontakt treten. Dabei geht es nicht nur um Fragen an das Produktionsteam, sondern vielmehr auch darum, die eigenen Eindrücke zu teilen und Worte für das Erlebte und Gesehene zu finden.
Bereits im Februar 2026 fand eine erste sehr erfolgreiche Übertragung des Stückes statt. Die erneute Übertragung im November 2026 fußt auf dem Anliegen, die Kriegslage und die Menschen in der Ukraine im Bewusstsein zu halten. Realisiert wird das von der deutsch-ukrainischen Künstler:innengruppe in erneuter Zusammenarbeit mit dem LICHTHOF Theater Hamburg, dieses Mal unterstützt durch die LICHTHOF Stiftung und die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung.