Wie die thüringische Kleinstadt Schmölln mit Abwärme aus einem Klärwerk ein Wohngebiet heizt
„Es rufen mich hier und da Stadtwerke an und wir geben gerne Auskunft. Ich gehe davon aus, dass man unser Konzept übertragen kann. Wenn die Gegebenheiten vor Ort stimmen, macht das sehr viel Sinn.“ - Severin Kühnast, Geschäftsführer der Stadtwerke Schmölln
Im thüringischen Schmölln nutzen die Stadtwerke Abwärme des städtischen Klärwerks für die Beheizung eines nahgelegenen Wohngebietes. Normalerweise wird das 10 bis 20 Grad Celsius warme geklärte Abwasser direkt in den Fluss Sprotte abgeführt. Stattdessen wird ihm nun zuerst Wärme entnommen und in ein Erdwärmenetz eingespeist. Das gut drei Kilometer lange, unterirdische Netz führt direkt zu einem Wohngebiet. Mit dem lauwarmen Wasser, das durch die Leitungen zirkuliert, beheizen Erdwärmepumpen sehr effizient 120 Wohnungen. Das kühlere und dadurch biotopfreundliche Abwasser des Klärwerks gelangt dann in den Fluss. Im Vergleich zum konventionellen Heizen mit fossilen Brennstoffen sinkt der CO2-Ausstoß um mehr als 80 Prozent. Das einzigartige Projekt zeigt, wie die Wärmewende vorankommen und auch andere Kommunen in Deutschland inspirieren kann.
Wie die Schmöllner ihre Idee realisiert haben und was in Zukunft noch ansteht, ist in dieser Podcast-Folge von „Böll.Regional“ der Reihe „Strom und Wärme – gemeinsam, bezahlbar, erneuerbar“ zu hören. https://boell.de/de/boellregional
Unser Experte:
Severin Kühnast, Geschäftsführer der Stadtwerke Schmölln
Weiterführende Artikel und Quellen:
https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/beste/audio-waermeversorgung-abwasser-klaerwaerme-100.html
https://www.boell.de/de/die-kommunale-waermeplanung-infografik-und-leitfaden
https://www.boell.de/de/waermewende
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