Plastikatlas

Plastikatlas

Der Plastikatlas der Heinrich-Böll-Stiftung und erklärt in 19 Kapiteln anschaulich das gesamte Thema Plastik.

Plastikatlas erscheint im Juni 

Plastik ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Von Kleidung und Kosmetik über Spielzeug und Sportartikel bis hin zu technischen Geräten und Verpackungen - Plastik durchdringt inzwischen fast alle Lebensbereiche. Einerseits erleichtern Plastikprodukte unseren Alltag und in der Medizin retten sie sogar Leben. Andererseits gefährden sie unsere Gesundheit und überhäufen unseren Planeten mit Müll. Plastikmüll, ob in Deponien, im Ozean, in der Landschaft oder in Verbrennungsanlagen, bleibt in unterschiedlicher Form zurück und findet sich in unserer Luft, im Trinkwasser, im Boden und unserer Nahrung. Fast jedes Lebewesen ist auf die eine oder andere Art durch die Produktion, Nutzung oder Entsorgung von Plastik betroffen.

Plastikatlas zeigt alle Aspekte 

Unser Plastikatlas behandelt in 19 Kapiteln ganz unterschiedliche Aspekte von Plastik, die mit Infografiken veranschaulicht werden. Der Plastikatlas schaut auf die steigende globale Plastikproduktion, die durch billiges gefracktes Erdgas angeheizt wird und expandiert. Allein die USA planen, ihre Plastikproduktion in den nächsten Jahren um 30 Prozent zu steigern. Weil 99 Prozent allen Plastiks aus fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas und Kohle hergestellt werden, sind die klimaschädlichen Emissionen entlang des Lebenszyklus von Plastik enorm. Der Plastikatlas erklärt diesen Zyklus von der Gewinnung über die Verarbeitung und Verwendung bis hin zu Entsorgung und die daraus resultierenden Probleme.

Plastikmüll ist lukratives Geschäft

Die Frage von Plastikmüll spielt natürlich eine wichtige Rolle im Plastikatlas. Um der Plastikflut Einhalt zu gebieten, konzentrieren sich aktuelle Bestrebungen vor allem auf die Abfallwirtschaft und die Konsumierenden. Das spielt der Plastikindustrie dienlich in die Hände, denn so kann sie die Verantwortung für die Plastikkrise den Verbraucher/innen zuschieben und zeitgleich mit dem Finger auf Südostasien zeigen, das am meisten unter dem Müll zu leiden hat. Denn der Handel mit Plastikmüll ist ein lukratives Geschäft und ein Großteil unseres Plastikmülls aus Europa und anderen Industrieländern wird dorthin exportiert.

In jüngerer Vergangenheit haben wir erkannt, dass Plastik auch eine akute – und sogar tödliche – Bedrohung für die menschliche Gesundheit ist. Und nicht nur für Menschen, für fast jeden Organismus auf diesem Planeten hat Plastik schädliche Folgen, die Schäden des Immun- und Reproduktionssystems, der Leber und Nieren, ja sogar Krebs auslösen können. Der Plastikatlas befasst sich mit dem Thema Plastik und Gesundheit und darüber hinaus auch mit der Frage, wie Frauen und Männer in unterschiedlicher Weise davon betroffen sind.

Plastikatlas zeigt auch Lösungen

Trotzdem besteht Grund zur Hoffnung. Der Plastikatlas stellt die wachsende globale Bewegung Break Free From Plastic vor, die das Problem an der Wurzel packt, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zieht und überall auf der Welt zum Entstehen und Wachsen von Zero Waste Cities und Communities beiträgt. Eine neue globale Plastik-Konvention könnte die wachsende Verschmutzung durch Plastik in allen Phasen des Produktionszyklus ebenso zu vermeiden wie Schäden für die Gesundheit des Menschen.

Eine Welt ohne Plastikverschmutzung ist eine Vision, für die es sich lohnt zu streiten. Denn Plastik ist ein Thema, das jeden und jede von uns etwas angeht und bewegt. Und wir haben gerade erst begonnen, die gewaltigen Dimensionen dieser Krise zu begreifen. Für ein Umsteuern braucht es fundiertes Wissen über die Ursachen, Treiber und Auswirkungen der Plastikkrise und der Plastikatlas soll dazu einen Beitrag leisten.

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Plastikmüll und Geoengineering: Probleme an der Wurzel packen

Pressemitteilung

Vom 11. bis 15. März befasst sich mit der UN Umwelt-Versammlung UNEA das höchste Entscheidungsgremium der UN in Umweltfragen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi unter anderem mit Plastikverschmutzung und der Regulierung von Geoengineering. Unsere Expert/innen sind vor Ort.