Recht und Unrecht auf dem Balkan – 25 Jahre ICTY

Recht und Unrecht auf dem Balkan – 25 Jahre ICTY

Welche Bilanz lässt sich ziehen, 25 Jahre nach Gründung des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien? Hat der Haager Gerichtshof dazu beigetragen, die Folgen des Krieges zu überwinden? Unsere Veranstaltung im März 2018 suchte nach Antworten.

Podcast

Wir warten darauf, dass die Nachkriegsgeneration ihren Vätern die Frage stellt, was sie im Krieg gemacht haben.
Nemanja Stjepanovic

Video-Mitschnitt (Deutsch)

Video-Mitschnitt (Bosnisch-Kroatisch-Serbisch)

Podiumsdiskussion am 14. März 2018 mit:

  • Dženana Karup Druško, Journalistin, Vereinigung "Transitional Justice, Verantwortung und Erinnerung in BiH", RECOM, BiH
  • Nemanja Stjepanovic, Fond für Humanitäres Recht, Belgrad
  • Prof. Wolfgang Schomburg, Doctor of Civil Law h.c. (Durham University UK), Erster deutscher Richter am ICTY, Berlin
  • Erich Rathfelder, Journalist und Autor, Sarajevo/Split

Moderation: Marion Kraske, Heinrich-Böll-Stiftung Sarajevo

Aus der Region

Dossier: Europa und der Westliche Balkan

Wollte man im Juli 2010 ein allgemeines Charakteristikum für die Lage auf dem West-Balkan und seine Zukunftsaussichten formulieren, dann müsste man wohl von einer „alten Unübersichtlichkeit“ sprechen. Das Dossier bietet aktuelle Artikel zu Staatlichkeit, Demokratie, Bürgerrechten, Aufarbeitung und der Beziehung der Länder des westlichen Balkans zur EU.

Die dritte Entität – eine Fiktion?

Während Bosnien und Herzegowina schon durch zwei Entitäten dysfunktional ist, strebt der kroatische Vertreter im Staatspräsidium, Dragan Čović, eine dritte an. Anlehnungen findet das Projekt an dem Para-Staat "Herceg-Bosna", der im Bosnienkrieg ethnische Säuberungen durchführen ließ.

Das Elend mit der Geschichtsbewältigung

In den Balkan-Staaten versuchen nationalistische Kräfte die eigene Geschichte umzudeuten und für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Das verhindert eine demokratische Zukunft.

Von Erich Rathfelder