Dossier: Europa und der Westliche Balkan

Dossier: Europa und der Westliche Balkan

Chinesisches Geschäft in Sremski Mitrovica, einer Stadt in Nordwest-Serbien. Foto: Wolfgang Klotz. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Wollte man im Juli 2010 ein allgemeines Charakteristikum für die Lage auf dem West-Balkan und seine Zukunftsaussichten formulieren, dann müsste man wohl von einer „alten Unübersichtlichkeit“ sprechen. Während Belgrad und Pristina nun mit der Entscheidung des UN-Gerichtshofes zur einseitigen Unabhängigkeitserklärung umgehen müssen, bereitet sich Bosnien-Herzegowina auf die Parlamentswahlen im Oktober vor. Die Hoffnung, dass das neue Parlament auf der Basis einer neuen, oder wenigstens reformierten Verfassung seine Arbeit würde beginnen können, ist allerdings seit langem zerstoben. In Mazedonien ist indes kein Ende des Namensstreites mit Griechenland in Sicht. Die Regierung plant derweil das seit dem Erdbeben von 1963 unansehnliche Skopje in eine repräsentative europäische Metropole, im Stil des 19. Jahrhunderts, zu verwandeln. Die Bevölkerung wird an diesem Prozess jedoch nicht beteiligt. Zwischen all der Hektik und dem vermeintlichen so wie dem tatsächlichen Wandel strotzt das kleine Montenegro vor beispielloser Stabilität. Der gleiche Politiker hat ihm seit 1992 abwechselnd als Präsident und Premierminister vorgestanden. Erst jüngst ist er in seinem Amt durch Wahlen erneut bestätigt worden. Lediglich in Kroatien formiert sich eine neue zivile Opposition und ein gesellschaftliches Potential, das seine demokratische Partizipation auch durch politisches Handeln zu erzwingen bereit ist. Die Reaktion der Regieung zeigt jedoch, wie weit diese noch hinter der Entwicklung zurückhinkt.
 


Das Dossier „Europa und der Westliche Balkan“ wird fortlaufend Informationen zur Entwicklung der Region und ihrer einzelnen Staaten sowie zur Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung in und zu der Region zur Verfügung stellen.

Neueste Beiträge

Das Regierungsgebäude der Republik Serbien in Belgrad
von

Serbiens Ministerpräsident Vučić hat sich zum zweiten Mal durch Neuwahlen sein Mandat bestätigen lassen. Die EU versteht den Wahlsieg als pro-europäisches Signal. Wofür steht seine Fortschrittspartei wirklich?

Gedenkzentrum Potočari
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Das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag habe einen schweren Fehler begangen, sagt der Autor Nihad Kreševljaković. Er ist schockiert über den Freispruch für Vojislav Šešelj. Das Urteil birgt große Gefahr.

Häuserwand in Priština
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Die Beziehungen zwischen dem Kosovo und Serbien haben sich in den vergangenen Jahren ein wenig entspannt. Die Gründung eines serbisch-kosovarischen Gemeindeverbunds sorgt jedoch für neuen Zündstoff.

Internationaler Gerichtshof

Das Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien hat Vojislav Šešelj in allen Punkten von der Anklage freigesprochen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Das Humanitarian Law Center hält die Urteilsbegründung der Kammer rechtlich wie sachlich für haltlos.

20 Jahre nach Srebrenica und Dayton

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21 Jahre nach Ende des Bosnienkrieges wurde der Hauptverantwortliche der serbischen Kriegsverbrechen, Radovan Karadžić, vom Internationalen Jugoslawientribunal in Den Haag zu 40 Jahren Haft verurteilt.

Unterzeichnung des Friedensabkommens am 14. Dezember 1995
von

Das Abkommen von Dayton hat Frieden auf dem Balkan geschaffen. Doch das zweite Friedensjahrzehnt hat wesentlich weniger Fortschritt gebracht als erwartet. Immer wieder schüren Drohungen die Angst vor Konflikten.

von

Adnan Rondić hat seit 1995 als Journalist über die Ereignisse in und um Srebrenica berichtet. Seine Erfahrungen hat er nun in dem Buch "Živjeti Srebrenicu" verarbeitet, aus dem wir hier erste Auszüge veröffentlichen.

Teilnehmer der Podiumsdiskussion
15 Jahre sind seit dem Völkermord von Srebrenica vergangen. Im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion am 5. Juli 2010 stand die Frage nach der Verantwortung der UNO und der internationalen Gemeinschaft.

Multimedia

Massengrab mit weißen Stählen

Das Massaker von Srebrenica jährte sich am 11. Juli 2010 zum 15. Mal. Auf der Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung und des Zentrums für politische Schönheit wurde u.a. über die Verantwortung der Vereinten Nationen und Europas diskutiert. Das Video zeigt die Höhepunkte der Podiumsdiskussion.

Video "Himmel über Srebrenica"

Der Dokumentarfilm "Himmel über Srebrenica" handelt von der Einnahme der sogenannten „Schutzzone“ Srebrenica der Vereinten Nationen. Das Zentrum für Politische Schönheit veranstaltete am Jahrestag von Srebrenica, dem 11. Juli 2009, vor dem Reichstag eine Kundgebung, um an die Nichtverhinderung des Genozids zu erinnern.

Der Balkan und die EU

Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien
von

Was erleben Geflüchtete auf ihrem Weg nach Europa? Der serbische Schriftsteller Vladimir Arsenijević hat sich auf die verschlungenen Pfade der Balkanroute gemacht und für uns Tagebuch geführt.

Die Zeitschrift Feral Tribune aus Spli war eine bedeutende Stimme in der jugoslawischen und postjugoslawischen Medienlandschaft. Mit scharfer Satire und alternativem Journalismus erlangte sie Kultstatus. Für die Frankfurter Rundschau produzierten die Macher/innen von Beton International aus Anlass der Frankfurter Buchmesse diese Beilage über die Zeitschrift.

Presse Westbalkan
von

Auf der Podiumsdiskussion "Medien(un)freiheit in Südosteuropa" zogen Journalist/innen aus Bulgarien, Bosnien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien ein tiefschwarzes Resümee zur Lage der Medien in ihren Ländern.

Wie steht es um das "Erbe des Antifaschismus" in Europa heute, siebzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs? Autor/innen aus Kroatien, Serbien, Russland, der Ukraine, Polen, Ungarn, Tschechien, Slowenien und Montenegro geben differenzierte, spannende und visionäre Antworten.

Jurišićeva Straße in Zagreb, aufgenommen 2004
von

Kroatien hat zum ersten Mal eine Präsidentin gewählt. Eigentlich eine gute Nachricht. Doch der Sieg der konservativen Grabar Kitarović ist ein Symbol für die Rückkehr der neunziger Jahre - geprägt von Isolation und Nationalismus.

Sarajevo Frauengeeschichte Bosnien-Herzegowina
von

Wahlen, Koalitionen und eine neue Chance für die europäische Integration: Was sich in Bosnien und Herzegowina jetzt verändern kann und muss.

Podiumsdiskussion Bosnien Heinrich Böll Stiftung Berlin
von

In Bosnien muss es jetzt um praktische Fragen gehen. Vier Aktivist/innen sprachen in der Heinrich-Böll-Stiftung über die Chancen der deutsch-britischen Initiative und ob neue Bürgerprotest bevorstehen.

Straßenszene in Belgrad
von

Will Serbien zur russischen Einflusszone gehören oder der Europäischen Union beitreten? Eine Analyse der serbischen Innen- und Außenpolitik im Hinblick auf das Verhältnis zu Russland, der Europäischen Union und seiner Nachbarn.

Protestierende versammeln sich in Sarajevo
von

"Februarproteste" werden sie genannt - Bosnien-Herzegowinas erste nicht-ethnische, gesamt-bosnische politische Bewegung seit Ende des Krieges. Eine Dokumentation von Rüdiger Rossig.

Sitz des Präsidenten von Serbien, Belgrad
von
Der EU-Rat beschloss, Serbien den Beginn von Beitrittsverhandlungen für Ende dieses Jahres zuzusagen. Die Europäische Union ist gut beraten, zunächst noch mehr sichtbare Erfolge abzuwarten und sich nicht mit Absichtserklärungen, Aktionsplänen oder auch neuen Gesetzen zufrieden zu geben.
Dachkuppel mit serbischer Flagge
von

Serbiens Beitritt zur Europäischen Union wird voraussichtlich 2014 verhandelt. So ungewiss wie der Beitritt selbst ist auch, ob das serbische Volk das Vorhaben unterstützt.

Sitz des serbischen Präsidenten
von

Angela Merkel traf im Januar den neuen serbischen Präsidenten Nikolić zu einem Gedankenaustausch. Die Feststellung, dass die Staatsgrenzen auf dem Balkan „ein für alle Mal gezogen“ seien, sind die offensichtlich unverrückbaren Grundsäulen der deutschen Politik im Blick auf den West-Balkan, der auch sonst in Berlin und Brüssel wenig Anlass zur Freude gibt.

Hillary Clinton
von
Auch der zweite Staatsbesuch Clintons innerhalb von zwei Jahren ist ohne positives Ergebnis geblieben. Das Ziel, neue staatliche Strukturen mit wirklichen Mechanismen für politische Verantwortung zu schaffen, gestaltet sich immer schwieriger.
Podiumsdiskussion
von

In einer sehr dynamischen Debatte am 18. Oktober 2012 zu den regionalen Auswirkungen des kroatischen EU-Beitritts wurde deutlich, dass Kroatiens Beitritt am 1. Juli 2013 die Realitäten auf dem Westbalkan grundlegend verändert.

Stjepan Mesic
von
Der frühere Präsident von Kroatien, Stjepan Mesic, über die bevorstehende Aufnahme des Landes in die Europäische Union, die Bedeutung der EU-Mitgliedschaft für den Westbalkan und Gründe, warum immer der Mensch im Mittelpunkt von Staaten und Staatenbündnissen stehen sollte.
Stjepan Mesić
von

In Zeiten der Euro-Krise bereitet sich Kroatien auf seinen Beitritt zur Union im Juli 2013 vor. Welche Hürden das Land auf dem Weg dahin nehmen musste, welche Auswirkungen der Beitritt auf die Region haben wird und was die EU von Kroatien lernen kann, analysiert der ehemalige koratische Präsident Stjepan Mesić im Interview.

Ralf Fücks am Rednerpult
von

Der EU-Beitritt Kroatiens ist Zwischenstation der europäischen Integration des Westbalkan. Wir setzen darauf, dass Kroatien mit seinem Beitritt zum Anwalt eines erneuerten europäischen Engagements wird und eine aktive Rolle als Brückenbauer in der Region spielt.

Flaggen von Kroatien und der EU
von
Kroatien wird der 28. Mitgliedsstaat der EU. Zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger stimmten in einem Volksentscheid am 22. Januar für den Beitritt ihres Landes zur Europäischen Union. Positiv ist dabei vor allem, dass die Bevölkerung ihre große Unzufriedenheit mit den politischen Eliten nicht durch eine Ablehnung des EU-Beitritts zum Ausdruck gebracht hat.
US-Außenministerin Hillary Clinton am Rednerpult
von
Am 12. Oktober 2010 begann US-Außenministerin Hillary Clinton ihre erste Balkan-Reise. Die Erwartungen an ihren Besuch waren hoch.
Schilder warnen vor Landminen
Die politische Krise in Bosnien-Herzegowina spitzt sich seit Jahren zu. Am 20. Mai 2010 organisierte die Heinrich-Böll-Stiftung ein Expertentreffen mit dem Titel: „How to stop Bosnia and Herzegovina from further deteriorating? Time for a new transatlantic initiative“.
Taxifahrer spielen Schach
Die Lage in Bosnien ist weiterhin gekennzeichnet durch eine Konfrontation zwischen ethnisch-nationalistischen Parteien, einem hartnäckigen Reformstau, Armut und dem Zurückfallen im EU-Integrationsprozess. In der Podiumsdiskussion wurden Probleme und Perspektiven des Landes erörtert.
von

Am 2. Juni fand in Sarajevo das lang angekündigte Gipfeltreffen "EU - Westbalkan" statt. Ziele des Gipfeltreffens waren: eine stärkere Reaffirmierung der Integration der Westbalkanländer in die EU, die Vorgabe klarer Richtlinien für einen beschleunigten Integrationsprozess der Region und die Unterstützung bei der Lösung regionaler Probleme in diesem Zusammenhang.

Slowenische Grenze
von

Bosnien-Herzegowina und Kosovo erfüllen nicht die strengen Anforderungen der EU für die Visaliberalisierung. Dies begünstigt die ethnische Trennung in Bosnien, weil ein Teil der Bevölkerung doppelte Staatsbürgerschaften hat und jetzt schon reisen darf. Der andere Teil, vor allem Muslime, sehen sich diskriminiert.

Bahnhofsgebäude mit Vorplatz
von
Am 14.7.2009 verkündete die EU-Kommission offiziell, was Beobachter schon lange befürchtet hatten: Sie empfiehlt, dass nur Serbien, Montenegro und Mazedonien ab 1. Januar 2010 von der Visa-Pflicht befreit werden.
Vor rund 300 geladenen Gästen stellte Sven Alkalaj, Außenminister von Bosnien-Herzegowina, Perspektiven der europäischen Integration seines Landes vor. Im Anschluss eröffnete er die Ausstellung „Back to Europe“. Hier finden Sie Bilder der Ausstellung.

Die staatliche Ordnung auf dem westlichen Balkan

Banner
von

Wohin bewegt sich Bosnien nach den letzten Wahlen? Noch droht die Wiederholung des bekannten Szenarios: die Unterzeichnung eines Reformpapiers, das die Parteiführer in nichts bindet. Der EU scheint das egal zu sein. Ein Kommentar.

Wahlkampf in Bosnien-Herzegowina
von

Im vergangen Februar demonstrierten die Bürger/innen Bosnien-Herzegowinas gegen ihre Regierung. Nicht zuletzt wegen dieser Proteste wurden die Parlamentswahlen mit Spannung erwartet. Ein Blick auf die vorläufigen Ergebnisse.

Protestierende versammeln sich in Sarajevo
von

"Februarproteste" werden sie genannt - Bosnien-Herzegowinas erste nicht-ethnische, gesamt-bosnische politische Bewegung seit Ende des Krieges. Eine Dokumentation von Rüdiger Rossig.

Proteste in Bosnien-Herzegowina
von

Die ethnische Vielfalt Bosnien-Herzegowinas wird von den Regierenden noch immer instrumentalisiert, um autoritäre und undemokratische Politik zu betreiben. Doch die Bürgerinnen und Bürger demonstrieren gegen Nationalismus, Neoliberalismus und Primitivismus. Ein Gastbeitrag von Prof. Nermina Mujagić aus Sarajevo.

Regierungsgebäude in Bosnien-Herzegowina mit eingeworfenen Fenstern
von

Bosnien-Herzegowina ist Schauplatz umfassender politischer Unruhen. Die von der Stadt Tuzla ausgehenden Demonstrationen gegen Korruption, Jugendarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit weiten sich schnell auf weite Teile des Landes aus. Mirela Gruenther-Đečević erläutert im Interview die Hintergründe der Entwicklung.

Schriftzug "NEWBORN"
von

Eine Podiumsdiskussion über die aktuellen serbisch-kosovarischen Beziehungen und die Umsetzung des „Brüsseler Abkommens“ zwischen Belgrad und Priština.

von
Am Dienstag den 11. Juni 2013 demonstrierten etwa 10.000 Menschen vor dem Parlament in Sarajevo. Grund für den Protest: Die Parteien im Parlament einigen sich seit Monaten nicht auf eine neues Gesetz zur Personenregisternummer. Für die Betroffenen ein echtes Problem.
von
Das Parlament in Bosnien-Herzegowina kann sich nicht auf ein Gesetz zur Personenregisternummer einigen. Ein schwerkrankes Baby darf deshalb nicht zur Behandlung ins Ausland reisen. Die Bürger sind entsetzt. Sie starten die Kampagne #JMBG, die in kurzer Zeit zur vermutlich bedeutendsten und sichtbarsten Bürger/innen-Aktion in diesem Teil Europas wird.
Prishtina
von
In der 2006 verabschiedeten Verfassung von Serbien ist der Kosovo, der 16 Monate später seine Unabhängigkeit erklärte, als unverzichtbarer Teil der Republik Serbien festgeschrieben. Das setzt das Land in einen prinzipiellen Widerspruch zur Position der USA wie auch der meisten Mitgliedstaaten der EU.
Ausschreitungen in Serbien gegen die Gay Pride Parade 2010
von
Zwei Tage vor der diesjährigen Gay-Pride in Belgrad entschied sich der serbische Innenminister für ein Verbot der Parade und aller angekündigten Gegenveranstaltungen. Bereits im Vorfeld fand eine Serie politischer Auseinandersetzungen statt.
Bundeskanzlerin Angela Merke
von
Bei ihrem Besuch in Serbien forderte Angela Merkel direkte Gespräche mit dem Kosovo. Präsident Boris Tadić lehnte das ab und räumte nach Merkels Abreise ein, dass Serbien wohl in diesem Jahr kein EU-Beitrittskandidat mehr wird. Dafür werden nach den kürzlichen Auslieferungen mutmaßlicher Kriegsverbrecher weitere Schritte erwartet.
von
Die jüngste Eskalation wechselseitiger Blockaden im Dauerkonflikt zwischen Belgrad und Prishtina ist nicht nur gelebte Unfähigkeit zur Verständigung, sondern auch und vor allem eine Folge der notorischen Uneinigkeit der Europäischen Union. 
von

Nach 16 Jahren Flucht wurde der ehemalige bosnisch-serbische General Ratko Mladić verhaftet. „Serbien ist damit seiner moralischen Verantwortung gerecht geworden,“ sagt Präsident Boris Tadić. Die Verkündung, diese Pflicht erfüllt zu haben ist zugleich der Versuch, daraus Kapital zu schlagen.

Fest zum Tag der Unabhängigkeit
von
Vor knapp zwei Jahren, im Februar 2008, erklärte sich das Kosovo unabhängig. Am 12. Dezember fanden nun vorgezogene Parlamentswahlen statt, die ersten in eigener Regie des jungen Staates. Der Jour Fixe am 7. Dezember befasste sich mit den aktuellen Problemen des jungen Staates. Ein Bericht von
von
Der Sieger der Wahlen vom vergangenen Samstag, Albin Kurti, blickt auf eine lange Konfliktgeschichte mit der internationalen Gemeinschaft zurück. Was bedeutet dieses Ergebnis für den Kosovo und die internationale Gemeinschaft? Und welche Rolle spielen die neuen politischen Kräfte im Kosovo? Eine Analyse
Gebäude mit Baugerüst
von
Bei den Wahlen in Bosnien-Herzegowina konnten alle relevanten politischen Optionen triumphieren. Keine der wichtigen Parteien wurde mit einem großen Verlust an Wählerstimmen abgestraft, auch wenn sie in den vergangenen vier Jahren Teil der erfolglosen Regierung waren. Eine Analyse.
von
Die Wahlen in Bosnien-Herzegowina haben den Wunsch der Menschen nach Veränderung deutlich gemacht. Nach der höchsten Wahlbeteiligung in den letzten zehn Jahren und einem Sieg für die Sozialdemokraten steht nun die Regierungsbildung an.
Gebäude des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag
von
Die Unabhängigkeit des Kosovos hat nicht nur Einfluss auf das Gefüge auf dem Balkan, sondern auch die für die Erweiterungpläne der EU, die sich mit einem fragilen Südosteuropa auseinandersetzen muss.
Offizielle Flagge der unabhängigen Republik Kosovo
von

Der Internationale Gerichtshof hat die serbische Position zur Rechtswidrigkeit der einseitigen Unabhängigkeitserklärung des Kosovo nicht bestätigt. Für die serbische Regierung ist die Entscheidung ein Desaster.

von

Bosnien-Herzegowina befindet sich in einer tiefen politischen Krise. Beherrscht wird das Land von Nationalismus und Quertreiberei. Nun haben EU und USA die wichtigsten politischen Köpfe des Landes zu Gesprächen über eine Reform der Verfassung geladen – mit ungewissem Ausgang.

von

Miroslav Lajčák ist kurzfristig von seinem Amt als Hoher Repräsentant in Bosnien-Herzegowina zurückgetreten. Wird die Internationale Gemeinschaft ihre Bosnien-Herzegowina-Politik nun neu definieren, eine Lösung für die Zukunft finden? Oder läuft alles auf einen schleichenden Rückzug hinaus - der große Gefahren mit sich bringen kann?

Aufarbeitung

Podiumsdiskussion während der Veranstaltung "Erwartung_Nada" am 13.07.2013
von

Srebrenica ist zu einem Synonym für den Bosnienkrieg und den Massenmord geworden. Mit dem musiktheatralischen Projekt "Erwartung_Nada" erinnerten deutsche und bosnisch-herzegowinische Künstler/innen an die Opfer des Verbrechens.

von

Der vom UN-Tribunal in Den Haag gesuchte mutmaßliche Kriegsverbrecher Goran Hadžić wurde vergangenen Mittwoch von Serbien verhaftet. Zum Verhängnis wurde ihm das gestohlene Gemälde "Portrait eines Mannes" des italienischen Malers Modigliani.

Ortsschild mit einem Zettel, Aufschrift "Ratko - Held"
von
Mit der Festnahme des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ratko Mladić will Serbien seine Vergangenheit hinter sich lassen und die Tür zum EU-Beitritt öffnen. Doch die aktuelle Politik des Staates und der Umgang mit der eigenen Geschichte ist immer noch von alten Werten geprägt.
Leuchtschild mit der Aufschrift "ON AIR"
von
Die Radiosendung "Pešcanik" war das Sprachrohr vieler Menschen. Eine Sendung die auch kritisch über Serbien, die Politik und die Gesellschaft sprach. Sie war aber auch Sprachrohr für all diejenigen, die Kritik und Ausseinandersetzung mit der Politik als allgemeinen Standart fordern.
Frisch ausgehobene Gräber
von

15 Jahre nach dem Völkermord in Srebrenica, bei dem fast 10.000 Menschen ermordet wurden, finden nun 775 neu identifizierte Opfer ihre letzte Ruhe in der Gedenkstätte in Potočari. Trotz positiver Entwicklungen in der letzten Zeit, ist die Aufarbeitung des Genozids in vielerlei Hinsicht noch schwer.

Ein Stapel alter Bücher
Bei Peter Handkes Texten zum ehemaligen Jugoslawien wird meistens eine Differenzierung zwischen literarischem Text und politischem Urteil angenommen. Der Germanist Jürgen Brokoff zeigt in seiner Analyse warum dem nicht so ist und wirft Handke vor, die Opfer des Bosnien-Krieges zu verhöhnen.

Demokratie und Bürgerrechte

Protiv
von

Am 1. Dezember 2013 sollte das kroatische Volk in einem Referendum über das Verbot der Homo-Ehe abstimmen. Der Volksentscheid macht den Anschein einer letzen Verteidigungslinie für die Rettung einer offenen, oder zumindest einer etwas offeneren Gesellschaft.

Der Anne-Klein-Frauenpreis 2013 ging an Lepa Mlađenović, feministische Aktivistin und Intellektuelle aus Serbien. Der Preis wurde am 1. März 2013 in Berlin überreicht. Hier finden sie eine Dokumentation der Preisverleihung sowie mehr Material zur Preisträgerin und zur Arbeit der Stiftung zu Frauen- und LGTBI-Rechten auf dem Balkan.

Schal mit der Aufschrift "Srebrenica"
von
Die Kommunalwahlen in Bosnien-Herzegowina am 07. Oktober sind vor allem durch Rückwärtsgewandtheit gekennzeichnet: durch einen entpolitisierten Wahlkampf, in dem der Genozid in Srebrenica geleugnet wurde und ein Wahlergebnis, welches an die 90er Jahre erinnert.
Wahlkampfplakat Tomislav Nikolić
von
Serbien hat einen neuen Präsidenten. Der Parteivorsizende der Serbischen Fortschrittspartei, Tomislav Nikolić. Eine Reihe prominenter Personen hatte im Vorfeld der Wahlen zur Abgabe leerer Stimmzettel aufgerufen. Die Wahl gewonnen haben nun aber ausgerechnet die Vertreter der alten Verhältnisse.
Gebäude des kroatischen Parlaments
von
Die Entscheidung für einen EU-Beitritt bedeutet in Kroatien eine Absage an Nationalismus und Vetternwirtschaft. Mit der politischen und wirtschaftlichen Krise der EU steht diese Entscheidung auch bei Befürwortern einer offenen Gesellschaft immer mehr in Frage.
Sarajevo Queer Festival
von
Bosnien und Herzegowina ist reich an Konflikten: Diskriminierung aufgrund von Ethnizität und Religion sowie Probleme im Zusammenhang mit Armut und sozialer Ungleichheit. Die Probleme und Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans haben in diesem komplizierten politischen System keinen Platz. Das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Sarajevo will diese gesellschaftliche Minderheit sichtbar machen.
 Jovan Divjak
von
Seit Anfang März ein Ex-General der Armee Bosnien-Herzegowinas wegen eines serbischen Haftbefehls in Wien festgenommen wurde, gibt es Proteste in Sarajevo. Dass der Fall politisch motiviert ist, steht auch für viele Beobachter außer Frage.
Zagreb Pride 2010
von
Menschen mit queerer Identität haben es in Bosnien und Herzegowina sehr schwer. In Sarajevo veranstaltete die Heinrich-Böll-Stiftung eine Filmvorführung und Podiumsdiskussion, um über die Zukunft des LGBT-Aktivismus zu debattieren.
Priester mit Kreuz - mitten im homophoben Mob
von
 Bei den homophoben Ausschreitungen gegen die Gay Pride wurden auch Parteibüros, Fernsehsender und Nichtregierungorganisationen angegriffen, die als EU-nah wahrgenommen werden. Die stundenlangen Krawalle vom Sonntag zeigen vor allem eines: die Spaltung der serbischen Gesellschaft und die Missachtung der Rechte von Minderheiten.
Die wöchentliche Radiosendung "Peščanik" verdiente sich weit über die Grenzen Serbiens hinaus seine Reputation, indem es die serbischen Regierungen und Eliten einer präzisen und beständigen Kritik unterzog. Prominente Personen nehmen Stellung zur Sendung und zur Situation in Serbien.

Publikationen

Cover: Deutschlands außen- und sicherheitspolitische Verweigerung

Die Mischung aus wirtschafts- und europapolitischer Dominanz einerseits und der Zurückweisung von Führung und internationaler Verantwortung andererseits hat zu großen Irritationen bei Deutschlands europäischen und transatlantischen Partnern geführt. Steckt dahinter eine "Normalisierung" deutscher Außenpolitik? Oder haben wir es mit einer Periode außen- und sicherheitspolitischer Desorientierung zu tun?

cover import export demokratie

Schriften zur Demokratie 14: Mit der Finanz- und Klimakrise ist die freiheitliche Marktwirtschaft in Misskredit geraten, sie wird vor allem mit Verantwortungslosigkeit und Zockermentalität gleichgesetzt. Wie kann gleichzeitig die Demokratiedistanz in Ost und West zunehmen? Braucht die Freiheit zu ihrem eigenen Schutz mehr Freiheit, oder sind gerade die Missbräuche der Freiheit eine Gefahr für sie?

cover acteurs without society
Mit dieser Studie unternimmt erstmals ein zentraler Akteur aus der Region den Versuch eines analytischen Rückblicks auf zwei Jahrzehnte zivilgesellschaftlicher Entwicklung auf dem westlichen Balkan. 

Englischsprachige Publikationen

The first issue of Perspectives Southeastern Europe is about young adults in the Balkans. It is about young people with a specific kind of transition to adulthood who want to overcome the tradition of patriarchy and discrimination and who are striving for a more democratic culture.

Demokratie gestalten

Demokratie ist sowohl die liberale politische Ordnung als auch eine Utopie und ein weitreichendes Versprechen. Unsere Projekte werben für demokratische Verhältnisse und haben die Aufgabe, Demokratie lebendig zu halten und weiterzuentwickeln – in der Gesellschaft, in Parteien und Institutionen. Hierzu gehören auch Konzepte für gute Migrationspolitik und gerechte Verhältnisse zwischen den Geschlechtern.

International arbeitet die Heinrich-Böll-Stiftung in vielen Krisenregionen, die von Gewalt und Staatszerfall geprägt sind. In dem Zusammenhang fördern wir Programme zur Konfliktbearbeitung, zur Versöhnung und zum Wiederaufbau demokratischer Institutionen.

Fachkommission

Notunterkunft in Mainz, aufgenommen September 2015

Die Kommission zu Flüchtlings- und Einwanderungspolitik der Heinrich-Böll-Stiftung wird in den kommenden zwei Jahren die Herausforderungen auf dem weiten Feld von Flucht und Arbeitsmigration beleuchten.

Initiative

Ohne Wahlen ist Demokratie nicht denkbar, doch immer weniger Bürger/innen gehen noch zur Wahl. Die politischen Stiftungen haben sich zusammengeschlossen, um den Ursachen und Folgen dieser Entwicklung nachzugehen.

Veranstaltungen

Sep 12
Meine Werte, deine Werte. Unsere Werte.
Berlin
Sep 13Sep 14
Gesellschaftlicher Wandel und Schulentwicklung
Berlin
Sep 14
Literaturen der Welt
Berlin