Unverzichtbar!

70 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention

Anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) scheint es wichtiger denn je, die unverzichtbare Bedeutung der Konvention für den Flüchtlingsschutz wieder ins Bewusstsein der Politiker*innen und einer breiteren Öffentlichkeit zu rücken.

Angesichts veränderter globaler Migrationsmuster und steigender Flüchtlingszahlen wird ihre Relevanz oft in Frage gestellt. An den Außengrenzen Europas, der Vereinigten Staaten und Australiens wird sie durch Push-Backs eklatant verletzt. Doch solange Menschen auf dieser Welt verfolgt werden, kann auf die Genfer Flüchtlingskonvention nicht verzichtet werden.

In 11 kurzen Statements und Lesungen bekennen sich Personen aus unterschiedlichsten Kontexten - Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Flüchtlinge und Aktivist*innen - zu den Grundprinzipien der Konvention. Wir hoffen, dass ihre Aussagen ein großes Publikum erreichen und der schleichenden Aushöhlung wirksam entgegentreten.

Video-Statements

Die Konvention und mit ihr der Flüchtlingsschutz sind unverzichtbar, nach 70 Jahren genauso wie in den kommenden Jahrzehnten. Im Unverzichtbar Video dazu einige wichtige Aussagen.

Abubakaer Adam Ibrahim spricht über Fatima Muhammad, die von Boko Haram in Kamerun entführt wurde. Die Genfer Konvention war ausschlaggebend dafür, dass sie als Flüchtling und Überlebende in Nigeria die Hoffnung nicht verlor.

Vincent Cochetel bezeichnet die Genfer Flüchtlingskonvention als Leuchtturm, als wichtigstes Rechtsinstrument, das den Flüchtlingen, die in ihren Herkunftsländern keinen Schutz genießen, Rechte gewährt.

Prof. Dr. Ulrike Krause beleuchtet die Entstehungsgeschichte der Genfer Flüchtlingskonvention und ihre Ergänzung von 1967 - das Protokoll - das einen globalen Handlungsspielraum ermöglichte. Sie unterstreicht die Bedeutung der Verantwortung der Aufnahmestaaten.

Maryam Moghaddam liest Artikel 33 "Verbot der Ausweisung und Rückführung (Refoulement)" - eine Schlüsselpassage der Genfer Flüchtlingskonvention.

Abdul Aziz Muhammat musste aus Darfur fliehen und wurde nach einem brutalen Zurückdrängen an der australischen Küste 6 ½ Jahre lang inhaftiert. Er ermutigt zum Handeln, indem er sagt: "Keine Haftanstalten und keine Lager!"

Nusrat Imrose Tisha verliest Artikel 22 der Genfer Flüchtlingskonvention, der gleiche Rechte für Flüchtlinge in ihren Aufnahmeländern fordert, z.B. die Gewährung von Bildung.

Zehida Bihorac lebt als Lehrerin direkt an der EU-Grenze - zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien. Sie erklärt, wie die von den internationalen Medien unterbelichtete Situation sie zur Aktivistin gemacht hat.

Wolfgang Kaleck denkt über die vielfältigen Krisen nach, die die Flüchtlings- und Migrantenströme auslösen, und fordert globales Handeln.

Gado bringt seine Ansichten zur europäischen Flüchtlingspolitik in vier unglaublichen Zeichnungen zum Ausdruck, die für sich selbst sprechen.

Dr. Ali Nobil Ahmad bringt seine Überzeugung zum Ausdruck, dass die Ratifizierung der Genfer Flüchtlingskonvention durch die meisten Staaten Südasiens, die dies bis heute versäumt haben, ein entscheidender Schritt wäre, um die anhaltende Diskriminierung von Flüchtlingen in der Region zu beenden.

Elise Caluwaerts liest Artikel 1 der Genfer Konvention, der klar definiert, wer ein Flüchtling ist.

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