D wie Drastik: Was Übertreibung und das Krasse über die Gesellschaft sagen - mit Martin Saar

D wie Drastik: Was Übertreibung und das Krasse über die Gesellschaft sagen - mit Martin Saar

Vortrag

Drastische Bilder wirken wie eine Adrenalin-Injektion direkt ins Herz. Sie können als erster Schritt zu einer politischen Reaktion verstanden werden. Martin Saar, Professor für Politische Theorie, und Peter Siller von der Heinrich-Böll-Stiftung analysieren die Politik der Drastik.

Vom Kino auf die Straße: Teilnehmer eines Zombie-Walks in Paris — Bildnachweise

Warum Drastik? Was versprechen wir uns vom Blick auf das Krasse und Furchtbare? Welche Wirkungen werden damit erzielt? In dieser Ausgabe der Zeit-Diagnosen ging es um die Suche nach zwei Antworten: Drastische Kunst, so lautet die erste, wirkt wie eine Adrenalin-Injektion direkt ins Herz, sie verdichtet das Erleben. Drastik erzeugt einen Zustand extremer Wachheit, in dem wir den Zustand der Welt klar und scharf sehen. Es gibt keinen besseren Ausgangspunkt für eine kritische Analyse der Gegenwart. Die zweite Antwort geht davon aus, dass uns Drastik in Gesellschaft und Kunst nicht durch die Übertreibung schreckt, sondern durch ihre Realität.

Wir können drastische Bilder als ersten Schritt zu einer politischen Reaktion verstehen, müssen aber zugleich aufpassen, dass sie nicht reaktionär wird. Martin Saar, Professor für Politische Theorie an der Universität Leipzig, und Peter Siller von der Heinrich-Böll-Stiftung analysierten am 12. Mai 2014 die Politik der Drastik.

In der Reihe „Auf der Höhe – Diagnosen zur Zeit“ befragt die Grüne Akademie Intellektuelle zu zentralen gesellschafts- und kulturdiagnostischen Stichworten unserer Zeit, um aus verschiedenen disziplinären Richtungen interessante Perspektiven auf unsere Gegenwart zu eröffnen.

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