Gentrifizierung: Über die Polarisierung unserer Städte

Gentrifizierung: Über die Polarisierung unserer Städte

Dieses Street-Art-Gemälde an der Cuvry-Brache in Kreuzberg hat der Künstler Blu im Dezember 2014 aus Protest gegen den Ausverkauf Berlins schwarz übermalen lassen. Urheber/in: carnagenyc. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Als die Berliner am 25. Mai 2014 gegen die Bebauung des Tempelhofer Feldes stimmten, ging es um mehr als um den Erhalt der dreihundertfünfundfünfzig Hektar großen Freifläche und ein Misstrauensvotum gegen das System Klaus Wowereit. Es ging auch und vor allem um ein Phänomen, dass in der soziologischen Literatur seit den 1960er Jahren als Gentrifizierung diskutiert wird.

Ursprünglich beschrieb der Begriff den Zuzug von Mittelschichtfamilien in traditionelle Arbeiterbezirke, doch in den letzten Jahren ist er mehr und mehr zu einer Universalmetapher kollektiver Abstiegsängste geworden. Der Stadtsoziologe Martin Kronauer hat am 23.2.2015 die Konflikte um die Stadt im 21. Jahrhundert analysiert.

Martin Kronauer ist Inhaber des Lehrstuhls Strukturwandel und Wohlfahrtsstaat in internationaler Perspektive an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. 2013 erschien im Campusverlag sein Buch „Polarisierte Städte. Soziale Ungleichheit als Herausforderung für die Stadtpolitik“.

In der Reihe „Auf der Höhe – Diagnosen zur Zeit“ befragt die Grüne Akademie Intellektuelle zu zentralen gesellschafts- und kulturdiagnostischen Stichworten unserer Zeit, um aus verschiedenen disziplinären Richtungen interessante Perspektiven auf unsere Gegenwart zu eröffnen - von A wie Authentizität über D wie Drastik, J wie Jugend, ewige bis R wie Retro und Z wie Zombie.

 

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