Was ist die grüne Erzählung? – Grüne Ideengeschichten

Was ist die grüne Erzählung? – Grüne Ideengeschichten

Veranstaltungsbericht

Auf welche Ideengeschichten bezieht sich grüne Politik in einer Zeit, in der die offene Gesellschaft unter Druck geraten ist? Diese Frage stand im Zentrum der Konferenz „Was ist die grüne Erzählung? – Grüne Ideengeschichten“ am 28. und 29. September 2018. Ein Gedanke zog sich dabei durch die Podien und Workshops die Verbindung linker und liberaler Traditionen im Spektrum der grünen Ideen.

Freiheit und Gerechtigkeit müssten immer zusammengedacht werden, auch und gerade mit Blick auf die ökologischen Herausforderungen, argumentierte etwa Peter Siller, Leiter der Inlandsabteilung der Heinrich-Böll-Stiftung. Im anschließenden Gespräch mit dem Schriftsteller Durs Grünbein sprach sich der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck für eine linksliberale Verortung grüner Politik aus. In den folgenden Debatten wurden mit Attributen wie „emanzipatorisch“, „progressiv“ oder auch „konservativ“ weitere Bezugspunkte hergestellt.

Eine zweite zentrale Frage war die nach einer republikanischen Erzählung in einer Zeit, in der es von rechts eine aggressive Abwendung von demokratischen und staatlichen Institutionen gibt. Einer aus dem Protest geborenen grünen Strömung war die Verteidigung republikanischer Ideale und grundlegender demokratischer Institutionen keineswegs in die Wiege gelegt. Wie lassen sich soziale und demokratische Teilhabe und Inklusion gegen die Tendenz der gesellschaftlichen Spaltung stärken? In diesem Zusammenhang stand die Bedeutung öffentlicher Institutionen und Infrastrukturen im Vordergrund, die immer auch gesellschaftliche Einmischung erfordern. Dabei ging es unter anderem um die Erneuerung der öffentlichen Räume und Netze, also der Orte, an denen Gesellschaft heute zusammenkommt. Neben Bildung, Kultur und Mobilität wurde hier auch Arbeit als entscheidender Raum einer integrativen Gesellschaft deutlich.

Die ideengeschichtlichen Verortungen der Konferenz eröffneten zugleich wichtige Perspektiven auf Ökologie und Nachhaltigkeit. Während – wenig überraschend – außer Frage stand, dass zur „grünen“ DNA eine ökologische Orientierung gehört, wurden unterschiedliche politische Ideen einer ökologischen Politik diskutiert. Eine wichtige Frage war, ob und wie sich politische Mehrheiten für das ökologische Projekt erringen lassen. Unterschiedliche Positionen gab es hinsichtlich der Frage, inwieweit ökologische Politik in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels radikaler werden müsse und wie es gelingen kann, möglichst viele Menschen für die ökologisch-soziale und ökologisch-ökonomische Transformation zu gewinnen. Kontrovers diskutiert wurden in diesem Zusammenhang auch die „Veränderungsgeschwindigkeit“ einer grünen Erzählung ebenso wie die Frage geeigneter Bündnisse und Allianzen.

» Den vollständigen Bericht können Sie hier lesen
 


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