Baustelle: Alternde Gesellschaft

In Deutschland werden immer mehr Menschen immer älter. Das hat Auswirkungen auf die Gesellschaft insgesamt, auf Wirtschaft, Wohlstand und Zusammenhalt. Zudem stellen sich für die individuelle Lebenssituation der Seniorinnen und Senioren zahlreiche Herausforderungen: Immer wichtiger werden Fragen von barrierefreier Mobilität, der Wohnsituation, dem Zugang zu medizinischer Versorgung oder kultursensibler Pflege. Auch soziale und familiäre Netzwerke und Möglichkeiten zu gesellschaftlichen Aktivitäten für nehmen eine bedeutende Stellung ein.

Arbeitsergebnisse und Eindrücke von der Konferenz

Drei Podien, fünf Foren, spannende Vorträge sowie lebhafte Diskussionen: 170 Teilnehmende haben sich auf der Konferenz „Baustelle: Alternde Gesellschaft“ ausgetauscht und konnten neues Wissen in unterschiedlichsten Bereichen der alternden Gesellschaft sammeln.

Hier sind die Inhalte der Konferenz auch im Nachgang verfügbar und jederzeit für Sie abrufbar, denn eins ist sicher: Die Alterung unserer Gesellschaft wird uns in den nächsten Jahrzehnten noch weiter beschäftigen und vor immer neue Herausforderungen stellen.

Videos

Es gilt, soziale Absicherung und Ausgleich zu erhalten und die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen auch in Zukunft zu sichern. Es gilt, Investitionen für eine altersgerechte Gesellschaft zu tätigen und auch Investitionen, die die ökologische und digitale Transformation vorantreiben.
Jan Philipp Albrecht

Fotogalerien

Frank Nullmeier

Visuelle Eindrücke von den Panels und Foren, dem Markt der Möglichkeiten, sowie von weiteren Highlights des Konferenztages sind in unserer Bildergalerie festgehalten.

Foto-Aktion

Wir luden einige Teilnehmende ein, an unserer Fotoaktion teilzunehmen, bei der sie ihrer eigenen Botschaft Ausdruck verleihen konnten. Wir stellten ihnen die Frage: Wofür möchten Sie grünes Licht in der alternden Gesellschaft geben?

Redner:innen

Organisationen und Projekte auf dem Markt der Möglichkeiten

Der DigitalPakt Alter ist eine Initiative zur Stärkung von gesellschaftlicher Teilhabe und Engagement Älterer in einer digitalisierten Welt. Der DigitalPakt Alter ist als längerfristige Initiative angelegt. Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen sollen vielfältige Maßnahmen zur Stärkung der digitalen Teilhabe kooperativ und sektorenübergreifend vorangetrieben werden. Der Blick richtet sich hierbei auf ein selbstbestimmtes und selbstständiges Leben im Alter und umfasst die Handlungsfelder, die im Achten Altersbericht als Lebenswelten bezeichnet werden: Wohnen, Mobilität, soziale Teilhabe, Gesundheit und Pflege sowie Quartier und Nachbarschaft.

Wir wünschen uns grünes Licht für niedrigschwellige Lern- und Schnupperangebote zum digitalen Kompetenzerwerb an jedem Ort in der alternden Gesellschaft.

KULTURISTENHOCH2 (KH2) schenkt Alt und Jung Lebensfreude und einzigartige Begegnungen mit Hilfe der verbindenden Kraft von Kunst und Kultur. Die Initiative wurde 2016 in Hamburg gegründet und richtet sich insbesondere an einkommensschwache SeniorInnen in Deutschlands Metropolen und an SchülerInnen der Oberstufe, die sich im frühen Ehrenamt engagieren wollen.

KH2 ist ein Begegnungs- und Begleitformat, dass mit seinem sozio-kulturellen und generationen-übergreifenden Ansatz gegen Einsamkeit und Isolation im Alter wirkt. Das Angebot von KH2 und den PLUS-Projekten, die in der Corona-Pandemie entstanden sind, verbindet ältere Menschen u.a. über kostenlose Kulturbesuche mit Jugendlichen aus ihrer Nachbarschaft, die sich über unsere Kooperationsschulen engagieren. KH2-TeilnehmerInnen zwischen 16 und 96 Jahren lassen sich bei den Begegnungen auf einen Perspektivwechsel ein, entwickeln gegenseitiges Verständnis und erleben Austausch auf Augenhöhe. So wird der gesellschaftliche Zusammenhalt nachhaltig gestärkt.

Wir wünschen uns grünes Licht für ein solidarisches Miteinander und inklusive Gestaltungsangebote in der alternden Gesellschaft.

Der Verein queerAltern realisiert in Zürich zusammen mit den städtischen Institutionen «Stiftung Alterswohnungen» und den Gesundheitszentren für das Alter das schweizweit erste Wohnprojekt für queere, alte Menschen: 2026 werden 26 kostengünstige Kleinwohnungen sowie 3 Pflegewohngruppen bezugsbereit sein. Der Verein (über 400 Mitglieder) engagiert sich zudem für Sichtbarkeit und Anerkennung alter queerer Menschen, für eine sich gegenseitig stärkende Caring Community sowie in Generationenarbeit.

Wir wünschen uns grünes Licht für die Erkenntnis, dass vielfältigste Lebensentwürfe, auch queere, bereichernd und offen lebbar sind in der alternden Gesellschaft.

Radeln ohne Alter setzt sich für die Teilhabe von Menschen mit eingeschränkter Mobilität am gesellschaftlichen Leben und gegen die Vereinsamung und soziale Isolation älterer Mitmenschen ein. Die Initiative Radeln ohne Alter ist davon überzeugt, dass das Leben auch im hohen Alter noch voller Freude sein kann und soll und unternimmt daher ehrenamtlich Rikschafahrten mit Senior*innen, die zu Hause oder in Senioren- und Pflegeeinrichtungen leben. Deutschlandweit gibt es mittlerweile über 80 Radeln ohne Alter Standorte. Seit 2019 unterstützt der Dachverband Radeln ohne Alter Deutschland e.V. interessierte Einzelpersonen, Kommunen, Senioreneinrichtungen oder Vereine seinen eigenen Radeln ohne Alter Standort zu gründen. Dafür braucht es keinen fertigen Plan. Nicht jeder muss das Rad neu erfinden. Dafür wurde ein Radeln ohne Alter Handwerkszeug erstellt.

Wir wünschen uns grünes Licht für mehr Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe in der alternden Gesellschaft.

RuT- Rad und Tat Berlin gGmbH baut in Sichtweite zum Alexanderplatz Europas erstes intergeneratives und inklusives Zentrum für lesbische und queere Frauen. 72 Wohnungen zur Miete werden auf sieben Stockwerken gebaut, davon 50% geförderte und fünf rollstuhlgerechte Wohnungen. In das Haus ist eine Pflege-Wohngemeinschaft mit 8 Plätzen für Frauen mit einem Pflegegrad integriert. 

Das Konzept basiert auf über 30jähriger sozialpädagogischer, beratender und soziokultureller Arbeit des Vereins RuT mit älteren Lesben und Lesben mit Behinderung. Diese Gruppe ist in hohem Maße von Isolation und (Mehrfach)Diskriminierung betroffen. Mangelnde Sichtbarkeit führt dazu, dass Lesben nicht als Zielgruppe mit eigenen Bedürfnissen benannt oder wahrgenommen werden. In Diskussionen um Senior*innenarbeit ebenso wie in den bestehenden Einrichtungen für Senior*innen wird in der Regel nicht auf lesbische Frauen eingegangen. Gleiches gilt für die Behindertenhilfe. Ältere lesbische Frauen werden auch hier als Gruppe übersehen.

Im Unterschied zu schwulen Männern haben lesbische Frauen fast keine Lobby oder öffentlichen Fürsprecher*innen. Hier kommt die strukturelle Benachteiligung von Frauen zum Tragen. Selbstbestimmtes und diskriminierungsfreies Zusammenleben, Teilhabe und ein erfülltes Leben sollen für Lesben im Alter in einem übergreifenden Zentrum möglich sein, das Wohnen, Pflege, Beratung, gesundheitspräventive Angebote und kulturelle Veranstaltungen verbindet. Idee des Projektes ist es, einen inklusiven Ort zu schaffen, an dem frauenliebende Frauen in einer solidarischen Frauen-/Lesbengemeinschaft wohnen und leben können und bis an ihr Lebensende selbstbestimmt und so selbstständig wie möglich bleiben können.

Wir wünschen uns grünes Licht für Lesben in der alternden Gesellschaft.

Wir sind da, wenn ihr Hilfe braucht. Wir bieten Unterstützung bei vielen Fragen die das Leben als schwuler oder bisexueller Mann, lesbische Frau, trans- oder intergeschlechtlicher Mensch mit sich bringt. Wir helfen u.a. bei Fragen zur Gesundheit, Hilfe im Alltag, Drogen und Alkohol, Alter, Identität und Coming Out, Sozialrecht oder Anti-Diskriminierung. Wir beraten in unterschiedlichen Sprachen.

Wir wünschen uns grünes Licht für vielfältige Wohnprojekte für queere Menschen in der alternden Gesellschaft.

Wir sind der erste Pflegedienst, der sich auf die Pflege und Betreuung auf Bauernhöfen spezialisiert hat. Durch eine Kooperation mit anderen landwirtschaftlichen Betrieben entstehen weitere Pflegebauernhöfe, bundesweit. Zukunft Pflegebauernhof unterstützt aktuell 12 Höfe bei der Entwicklung zum Pflegebauernhof. Aus zwei Branchen, die neue Wege gehen müssen, entsteht unsere Innovation.

Wir wünschen uns grünes Licht für die Kooperation zwischen weißen und grünen Berufen in der alternden Gesellschaft.

Aus dem Sozialatlas

Sozailatlas Cover

Sozialatlas 2022

Atlas

Der Sozialatlas 2022 bringt Übersicht in die Komplexität des Sozialsystems, zeigt seine Grundlagen und Perspektiven. So wird sichtbar, dass der soziale Zusammenhalt auf einer Kooperation von Gesellschaft, Staat und Wirtschaft beruht – und seine Zukunft nur gemeinsam gestaltet werden kann.

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Podcast

Sabine Sachweh – Digitale Kompetenzen und Teilhabe älterer Menschen

Damit alle Menschen von den technologischen Entwicklungen profitieren können, müssen sie diese aber auch verstehen und mitgestalten können. Was heißt es eigentlich sich souverän in der digitalen Welt zu bewegen? Welche Kompetenzen sind dafür erforderlich?