Spiel mit dem Feuer: USA und Iran vor einem Krieg?

Spiel mit dem Feuer

USA und Iran vor einem Krieg?

Iran und die USA befinden sich in einer Eskalationsspirale. In diesem Dossier berichten unsere Büroleitungen aus den Hot-Spots des Konfliktes.

Russland und Iran: Außenpolitik als Balanceakt

Kommentar

Russlands Politik im Mittleren Osten ist rigoros interessengeleitet: Die Rolle der Großmacht soll ausgefüllt, die Region stabilisiert und jedes Risiko möglichst eingedämmt werden. Das bietet Chancen.

Von Johannes Voswinkel

Zu diesem Dossier

Mit welchen Angeboten könnte die EU das Atomabkommen noch retten? Wie schaut Israel auf den Konflikt? Wer würde regional und wer international von einer Eskalation profitieren. Hat Trump hieran wirklich ein Interesse? Wie werden die Entwicklungen in Teheran wahrgenommen? Omid Nouripour, Bundestagsabgeordneter und Sprecher für Außenpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, war erst kürzlich auf einer Reise vor Ort. Sein Beitrag zeichnet ein Stimmungsbild aus der Islamischen Republik und erklärt, wie Europa die Krise noch beruhigen kann. Ausführliche Hintergründe zu dem Konflikt, dem Atomabkommen sowie den Reaktionen aller Seiten finden Sie in unserem monatlichen Iran-Report von Bahman Nirumand.

Iran-Report 07/2019

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Der Abschuss einer US-Drohne durch Iran bildete den vorläufigen Höhepunkt einer permanent eskalierenden Auseinandersetzung zwischen Teheran und Washington. Dieser Report berichtet ausführlich und schwerpunktmäßig über die neusten Entwicklungen in der Krise.

Die Logik aus Eskalation und Gegeneskalation kann eine Eigendynamik bis hin zum Krieg entwickeln.

Die Golfkrise im Libanon: Kopf im Sand

Kommentar

Der ganze Nahe Osten und die Golfregion schaut derzeit nach Iran. Nur im Libanon scheint man sich nicht für den Konflikt zu interessieren.

Von Joachim Paul

Die Nerven liegen blank

Analyse

Der eskalierende Atomkonflikt zwischen dem Iran und den USA verschärft die Lebensumstände der Bevölkerung. Besonders der Aufbruch der Mittelschicht ist bedroht.

Von Omid Nouripour

Hintergrund


Seit dem Abschuss einer US-Drohne durch den Iran Ende Juni, ist die Kriegsgefahr real. Offenbar standen die USA als Reaktion auf den Drohnenabschuss kurz vor einem direkten Militärschlag gegen Iran. Eine direkte militärische Konfrontation würde jedoch nicht nur die Islamische Republik betreffen, sondern die zahlreichen, schon jetzt virulenten Konflikte in der ganzen Region ausweiten und drastisch verschärfen - mit unabsehbaren humanitären und politischen Folgen.

Im Mai 2018 kündigte Donald Trump das Atomabkommen einseitig auf. Seither verschärfen sich die Drohgebärden auf beiden Seiten. Die USA haben gegen Iran ein umfassendes, äußerst wirkungsvolles Sanktionsregime verhängt. Ziel ist es, Iran zu neuen Verhandlungen über ein umfassenderes Abkommen als jenes von 2015 zu bewegen.

Die Folgen für die iranische Wirtschaft sind verheerend – Medikamente und Lebensmittel werden knapp. Der IWF hält eine Inflation von 40 Prozent in diesem Jahr für möglich. Die iranische Führung reagiert auf den Druck ihrerseits mit Drohungen gegen die USA und ihre Verbündeten.

Die Zukunft des Atomabkommens, das Iran den Weg zur nuklearen Bewaffnung versperren soll, ist ungewiss. Iran sieht sich um den Nutzen aus dem Deal betrogen und stellte ein Ultimatum: "Bis jetzt haben unsere Vertragspartner unsere Erwartungen nicht erfüllt," sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi. "Falls bis zum Fristende nichts passiert, werden wir die nächste Phase des Teilausstiegs ernsthaft und konsequent durchführen." Federica Mogherini, Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, wollte zu möglichen Konsequenzen im Fall von Verstößen gegen das Abkommen keine Stellung nehmen.