10 Jahre Anne-Klein-Frauenpreis

Mit dem Preis ehrt die Heinrich-Böll-Stiftung Frauen, die mutig und hartnäckig für Menschenrechte, Gleichberechtigung und sexuelle Selbstbestimmung eintreten. Hier kommen die Preisträgerinnen zu Wort: tolle, furchtlose, inspirierende Stimmen.

2021: Cânân Arın

Cânân Arın aus Istanbul, Türkei, ist die zehnte Trägerin des Anne-Klein-Frauenpreises. Die Juristin erhält den Preis 2021 für ihren unermüdlichen Einsatz für Gewaltfreiheit, Gleichstellung und Rechtssicherheit für Frauen und Mädchen. Seit über 40 Jahren setzt sie sich für die Rechte und die Selbstbestimmung von Frauen ein. 1990 gehörte Arın zu den Gründerinnen des Vereins Mor Çatı (Lila Dach) und damit des ersten, 1995 gegründeten, unabhängigen Frauenhauses in der Türkei.

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2020: Dr. Prasanna Gettu

Dr. Prasanna Gettu, Chennai, Indien, bekam den Anne-Klein-Frauenpreis 2020 für ihre mutige Verteidigung der Menschenrechte und der Rechte der Frauen auf ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben. Die Kriminologin ist Mitbegründerin der International Foundation for Crime Prevention & Victim Care in Chennai. Hier werden Überlebende von Brand- und Säureattacken versorgt und beraten.

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2019: Kristina Hänel, Natascha Nicklaus und Nora Szász

Kristina Hänel, Natascha Nicklaus und Nora Szász, Deutschland, Preisträgerinnen 2019 für ihren beharrlichen Streit gegen §219a StGB und die Verteidigung des Informationsrechts von Frauen. Hänel, Nicklaus und Szász wurden wegen vermeintlicher Werbung für Schwangerschaftsabbrüche angezeigt – vermeintlich ein Verstoß gegen §219a Strafgesetzbuch. Alle drei weigern sich, die Information über ihre ärztliche Leistung von ihren Webseiten zu nehmen.

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2018: Jineth Bedoya Lima und Mayerlis Angarita Robles

Jineth Bedoya Lima und Mayerlis Angarita Robles, Kolumbien – gemeinsame Preisträgerinnen im Jahr 2018 für ihr Engagement für die Rechte von Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten, gegen den Einsatz struktureller sexueller Gewalt gegen Frauen und für Frieden und Aufarbeitung in Kolumbien. Jineth Bedoya berichtet als Journalistin über bewaffnete Konflikte und ihre zivilen Opfer; Mayerlis Angarita kämpft für die Landrückgabe an zwangsvertriebene Frauen und gründete das Frauenkollektiv „Narrar para Vivir“ (Erzählen um zu leben).

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2017: Nomarussia Bonase

Nomarussia Bonase, Johannesburg, Südafrika, erhielt 2017 den Anne-Klein-Frauenpreis für ihr Engagement für Frauenrechte und Frauenpolitik, für Aufarbeitung und Versöhnung. Sie setzt sich für die Opfer und Überlebenden des Apartheidregimes ein – auch und insbesondere für Frauen, die von der Wahrheits- und Versöhnungskommission (1996 – 1998) nicht gehört wurden und denen Gerechtigkeit und Reparation zustehen sollte.

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2016: Dr. Gisela Burckhardt

Dr. Gisela Burckhardt, Bonn, Deutschland – Preisträgerin 2016 für ihren konsequenten Einsatz für Frauen- und Arbeitnehmerinnenrechte in der globalen Textilindustrie. In den letzten Jahren unterstützt sie mit ihrer Organisation FEMNET besonders Frauen in Südasien bei ihrem Kampf um gerechte Löhne und faire Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie. Dabei hat Burckhardt die Konzerne und die politisch Verantwortlichen ebenso im Blick wie die Konsumentinnen und Konsumenten.

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2015: Nebahat Akkoc

Nebahat Akkoc, Diyarbakir, Türkei, bekam den Anne-Klein-Frauenpreis 2015 für ihren aktiven Widerstand gegen staatliche und häusliche Gewalt, für die Verteidigung der Menschenrechte und die Rechte der Frauen. 1997 gründete sie die türkisch-kurdische Frauenrechtsorganisation Kamer (KAdin MERkezi, Frauenzentrum). Als Teil eines türkei- und europaweiten Netzwerks von Frauenrechtsorganisationen und Frauenzentren bietet Kamer psychologische und rechtliche Beratung für Frauen, Schutzräume und Unterstützung zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit.

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2014: Imelda Marrufo Nava

Imelda Marrufo Nava, Ciudad Juárez, Mexiko - Preisträgerin 2014 für ihren Beitrag zur Anerkennung des Feminizids als eigenständigen Straftatbestand und ihren unerschrockenen Kampf gegen genderbasierte Gewalt. Marrufo Nava begann früh Frauenmorde zu dokumentieren und den Ermordeten Namen, Gesicht und Geschichte zu geben. Als Vorstandsfrau von Mesa de Mujeres macht sie Lobby-, Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit, begleitet Menschenrechtsverteidigerinnen, die Gewalt erfahren haben, vor Gericht und unterstützt Angehörige von ermordeten Frauen bei der Strafverfolgung und Rechtsfindung.

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2013: Lepa Mlađenović

Lepa Mlađenović, Belgrad, Serbien, erhielt den Anne-Klein-Frauenpreis im Jahr 2013 für ihr mutiges Eintreten für Frauen- und Lesbenrechte, sexuelle Selbstbestimmung und gegen Gewalt und Militarismus. Seit Jahrzehnten engagiert sie sich für die Rechte von Frauen und Menschen mit sexueller Identität jenseits der Mehrheitsnormen und setzt sich auf ganz unterschiedlichen Ebenen für Frauen und Lesben ein. Sie ist in der Friedens- und Versöhnungsarbeit aktiv und entwickelt Strategien zur Prävention von Gewalt.

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2012: Prof. Dr. Nivedita Prasad

Prof. Dr. Nivedita Prasad, Berlin, Deutschland: Die erste Trägerin des Anne-Klein-Frauenpreises wurde 2012 für ihren unermüdlichen Einsatz für Rechtssicherheit für alle Menschen, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht und Religion und gegen Rassismus ausgezeichnet. Prasad greift Tabuthemen wie „moderne“ Sklaverei und Arbeitsausbeutung mit dem Fokus auf Frauen in „haushaltsnahen Dienstleistungen“ auf. Gegen alle Widerstände setzt sie mit ihren Mitstreiterinnen in der Beratungsstelle „Ban Ying“ Maßstäbe für die rechtliche Anerkennung und Entschädigung der Opfer und für die Strafverfolgung der Täter.

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