Böden sind nicht nur Kohlenstoffspeicher

Böden sind nicht nur Kohlenstoffspeicher

Landwirtschaft und Klimawandel sind eng miteinander verknüpft, und Böden enorme Kohlenstoffspeicher. Doch was passiert, wenn die Kohlenstoffbindung in kleinbäuerlichen Äckern zum neuen Fokus in Klima- und Agrarpolitiken wird?

Ein Feld in RuandaUrheber/in: Rwanda Green Fund. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Landwirtschaft und Klimawandel sind eng miteinander verknüpft, und Böden enorme Kohlenstoffspeicher. Doch was passiert, wenn die Kohlenstoffbindung in den Äckern der Kleinbäuer/innen zum neuen Fokus in Klima- und Agrarpolitiken wird? Der Artikel wirft einen kritischen Blick auf verschiedene Initiativen, darunter „Climate Smart Agriculture“: ein Konzept, das unter anderem die Food and Agriculture Organisation FAO als „Win Win Win“ zur Produktivitätssteigerung, Klimawandelanpassung und Emissionsreduktion vorantreibt.

Landwirtschaft trägt mit einem Drittel zum menschengemachten Klimawandel bei, wobei Landnutzungsänderungen wie Abholzung inkludiert sind. Werden Transport, Verarbeitung und Verpackung, Kühlung, Handel sowie Müll dazu gezählt, kann der Beitrag des industriellen Ernährungssystems zum Klimawandel gar auf  50 % geschätzt werden. Neben Kohlendioxid (CO2) fallen vor allem andere Treibhausgase ins Gewicht: Etwa 50 % der globalen menschengemachten Methanemissionen (CH4) und 60 % des Lachgases (N2O) entstehen durch die Landwirtschaft, vorwiegend durch industrielle Tierhaltung und Düngemittel.

Die Möglichkeiten, diese Treibhausgase zu reduzieren und gleichzeitig Ökosysteme zu schonen, wären mannigfaltig: angefangen von Grenzen für die Fleischproduktion, für Pestizide und synthetische Düngemittel, über die Regionalisierung von Wirtschaftskreisläufen, um weite Transportwege zu vermeiden, bis hin zu Agrarökologie. Die Maßnahme jedoch, welcher Regierungen, Privatunternehmen und Institutionen wie die Weltbank derzeit besondere Aufmerksamkeit schenken, ist die verbesserte Speicherung von Kohlenstoff in den Äckern.

Kohlenstoffbindung in Böden

Um die Klimakrise zu verhindern, ist erstens notwendig, die Nutzung fossiler Brennstoffe und dadurch Treibhausgasemissionen drastisch zu verringern und zweitens auch die Räume zu schützen und zu vergrößern, in denen Treibhausgase gespeichert werden. Böden, Wälder und Ozeane sind wichtige Speicher von Treibhausgasen wie Kohlenstoff, Methan und Lachgas – sogenannte Senken. Böden enthalten mehr Kohlenstoff als alle Pflanzen und die Atmosphäre zusammen.

Aufgrund des Klimawandels wird die Bodenatmung beschleunigt. Dadurch entweichen Treibhausgase schneller in die Atmosphäre und beschleunigen wiederum die Erderwärmung. Neben dem Klima trägt vor allem die Form der Landwirtschaft dazu bei, ob Treibhausgase im Boden bleiben oder nicht: Müssen Regenwälder Palmölplantagen weichen? Wird synthetisches Dünger oder organischer Kompost auf dem Acker ausgebracht?

Studien zeigen auf, dass Kohlenstoffbindung in Böden oder Wäldern zwar wichtig ist, jedoch keine Alternative zu massiver Emissionsreduktion sein kann. Bleiben Erdöl, Kohle und Gas, also stark verdichteter Kohlenstoff, in den tiefen Erdschichten, so ist das deutlich wirksamer, als sich auf die Speicherung von oberflächlichem Kohlenstoff in Böden oder Bäumen zu konzentrieren. Es gibt keine Garantie darauf, dass dieser langfristig im Boden bleibt. Die Wissenschaft ist sich zudem über konsistente und stichhaltige Berechnungsmethoden der Bodenspeicherung uneinig. Je nach Klimazone, geologischen Verhältnissen, Bodenbeschaffenheit, Wetter und landwirtschaftlichen Methoden variiert die Speicherkapazität stark.

CO2 im Acker – ein zukünftiges Geschäft?

Kohlenstoff in fossilen Brennstoffen und jene in Pflanzen/Böden lassen sich hinsichtlich ihrer Klimawirkung nicht gleichsetzen. Zudem sind die Berechnungsmethoden hochgradig umstritten. Dennoch gibt es in den letzten Jahren einen Boom an Projekten und Initiativen, die Kohlenstoffspeicherung in Böden berechnen, um anschließend Emissionsgutschriften – also Verschmutzungsrechte – auf freiwilligen oder staatlichen Emissionsmärkten verkaufen zu können. Dieser Ansatz begann zuvor im Bereich der Forstwirtschaft durch den kontroversen REDD-Mechanismus (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation). Dies soll nun auf ähnliche Weise in der Landwirtschaft Anwendung finden.

Die Notwendigkeit für mehr Humus und Co2 im Boden wird somit zunehmend damit verknüpft, dass anderen Industriebereichen die Hausaufgabe abgenommen wird, ihre Emissionen zu verringern. Kohlenstoffspeicherung in Böden sei mit niedrigeren Kosten verbunden, als beispielsweise Kohlekraftwerke abzuschalten oder Transport zu verringern, heißt es. Der neue Hype um das Geschäft mit dem Kohlenstoff im Acker hat verschiedene Dimensionen:

Der österreichische Aldi-Bruder Hofer präsentiert sich beispielsweise seit 2016 als „CO2-neutral“. Wie ist das möglich? Der Discounter hat dafür keineswegs sein Sortiment auf Bio umgestellt oder sonst sein Konzept grundlegend verändert. Vielmehr setzt die Supermarktkette neben erneuerbarer Energie für die Lager und Geschäfte insbesondere auf den Kauf von Emissionsgutschriften – unter anderem aus Projekten zur scheinbar „nachweislichen“ Kohlenstoffbindung in Böden. Sie stammen aus der Ökoregion Kaindorf, die Humus-Zertifikate vertreibt und damit im deutschsprachigen Raum ein Vorreiterprojekt ist. Auch in weiteren Ländern will sich Aldi auf ähnliche Weise als grüner Supermarkt präsentieren.

Im Kommen ist auch „Terra Preta“: Biokohle, die entsteht, wenn Biomasse unter Luftabschluss erhitzt wird. Diese kann selbst hergestellt, käuflich erstanden oder industriell in großem Maßstab produziert werden, um in der Landwirtschaft bessere Ergebnisse zu erzielen und zudem Kohlenstoff im Boden anzureichern. Wie lange dieser dort bleibt, und wie sich dieser auf Methan- und Lachgasspeicherung im Boden auswirkt, ist allerdings unklar, teilweise bezeugen Studien sogar negative Effekte auf die Treibhausgasbindung. Zunehmend versuchen Initiativen, Kompensationsgutschriften durch Terra Preta zu generieren – und damit Emissionen anderswo zu legitimieren. Führt der Boom der Pflanzenkohle zu einem industriellem Einsatz, so wird dies auch zu Geoengineering gerechnet. Die große Frage ist, woher die Biomasse kommen soll. Dies führt schon jetzt teilweise zu zunehmendem Druck auf andere Flächen und Wälder und einer neuen Form von Land Grabbing oder „Green Grabbing“.

Ein weiterer Trend ist die konservierende Landwirtschaft (Conservation Agriculture), bei der die möglichst geringe Bodenbearbeitung dazu führen soll, Kohlenstoff im Boden zu lassen und weniger Diesel für das Pflügen zu verbrauchen. Ob die Methode tatsächlich zum Klimaschutz beiträgt, ist jedoch umstritten. Konzerne wie Monsanto/Bayer, Olam oder Danone preisen dieses Modell der Direktsaat an, um neue Märkte für passendes Saatgut, Düngemittel und Pestizide zu gewinnen. Doch mehr Pestizide und synthetische Dünger sind keineswegs klimafreundlich.

Das Düngerdilemma

Synthetische Düngemittel verbrauchen bei der Herstellung enorm viel Energie. Bei industrieller Landwirtschaft ist sie für bis zu 50 % des Energieverbrauchs pro Hektar verantwortlich. Anders als bei kreislauforientierter Landwirtschaft wird hier nicht hofeigener Kompost oder Mist in den Boden eingearbeitet, sondern Stickstoff in Form von Dünger zugekauft. Das kann kurzfristig den Ertrag steigern – langfristig aber wird Humus schneller abgebaut und Nährstoffe und Kohlenstoff lassen sich schlechter speichern. Der zusätzliche Stickstoff kann kaum aufgenommen werden, die Stickstoffüberschüsse werden ins Grundwasser ausgewaschen und über Lachgas emittiert – ein deutlich wirksameres Treibhausgas als CO2. Die Problematik verschärft sich, wenn aufgrund von Klimawandel und Dürren zu wenig Wasser vorhanden ist und dadurch die Pflanzenverfügbarkeit weiter sinkt. Mehr Düngemittel und Pestizide sind somit keine Lösung für die Klimakrise.

International entstanden in den letzten Jahren mehrere internationale Initiativen, die Landwirtschaft mit Klimaschutz und Kohlenstoffbindung verknüpfen, darunter Adaptation of African Agriculture (AAA), die französische Initiative „4 PER 1000“, und die wohl bedeutendste Initiative: GACSA.

Global Alliance for Climate Smart Agriculture: GACSA

Das Konzept der Climate Smart Agriculture (CSA) gibt es nun seit knapp zehn Jahren. Entwickelt wurde es von der UN-Organisation für Landwirtschaft FAO (Food and Agriculture Organisation) und ist in vielen nationalen Politiken und Entwicklungsstrategien verankert. Es ist eng verknüpft mit Konzepten wie denen der Green Economy, der nachhaltigen Intensivierung, der Präzisionslandwirtschaft und der Conservation Agriculture. Zudem steht es im Kontext mit der Ausweitung des Privatsektors in der Entwicklungszusammenarbeit, wobei mithilfe von Public Private Partnerships und Beteiligung transnationaler Agrobusiness versucht wird, Entwicklung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftswachstum zu vereinen.

Laut FAO führt Climate Smart Agriculture zu einem dreifachen Gewinn: Sie „steigert die Produktivität und Resilienz (Klimaanpassung) nachhaltig und reduziert/beseitigt Treibhausgase (Klimaschutz), während sie zugleich das Erreichen nationaler Ernährungssicherheits- und Entwicklungsziele befördert.“ Diese Definition könnte auch auf Agrarökologie passen, ein Konzept der globalen Kleinbäuer/innenorganisation La Vía Campesina. Diese lehnt CSA jedoch ab, weil es das Konzept der Agrarökologie vereinnahme und ein Greenwashing konventioneller Agrarindustrie betreibe.

Die 2014 gegründete globale Allianz für Climate Smart Agriculture (GACSA) definiert CSA folgendermaßen: „CSA ist ein Ansatz zur Entwicklung der technischen, politischen und Investment-Bedingungen, um in Zeiten des Klimawandels nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung für Ernährungssicherheit zu ermöglichen.“. GACSA wird von vielen Seiten vorgeworfen, dass die Definition zu vage sei und Kriterien fehlen, um einzugrenzen, was CSA ist und was nicht. So können sowohl agrarökologische Methoden wie die Verwendung von tiefwurzelnden Pflanzen, angepasste Fruchtfolge oder Waldgärten Teil von CSA sein, wie auch neue Technologien zur Präzisionslandwirtschaft, gentechnisch verändertes Saatgut und genmanipulierte Tierarten, sowie synthetische Pestizide und Düngemittel. Letztere werden bei CSA explizit eingeschlossen und unter einem grünen Mantel vorangetrieben:

Produktivitätssteigerung würde Ernährungssicherheit gewährleisten, die Intensivierung verhindere eine Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen und somit die Abholzung von Wäldern, so die Begründung. Tatsächlich zeigen Studien (z. B. Weltagrarbericht IPES-Food, ETC Group), dass Unterernährung nicht mangelnder Produktivität, sondern der ungleichen Verteilung von Nahrungsmitteln und Produktionsmitteln geschuldet ist.

Neben beabsichtigten Produktivitätsgewinnen steht die oben beschriebene Kohlenstoffbindung in Böden im Zentrum klimasmarter Strategien  (siehe Box 3). Dazu gehört die monetäre Bewertung mittels strittiger Berechnungsmethoden und die daran anschließende Inwertsetzung der Speicherkapazität von Böden. Über diese Senken werden Waren geschaffen: Mittels Emissionsgutschriften können Emissionen anderswo kompensiert werden, was jedoch einen grundlegenden sozial-ökologischen Wandel verhindern kann.

Es gibt viele mächtige Akteure weltweit, die genau daran ein Interesse haben. Dies zeigt etwa die Mitgliederliste der Allianz für Climate Smart Agriculture: GACSA besteht aus über 230 Mitgliedern, darunter sowohl Regierungen und NGOs wie auch Banken und Agrarindustrie. In der Liste befinden sich unter anderem Danone, Syngenta, Kellogg‘s und die Internationale Düngemittelindustriegesellschaft (IFA), während über weitere Mitgliedsorganisationen und -Stiftungen auch enge Verbindungen zu Monsanto/Bayer, McDonalds oder Cargill bestehen. Mit nur rund 4% sind Bäuer/innenorganisationen vertreten.

FAO, CGIAR und GACSA präsentieren gerne „Erfolgsgeschichten“ von Climate Smart Agriculture (CSA). Unabhängige Studien darüber, ob der von den Projektverantwortlichen proklamierte Win Win Win Effekt tatsächlich mit den komplexen ländlichen Realitäten übereinstimmt, gibt es bisher leider nur wenige.

Kenya Agricultural Carbon Project

Ein viel zitiertes Leuchtturmprojekt ist das Kenya Agricultural Carbon Project. Die Weltbank bewirbt es als richtungsweisend für die Verknüpfung von CSA mit neuen Kohlenstoffmärkten für die Landwirtschaft. Es wird von der schwedischen Organisation SCC-ViA durchgeführt und vom BioCarbon Fund der Weltbank und der schwedischen Entwicklungsagentur (SIDA) kofinanziert. Auf rund 45.000 Hektar sollten ursprünglich 60.000 Kleinbäuerinnen und -bauern zwischen 2009 und 2030 ihre landwirtschaftlichen Praktiken umstellen. Kurz nach Start wurde die Zielangabe auf 30.000 Personen beschränkt.

Maßnahmen beinhalten sowohl die oberflächliche Bodenbearbeitung (konservierende Landwirtschaft, siehe oben), Mulchen, Agroforstwirtschaft und Wassermanagement als auch Hybridsaatgut und Düngemittel von Syngenta. Die Bäuer/innen sollten zweifach profitieren: erstens durch höhere Erträge und zweitens durch den Erlös der verkauften Emissionsgutschriften für den im Boden gespeicherten Kohlenstoff. Aufgrund der niedrig angesetzten Preise pro Tonne CO2 machte dies jedoch lediglich eine Summe von höchstens drei Dollar pro Hektar und Jahr aus – die meisten Familien besitzen dabei nur einen Hektar Land. Die billigen Kohlenstoffgutschriften können wiederum von den Käufern dafür genutzt werden, ihre Treibhausgasemissionen zu legitimieren.

Eine wissenschaftliche Studie von 2017 kam zum Ergebnis, dass die ärmsten bäuerlichen Haushalte die Maßnahmen am wenigsten umsetzten – aus gutem Grund: Sie sehen sich zunehmend damit konfrontiert, die neuen von außen aufgedrängten klimaschonenden Landwirtschaftstechniken mit dem eigenen Überleben in Balance zu bringen. Reduzierte Bodenbearbeitung oder Bäume auf der ohnehin begrenzten Subsistenzfläche machen wenig Sinn, wenn es an Essen fehlt. Programme, die die Kohlenstoffspeicherung in den Fokus nehmen, zielen auf etwas anderes ab als auf die lokalen Bedürfnisse von sicherer und nachhaltiger Lebensmittelerzeugung. Kritiker/innen weisen zudem darauf hin, dass durch den Einsatz von Hybridsaatgut  neue Abhängigkeiten geschaffen werden. Vor allem jedoch stellt sich die Frage nach der Zielgruppe: Weshalb sollen ausgerechnet Kleinbäuer/innen zur Kohlenstoffspeicherung auf ihren Subsistenzfeldern angeregt werden, während der Großteil der Emissionen aus der industriellen exportorientierten Landwirtschaft und der Tierproduktion kommt? 

Was mit der CO2-Brille übersehen wird

Maßnahmen zur Verhinderung der Klimakrise sind dringend notwendig. Doch was passiert, wenn beim Klimaschutz die Kohlenstoffspeicherung in der Landwirtschaft zur „Ökosystemleistung“ und Böden zum neuen „Naturkapital“ werden? Kohlenstoff-zentrierte Ansätze neigen dazu, komplexe Maßnahmen gegen die Klimakrise auf mathematische Berechnungen zu reduzieren – Berechnungen, die objektiv und smart klingen, denen jedoch ungenaue und selektive Methoden zugrunde liegen. Die Auswirkungen dieser Ansätze in der komplexen Realität bleiben in weiterer Folge oft unterbelichtet, Machtverhältnisse bleiben im Dunkeln.

Gewinnt Land an Bedeutung, so zieht das fast unweigerlich Spekulation auf Inwertsetzung und Land Grabbing nach sich. Es entsteht Konkurrenz um die Art der Nutzung: für die Kompensation von Emissionen oder für kleinbäuerliche Landwirtschaft? Beispielsweise kommt es zunehmend vor, dass Versicherungsunternehmen Bauernhöfe oder Agrarland kaufen, um diese als Ausgleichsfläche für ihren ökologischen Fußabdruck zu verwenden und gleichzeitig mit dem Land zu spekulieren.

In der Petition „Our land is worth more than carbon“ machten Dutzende Organisationen auf die Gefahren aufmerksam, die von einem rein auf CO2 fokussierten Landwirtschaftsansatz ausgehen und von den dringlich notwendigen größeren Veränderungen unseres Landwirtschafts- und Ernährungsmodells in Richtung Agrarökologie und Ernährungssouveränität ablenken.

Während einige Methoden zur Kohlenstoffspeicherung in Böden durchaus wichtige Effekte für Humusaufbau, Biodiversität und Ernährungssicherheit haben, sind andere höchst fraglich – so der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut und synthetischen Düngemitteln. Das Netzwerk CLARA schreibt in einem Briefing, dass Kohlenstoff, der in Böden mittels agrarökologischer Praktiken gespeichert wird, als hilfreicher, aber nicht berechenbarer Zusatz zu anderen notwendigen Emissionsreduktionen gesehen werden soll. Die Treibhausgasspeicherung kann nun mal nicht langfristig garantiert werden, es geht also kein Weg daran vorbei, die fossilen Brennstoffe im Boden zu lassen.

„Die Felder unserer Bäuer/innen in Kohlenstoffspeicher zu verwandeln – deren Gutschriften dann auf dem Emissionsmarkt verkauft werden können – wird uns nur weiter davon entfernen, was wir als wirkliche Lösung sehen: Ernährungssouveränität. Der Kohlenstoff in unseren Bauernhöfen ist keine Ware!“, so die Aussage von La Vía Campesina, einer weltweiten Bewegung von Kleinbäuer/innen.


 

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