Dossier: Afghanistans Wandel im Werden? Menschen, Meinungen und der politische Prozess im Jahr 2014

Das Jahr 2014 gilt als eines der wichtigsten im vor mehr als einer Dekade begonnenen afghanischen Transitionsprozess. Das über viele Jahre von Kriegen zerstörte Land hat sich im letzten Jahrzehnt Schritt für Schritt zu einer eigenständigen Demokratie entwickelt. Nun sollen bis Ende des Jahres die Übergabe der Sicherheitsverantwortung und der damit einhergehende Abzug der internationalen Schutztruppen abgeschlossen werden. Vor allem aber soll durch die zum ersten Mal in Eigenregie durchgeführten Präsidentschafts- und Provinzratswahlen im April 2014 ein weiterer Schritt der politischen Transition gelingen.

Ende 2014 soll Afghanistan am Anfang einer weiteren Transformationsdekade stehen. Doch was bedeutet dieses Schicksalsjahr 2014 wirklich für Afghanistan und für die Afghanen/innen?

Werden die bevorstehenden Wahlen traditionelle Hierarchien festigen oder sind sie ein Schritt hin zu mehr Beteiligung einer breiteren Öffentlichkeit an demokratischen Entscheidungsprozessen? Bedeutet der Rückzug der internationalen Truppen einen Rückfall in Unsicherheit und die Festigung alter Konflikte oder trägt er bei zu einem souveräneren regionalen Selbstverständnis des Landes? Droht mit dem Rückgang internationaler Gelder der Zusammenbruch des afghanischen Staates und der afghanischen Wirtschaft oder ermöglicht er einen Weg aus Korruption und Misswirtschaft? Geht ein geringer werdender internationaler politischer Einfluss einher mit einem Verfall demokratischer Werte oder ist er mitverantwortlich für ein neu erwachendes politisches Selbstverständnis junger afghanischer politischer Akteure?

Das neue Afghanistan-Dossier der Heinrich-Böll-Stiftung will durch Analysen, Portraits, Interviews und Studien dieses bedeutende Jahr für Afghanistan und für die Region begleiten. Afghanische, deutsche und internationale Vertreter/innen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Medien und Politik tragen durch ihre Analysen, Sichtweisen und Erkenntnisse zu einem kritischen und differenzierten Verständnis des politischen Projekts 2014 in und für Afghanistan bei.

Von der Transition zur Transformation