Infrastrukturatlas

Daten und Fakten über öffentliche Räume und Netze

Der Infrastrukturatlas illustriert in 19 Beiträgen mit zahlreichen Infografiken erstmals Infrastrukturen als Querschnitt unseres gesellschaftlichen Lebens und Arbeitens, von den Glasfaserkabeln über Fahrradwege bis zu den Kitas, Schwimmbädern und Theatern.

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Infrastrukturen und öffentliche Räume bilden das Rückgrat unserer Gesellschaft. Der Atlas illustriert, wie es um Infrastrukturen u.a. in Kitas und Schwimmbädern, bei Schienen, Versorgungsnetzen und Krankenhäusern bestellt ist. Vor allem aber verdeutlicht er, was Infrastrukturen leisten sollten, wie sie nachhaltig gestaltet und langfristig zugunsten aller verbessert werden können.

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Wie wir heute unsere Infrastrukturen gestalten, entscheidet maßgeblich darüber, wie wir morgen leben."

Infrastruktur: Eine Definition

In den Medien ist das Wort „Infrastruktur“ allgegenwärtig. Meist werden damit Einrichtungen umschrieben, auf denen das tägliche Funktionieren des Verkehrs, des Warentransports und der Kommunikation beruht. Es sind aber auch Systeme der Ver- und Entsorgung, etwa mit Wasser und Energie oder von Müll, damit gemeint. In einem erweiterten Sinne können zudem soziale Räume wie Schwimmbäder oder Bibliotheken, Bildungs-, Kultur- und Betreuungseinrichtungen als Infrastrukturen bezeichnet werden.

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Infrastrukturatlas: Wie Energie in Zukunft organisiert wird. Stromerzeugung und -verbrauch im Jahr 2015

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Der Infrastrukturatlas

Öffentliche Infrastrukturen sind die Grundlage, auf der sich das gesellschaftliche Leben entfalten kann. Infrastrukturen schaffen Zugänge zu den Gütern eines selbstbestimmten Lebens. Sie eröffnen, wenn sie funktionieren, Teilhabechancen für alle Bürgerinnen und Bürger. Und sie sind der Schlüssel für die ökologische und soziale Ausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft. Wie wir heute unsere Infrastrukturen gestalten, entscheidet ganz maßgeblich darüber, wie wir morgen leben: Ob Fahrradweg oder Autostraße, ob Kupferkabel oder Glasfasernetz, ob Windenergie oder Atomkraft – jede Entscheidung für eine bestimmte Infrastruktur gleicht einem Vertrag mit der Zukunft.

Infrastrukturen waren lange ein Thema, das nur wenige interessiert hat. Zu technisch und sperrig wirkte der Begriff, zu abstrakt die damit verbundenen Fragen. Für die meisten Menschen waren Infrastrukturen einfach da. Schließlich werden sie von früh bis spät genutzt und als selbstverständlich wahrgenommen: die Wasser- und Stromversorgung zum Teekochen am Morgen; die Verkehrsinfrastruktur für den Weg zur Kita, zur Arbeit oder zum Sport; das Handy und der Chat für die Verbindung mit Familie, Bekannten oder im Beruf; die sozialen Infrastrukturen wie Bibliotheken, Schulen, Sport- und Freizeiteinrichtungen.

Im Zuge der Covid-19-Pandemie war plötzlich für alle ersichtlich, wie sehr wir uns im privaten und öffentlichen Leben auf Infrastrukturen verlassen. Auf einmal stand die Frage im Raum, ob sich gerade die „kritischen“ Infrastrukturen bewähren, etwa das Gesundheitswesen, die digitalen Kommunikationsnetze, aber auch die Versorgung mit Wasser, Strom und Lebensmitteln. Alle haben erlebt, was es heißt, wenn Infrastrukturen von einem Tag auf den anderen fehlen oder der Zugang eingeschränkt wird – wenn Kitas und Schulen über Monate schließen, Kinos, Clubs und Theater nicht mehr öffnen und Besuche in Krankenhäusern oder Alten- und Pflegeheimen nicht mehr zulässig sind.

So hat die Pandemie die öffentlichen Infrastrukturen weit oben auf die politische und gesellschaftliche Tagesordnung gesetzt. Doch unabhängig davon war schon klar: In den nächsten Jahren stehen wichtige Infrastrukturentscheidungen an. Nach Jahren einer „Republik auf Verschleiß“ steht die Erneuerung unserer Infrastrukturen an. Es gibt viel zu tun, denn Bund, Länder und Kommunen haben die Investitionen in die Infrastrukturen in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt. Dies trifft manche Regionen, vor allem aber viele Menschen hart. Es verschärft die Ungleichheit in der Gesellschaft und fördert die Unzufriedenheit. Ein Infrastrukturschub ist dringend geboten!

Hier setzt der Infrastrukturatlas an. Er illustriert, wie es um Infrastrukturen in Deutschland bestellt ist, von den Verkehrs-, Versorgungs- und Kommunikationsinfrastrukturen über Kitas und Krankenhäuser bis hin zu Dorfläden und Schwimmbädern. Er zeigt auf, wie trotz der Komplexität von Infrastrukturen gute politische Entscheidungsprozesse gelingen können und wie diese letztlich die Legitimation von Infrastrukturen stärken können. Vor allem aber verdeutlicht der Atlas, was Infrastrukturen leisten sollten, wie sie nachhaltig gestaltet und langfristig verändert werden können – und warum es sich lohnt, in die Infrastrukturen der Zukunft zu investieren, um etwa Bildungschancen für alle zu eröffnen, eine geschlechtergerechte Arbeitswelt zu ermöglichen und Verkehrsnetze ökologisch zu modernisieren. Dabei ist klar, dass Infrastrukturen nicht an nationalen Grenzen enden: Sie sind die Fundamente eines gemeinsamen Europas und einer vernetzten Welt.

Mit diesem Atlas möchten wir über Infrastrukturen informieren und zum Nachdenken über ihre Gestaltung anregen. Denn Infrastrukturen erfüllen ihre Funktion nur, wenn sie gut sind – gut im Sinne der Teilhabe für alle und gut im Sinne der ökologischen Gerechtigkeit über die Generationen hinweg. Eine kluge Infrastrukturpolitik gelingt nur dann, wenn wir uns heute demokratisch einmischen. In diesem Sinne wünschen wir eine spannende und anregende Lektüre!

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Was Menschen in Deutschland über Infrastrukturen denken

Eine von der Heinrich-Böll-Stiftung in Auftrag gegebene, aktuelle Umfrage zeigt, dass die Bevölkerung mehrheitlich mit der öffentlichen Infrastruktur zufrieden ist. Zufriedenheit hängt hier jedoch in hohem Maße vom Bereich der Infrastruktur und vom Wohnort ab. Die Zufriedenheit ist insgesamt besonders im Bereich der Bildungsangebote und der gesundheitlichen Versorgung ausgeprägt. Anders als in kleineren Städten sind die Menschen in großen Städten in einem höheren Ausmaß zufrieden mit der digitalen Infrastruktur, der gesundheitlichen Versorgung und dem Angebot im öffentliche Nahverkehr. In kleineren Städten zeigt sich hingegen eine höhere Zufriedenheit mit dem örtlichen Angebot an Kitas und Schulen. Des Weiteren wird deutlich, dass die Befragten in hohem Maße damit einverstanden sind, für vorsorgende Infrastrukturen – etwa die Bereithaltung von Reservekapazitäten im Gesundheitsbereich – staatliches Geld zu investieren.

Bei aktuellen Investitionsvorhaben vor Ort ist einer deutlichen Mehrheit Beteiligungsformate für Bürger/innen bekannt. Bei aktuellen Investitionsvorhaben nutzt in den kleinen Städten jede/r zehnte die Möglichkeiten der Beteiligung; in den großen Städten jede/r fünfte. Zugleich geben viele Menschen an, dass es in ihrem Umfeld politische Debatten über Infrastrukturprojekte gibt. Dies unterstreicht den politischen Stellenwert von Infrastrukturpolitik vor Ort.

Quelle: Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung, telefonische Erhebung Oktober 2020, 1.012 Befragte.

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