Böll.Thema 2/2017: Deutschland vor der Wahl – Was auf dem Spiel steht

Böll.Thema 2/2017: Deutschland vor der Wahl – Was auf dem Spiel steht

Cover: Böll.Thema 2/2017: Deutschland vor der Wahl
16. Jun. 2017 von Heinrich-Böll-Stiftung
Heinrich-Böll-Stiftung
Kostenlos
Veröffentlichungsort: Berlin
Veröffentlichungsdatum: Juni 2017
Seitenanzahl: 36
Lizenz: CC-BY-NC-ND
Language of Publication: deutsch
Reihe: Böll.Thema

Auch wenn mit Emmanuel Macron ein Proeuropäer ins Präsidentenamt gewählt wurde und der Vormarsch der Rechtspopulisten gestoppt scheint, die Krise der EU ist noch lange nicht überwunden. In zentralen Fragen wie der Flüchtlings- und Finanzpolitik ziehen sich tiefe Risse durch die Union. Sicherheitspolitisch ist sie noch lange kein handlungsfähiger Akteur. Auch gesellschaftspolitisch bleibt die Lage fragil. Globalisierung, interkontinentale Migration und die aufziehende digitale Revolution versetzen die alten Industriegesellschaften unter Dauerstress. Die Polarisierung zwischen Gewinnern und Verlierern des rapiden Wandels nimmt zu. In vielen Ländern zerbröselt das Vertrauen in die politischen Eliten und die Handlungsfähigkeit demokratischer Politik. «Weiter so» wird nicht funktionieren.

Wir müssen Freiheit und Sicherheit, Vielfalt und Zusammenhalt, Wohlstand und Ökologie miteinander verbinden, statt sie gegeneinander auszuspielen.

In der aktuellen Ausgabe von Böll.Thema wollen wir, mit Blick auf die Bundestagswahl, der Frage nachgehen, wie eine Politik aussehen kann, die sich diesen Anforderungen stellt, welches ihre Koordinaten sind und wie sich der entsprechende Gestaltungswille mit Mehrheitsfähigkeit in Einklang bringen lässt.

Das Projekt der liberalen Moderne hat nicht ausgedient. Demokratie und Menschenrechte, wissenschaftlich-technischer Fortschritt und internationale Kooperation sind so aktuell wie eh und je.

Mit Beiträgen von Ralf Fücks, Omid Nouripour, Sven Giegold, Jens Althoff, Sylke Tempel, Jan Schneider, Oliver Krischer, Gerhard Schick, Lothar Probst, Rudi Hoogvliet, Peter Siller, Dieter Rulff, Michael Zürn, Micha Brumlik, Carmen Herzog u.a.

 

Inhaltsverzeichnis:

Editorial

Deutschland im Fokus

Was zur Wahl steht — Eine proeuropäische Politik, die ökologischen Fortschritt mit sozialer Sicherheit verbindet, ist der beste Garant unserer liberalen Verfasstheit
Von Ralf Fücks

Gemischte Erwartungen an die deutsche Politik — Blicke auf die Bundestagswahl aus Kiew, Washington, Athen, Istanbul und Neu-Delhi
Von den Büroleiter/innen der Heinrich-Böll-Stiftung

Deutschland zu einem Global Teamplayer machen — Essentials und Orientierungen der deutschen Außenpolitik
Von Omid Nouripour

Europäische Perspektiven

«Es gibt kein Kerneuropa und es sollte auch keines geben» — Drei Fragen zur Zukunft Europas an Sven Giegold

Eine letzte Chance für Europa — Die Wahl Emmanuel Macrons zum französischen Staatspräsidenten ist das Momentum eines europäischen Neustarts
Von Jens Althoff

Zukunft des Westens

Trotz Trump transatlantisch bleiben — Zur Zusammenarbeit mit den USA gibt es keine Alternative, aber mehrere Handlungsoptionen
Von Sylke Tempel

Globale Herausforderung

Neue Wege in der Asyl- und Migrationspolitik — Was es für Deutschland bedeutet, ein Einwanderungsland zu sein
Von Jan Schneider

Grüne und Energie

Der Energiewende neue Beine machen — Damit die energiepolitische Stagnation überwunden wird, muss sich Deutschland breiter aufstellen
Von Oliver Krischer

Grüne und Finanzen

Grüne Investitionen statt schwarzer Null — Nachhaltige Finanzpolitik bedeutet Abbau klimaschädlicher Subventionen und Förderung nachhaltiger Investitionen
Von Gerhard Schick

Grüne Aussichten

Die Grünen zwischen Nische und Mitte — Um im Multioptionswahlkampf zu reüssieren, sollten die Grünen ihr Angebot konkretisieren und in Sicherheit einbetten
Von Lothar Probst

Die Zeit der Grünen — Herausforderungen wie die Flüchtlingsfrage oder die Transformation der Automobilindustrie verlangen von ihnen neue, kreative und konsensorientierte Antworten
Von Rudi Hoogvliet

Grüne Orientierungen und Projekte in turbulenten Zeiten — Sechs Grundlinien und drei Markenkerne für eine unter Druck geratene Partei
Von Peter Siller

Warum der Ruf nach Gerechtigkeit keine Mehrheiten garantiert — Um handlungsleitend zu sein, bedarf es eines Ordnungsrahmens
Von Dieter Rulff

Gereizte Gesellschaft

Der Kosmopolitismus muss raus aus der Defensive — Politik ist nicht postdemokratisch, sondern wieder agonal geworden, doch ihre alten Rechts-links-Koordinaten eignen sich nicht mehr zur Orientierung
Von Michael Zürn

Eine Kritik der Selbstkritik —Antidiskriminierungs- und Verteilungspolitik stehen nicht alternativ zueinander
Von Micha Brumlik

Politik der Gefühle — Über das Spannungsverhältnis von Emotion und Rationalität in der Politik
Von Carmen Herzog

 

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