Essen ist lebensnotwendig – doch Konzernmacht und Klimakrise gefährden unser Ernährungssystem. Erfahren Sie in 12 kompakten Lektionen, wie wenige Konzerne Märkte dominieren und wie eine gerechte Ernährungspolitik möglich wird.
Lektion 1: Wenige Konzerne bestimmen unser Essen
Wenige große Konzerne kontrollieren, was wir essen. Sie dominieren die Märkte für Pestizide, Dünger, Saatgut und Landmaschinen und zementieren damit ein industrielles Agrarmodell.
Lektion 2: Das Ernährungssystem treibt die Klimakrise an
Das globale Ernährungssystem verursacht rund ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen. Fleisch- und Milchkonzerne stoßen dabei teils ähnlich viele Emissionen aus wie große Ölkonzerne.
Lektion 3: Supermärkte haben enorme Marktmacht
Vier Supermarktketten kontrollieren rund 88 Prozent des deutschen Lebensmitteleinzelhandels. Mit dieser Marktmacht diktieren sie Preise und drücken die Erlöse der Erzeuger*innen.
Lektion 4: Konzernmacht macht Ernährung ungesünder
Das Konzerndiktat fördert zucker- und fetthaltige Produkte, weil sie besonders profitabel sind. Die Folgen sind gravierend: In Deutschland ist jeder siebte Todesfall auf ungesunde Ernährung zurückzuführen.
Lektion 5: Profite auf Kosten von Mensch und Umwelt
Globale Konzerne nutzen schwächere Umwelt- und Gesundheitsstandards im Ausland, um Gewinne zu steigern. So genehmigte die EU 2024 den Export großer Mengen Pestizide, die innerhalb Europas verboten sind.
Lektion 6: Wasser wird zur Ware
Multinationale Konzerne wie Coca-Cola, Nestlé oder Danone pumpen Grundwasser ab, füllen es in Flaschen und verkaufen es zu einem Vielfachen des Leitungswasserpreises.
Lektion 7: Lobbyismus schützt Konzerninteressen
Um ihr Geschäftsmodell zu sichern, betreiben Agrarkonzerne massive Lobbyarbeit. Allein 50 Millionen Euro wurden eingesetzt, um strengere Regeln für Pestizide in der EU zu verhindern.
Lektion 8: Kartellrecht kann Konzerne begrenzen
Ein wirksames Mittel gegen Oligopole ist das Kartellrecht. In Deutschland muss das Bundeskartellamt stärker eingreifen, um Marktkonzentration zu begrenzen und fairen Wettbewerb wiederherzustellen.
Lektion 9: Spekulation verschärft Hunger
Finanzspekulation treibt Nahrungsmittelpreise in die Höhe. Davon profitieren wenige, während viele Menschen weltweit in Hunger und Armut geraten.
Lektion 10: Digitalisierung schafft neue Abhängigkeiten
Digitale Technologien können die Arbeit in der Landwirtschaft erleichtern. Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit von großen Technologiekonzernen wie Amazon, Microsoft oder Bayer.
Lektion 11: Faire Preise sind politisch gestaltbar
Immer mehr Bauernhöfe geben auf, weil sie ihre Kosten nicht decken können. Faire Preise sind eine politische Frage: Große Abnehmer müssen verpflichtet werden, kostendeckend zu zahlen.
Lektion 12: Ernährung braucht Demokratie
Ernährungsdemokratie bedeutet, dass nicht Konzerne über unser Essen bestimmen. Gesundheit, Klima, Biodiversität und faire Arbeit lassen sich nur sichern, wenn alle Beteiligten das Ernährungssystem gemeinsam gestalten.