Dossier: Biodiversität

Dossier: Biodiversität

Täglich verlieren wir Ökosysteme, Arten und biologische Vielfalt – überall auf der Welt und in vielen Fällen für immer. Der Mensch mit seinen Produktions- und Lebensweisen gefährdet die Biodiversität des Planeten in einem Ausmaß, dass die Wissenschaft vom sechsten großen Massensterben spricht. 

Gleichzeitig bringen Technologien der Synthetischen Biologie und neuen Gentechnik zahlreiche Risiken und Herausforderungen für die Regulierung. Wie lässt sich biologische und genetische Vielfalt schützen? Welche Trends bedrohen und zerstören unsere Ökosysteme? Und was hat das mit globaler Gerechtigkeit zu tun? Unser Dossier zeigt aktuelle Entwicklungen und Hintergründe.

Beiträge

Veranstaltungen

Biodiversität: Vielfalt und Einfalt

Pazifische Auster oder heimische Miesmuschel – ganz klar, wem die Feinschmeckerinnen und Feinschmecker auf der Promi-Insel Sylt den Vorzug geben. Die fremde Auster hat sich im Wattenmeer explosionsartig ausgebreitet und verdrängt die heimischen Muscheln.

Anthropozän: Mensch macht Epoche

Die Wissenschaft hat einen neuen Begriff entdeckt: das Anthropozän. Wie der Diskurs um einen neuen Begriff die Ursachen von Umweltkrisen zu verschleiern hilft und tiefgreifende Lösungen verschleppt.

Von Barbara Unmüßig

Dossier: Neue Ökonomie der Natur

Wenn der Wald zum 'Naturkapital' wird: Unser Dossier beschreibt, was sich hinter dem Konzept 'Neue Ökonomie der Natur' verbirgt und warum der Ansatz gerade in den letzten Jahren auf breites Interesse in Wirtschaft und Politik trifft.

Dossier: Kritik der Grünen Ökonomie

Das Konzept der "Grünen Ökonomie" will als neues Leitbild Lösungen für ökologische und ökonomische Probleme anbieten. Doch kann sie das wirklich? Das Dossier zum Buch.

Böll.Thema 3/2016: Biologische Vielfalt

Täglich verlieren wir Ökosysteme, Arten und biologische Vielfalt – und das überall auf der Welt. Das neue Böll.Thema zeigt auf, wie wirtschaftliche Akteure die Natur ausbeuten und informiert über erfolgreiche Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt.

Die UN-Biodiversitätskonvention (CBD)

Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt ist ein 1993 in Kraft getretenes internationales Umweltabkommen mit 196 Mitgliedsstaaten.

Die Konvention hat drei gleichrangige Ziele: Schutz der biologischen Vielfalt, Nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile, Zugangsregelung und gerechter Ausgleich von Vorteilen, welche aus der Nutzung genetischer Ressourcen entstehen.

Die Heinrich-Böll-Stiftung begleitet den CBD-Verhandlungsprozess und ist Mitglied der CBD-Alliance, einem zivilgesellschaftlichen Zusammenschluss.

Dossier: UN-Biodiversitätskonferenz in Cancún

Mainstreaming Biodiversity war das zentrale Motto der Cancún-Konferenz vom 4. bis 17. Dezember 2016. Die Heinrich-Böll-Stiftung  begleitete die Konferenz speziell zu den Themen Synthetische Biologie, Neue Ökonomie der Natur und Geoengineering.

Das Wunder von Rio

Einerseits gilt die Biodiversitäts-Konvention von 1992 als sympathisch und fortschrittlich, weil sie den Naturschutz fördert, indigene Völker achtet und offen ist für die Stimmen der Zivilgesellschaft. Andrerseits kämpft sie mit dem Ruf, ein zahnloser Tiger zu sein. Was überwiegt? Eine Bilanz nach fast 25 Jahren.

Von Thomas Fatheuer

"Aktiver Widerstand ist kaum zu erwarten" - Interview mit Lili Fuhr

Bei der 13. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt (UNCBD) Anfang Dezember in Cancún, Mexiko, ist die Synthetische Biologie der größte Zankapfel. Lili Fuhr begleitet die Verhandlungen zu diesem Thema für die Heinrich-Böll-Stiftung.

Von Annette Maennel, Lili Fuhr

Publikationen

Synthetische Biologie und die Biodiversitätskonvention (CBD)

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Im Dezember findet in Mexiko die 13. COP der Biodiversitätskonvention (UNCBD) statt. Zu welchen Schlüsselthemen dringend Beschlüsse gefasst werden müssen, damit die synthetische Biologie nicht alle drei Ziele der Konvention gefährdet, erklärt dieses Briefing.

Synthetische Biologie

Die Synthetische Biologie (oder Syn Bio) will künstliches Leben erschaffen, um es industriell zu nutzen. Als eine Art "extreme Gentechnik" schreibt sie ganz neue genetische Codes.

Eine gesellschaftliche Debatte darüber wird kaum geführt, gesetzliche Regelungen oder Kontrollen gibt es bisher nicht. Aktuell ist diese Debatte vor allem in der Landwirtschaft virulent.

Wir beleuchten die Risiken, die die Synthetische Biologie für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung biologischer Vielfalt birgt.

Sagt „Nein“ zu Gene Drives in der Landwirtschaft

Laborgene der neusten Gene-Drive-Technologien können ganze Ökosysteme schlagartig transformieren. Aber wo führende Konzerne der Agrarindustrie mächtige Gewinne wittern, fürchten die Bäuerinnen und Bauern der betroffenen Regionen um ihre Lebensgrundlagen.

Von Mariann Bassey-Orovwuje

Die Gefahren geplanter Ausrottungen

Mit der Gene-Drive-Technologie soll es möglich werden, durch gezielte Ausrottungsmaßnahmen von Schädlingen das globale Artensterben stoppen zu können. Dabei sind die Risiken offensichtlich - und der bestehende Regulierungsrahmen absolut ungeeignet.

Von Claire Hope Cummings

Genmanipulation und Saatgutdiebstahl

Derzeit schützen Regulierungen zum Handel mit genetischen Materialien die Rechte der Lieferantinnen und Lieferanten genetischer Ressourcen. Mit dem Gebrauch digitaler Gensequenzen könnte sich dies ändern.

Von Chee Yoke Ling, Edward Hammond

Gene drives: Wer entscheidet für Hawaii und darüber hinaus?

Auf dem diesjährigen Kongress der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) wurden ethische und soziale Bedenken an einer kontroversen Technologie der synthetischen Biologie laut: Gene drives. Eine gentechnische Methode mit der Fähigkeit, die Welt zu verändern.

Von Dana Perls

Forcing The Farm

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Der Bericht „Forcing the Farm“ untersucht, welche Anwendungen von Gene Drives in der Landwirtschaft geplant sind. Der Bericht beschreibt, wie Gene Drive-Organismen genutzt werden könnten, um Fliegen, Mücken, Würmer und andere Insekten auszurotten oder Unkräuter empfindlicher für Pestizide zu machen.

Synthetische Biologie: Neue Versprechungen und alte Machtgefüge

Die Synthetische Biologie will Lebensformen nicht nur genetisch verändern, sondern ganz neu zusammensetzen. In der Vision wird die Natur zur bloßen Wunschfabrik und der Mensch zum Herrscher über all ihre Vorgänge. Wo stehen wir heute?

Von Thomas Fatheuer, Lili Fuhr, Barbara Unmüßig

Publikationen

Outsmarting Nature? Synthetic Biology and Climate Smart Agriculture

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Many of the world's largest agro-industrial corporations are pushing forward the poorly-defined idea of "Climate-Smart Agriculture"(CSA) to re-market industrial agriculture as 'climate-ready'. This report uncovers how some advocates of CSA are embracing the extreme genetic engineering tools of synthetic biology ("Syn Bio") to develop a set of false solutions to the climate crisis.

Synthetische Biologie und die Biodiversitätskonvention (CBD)

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Im Dezember findet in Mexiko die 13. COP der Biodiversitätskonvention (UNCBD) statt. Zu welchen Schlüsselthemen dringend Beschlüsse gefasst werden müssen, damit die synthetische Biologie nicht alle drei Ziele der Konvention gefährdet, erklärt dieses Briefing.

Extreme Biotech meets Extreme Energy

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The extreme genetic engineering industry of Synthetic Biology (Syn Bio) is shrugging off earlier pretensions that it would usher in a clean, green ’post-petroleum’ economy. Now they are partnering with big oil, coal, gas and mining interests. This report details this emerging fossilbiotech alliance.

Reckless Driving: Gene drives and the end of nature

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Imagine that by releasing a single fly into the wild you could genetically alter all the flies on the planet. This is the terrifyingly powerful premise behind gene drives: a new and controversial genetic engineering technology that can permanently alter an entire species by releasing one bioengineered individual. Civil society groups are alarmed by this newfound ability to reshape the natural world.