Dossier: Kritik der Grünen Ökonomie

Schwerpunkt: Kritik der Grünen Ökonomie

Eine grüne 5-Dollar-NoteIst die grüne Ökonomie überhaupt sinnvoll?. Foto: zack Mccarthy. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Die Grüne Ökonomie will als Leitbild Lösungen für ökologische und ökonomische Probleme anbieten. Doch kann sie das wirklich?

Thomas Fatheuer, Lili Fuhr und Barbara Unmüßig von der Heinrich-Böll-Stiftung haben sich aufgemacht, die Grundannahmen der Grünen Ökonomie, ihre Hypothesen und Lösungsvorschläge zu hinterfragen sowie ihr Wirken in der Praxis an konkreten Beispielen aufzuzeigen.

Neueste Beiträge

Frau zeigt Garnelen, die in ihrer Farm in Khulna, Bangladesh, gefangen wurden

Barbara Unmüßig spricht im Interview mit Sebastian Puschner von der Wochenzeitung der Freitag über die Grüne Ökonomie und stellt klar, dass sie nicht viel von den Versprechungen des grünen Kapitalismus hält.

Diskussion mit Tim Jackson zur Kritik der Grünen Ökonomie

Die Autoren Tim Jackson und Gerhard Schick diskutierten mit den Autor/innen von "Kritik der Grünen Ökonomie" Wirtschaftsmodelle, die die Grenzen des Planeten respektieren und eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen bedeuten. Der Abend zum Nachschauen.

Video-Interview mit Tim Jackson

Für eine Wirtschaft ohne Wachstum muss man sich alle Grundbestandteile einer Volkswirtschaft anschauen – Unternehmen, Investitionen, Arbeit, Geldwirtschaft.
Interview mit Tim Jackson.

Ökologische Transformation

Finanzkrise, Klimawandel, Ressourcenknappheit, Armut und soziale Ungerechtigkeit lassen keinen Zweifel: wir müssen radikal umsteuern. Dazu gehört auch eine andere, eine grüne Ökonomie. Der Weg dorthin ist ein Suchprozess. Hier stehen unterschiedliche Konzepte und Ideen bereit – von einem Green New Deal, über eine Commons-basierte Wirtschaft bis hin zu einer Ökonomie, die sich von der Wachstumsgesellschaft verabschiedet. 

Grüne Ökonomie jenseits Europas

Nigeria

Wir brauchen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle, die einerseits die Grenzen des Planeten respektieren und andererseits Gerechtigkeit und eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen bieten.

Aber wie wird das jenseits Europas diskutiert?

Unsere Büroleitungen aus Nigeria, Brasilien, Thailand und Myanmar erläutern in kurzen Interviews, welchen Stellenwert die Grüne Ökonomie bei ihnen vor Ort hat und vor welchen Herausforderungen diese Länder stehen.

Brasilien

Südostasien

Myanmar

Das Buch

Das Konzept der "Grünen Ökonomie" will als neues Leitbild Lösungen für ökologische und ökonomische Probleme anbieten. Das Buch unterzieht jetzt die Grüne Ökonomie einer kritischen Prüfung, testet ihre Versprechen, erörtert ihre Möglichkeiten, beschreibt die tatsächlichen Konsequenzen, nennt ihre blinden Flecke – und skizziert einen Weg, um globale Krisen auch unter sozialen Gesichtspunkten zu meistern.

Grüne Ökonomieklammert Komplexität und Wechselwirkungen der Krisen aus, um mit einem einfachen Narrativ die Rettung der Welt als Geschäftsmodell zu verkünden.

Ausstellung: Was kostet die Welt?

Green Economy zielt darauf ab, eine sozial- und umweltverträgliche Wirtschaft zu schaffen, die trotzdem auf Wachstum ausgerichtet ist. Ist das möglich? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Ausstellung der Initiative 50TausendBäume „Green Economy – Was kostet die Welt?“.


Inteview mit Barbara Unmüßig anlässlich der Buchvorstellung des Buches mit dem Titel „Kritik der Grünen Ökonomie“ am 6.9.2016 in der Grünen Akademie in Graz.

Die Radiosendung mit dem Titel "Kritik der grünen Ökonomie" ist auf Radio Helsinki ausgestrahlt worden. Radio Helsinki ist on-air im Raum Graz und Umgebung zu hören.
Weitere Wiederholungen werden am 8.11. um 19:00 und am 10.11. um 06:30 gespielt.

Diskussion

Kritik der Grünen Ökonomie - Welches Wirtschaftsmodell brauchen wir? Diese und andere Fragen diskutierten Tim Jackson, Autor von "Wohlstand ohne Wachstum", und Gerhard Schick, Autor von "Machtwirtschaft – nein danke!", mit den Autor/innen von "Kritik der Grünen Ökonomie" am 19. September 2016 in der Heinrich-Böll-Stiftung.

Rezensionen

"Wenn man weiß, dass etwas schädlich ist, dann gehört es verboten. Das haben wir mit dem Blei im Benzin so gemacht, das sollte man mit den Herbiziden tun, die Bienen töten. Da bin ich für das Ordnungsrecht." taz.am Wochenende (Interview mit Barbara Unmüßig und Ottmar Edenhofer)

"Doch der Dreiklang aus der Bepreisung der Natur, technologischen Innovationen und dem Produzieren im Einklang mit der Natur bringt zahlreiche Probleme mit sich. Dieser Dreiklang allein wird nicht zu einem ressourcenschonenden Verbrauch führen und das Klima nicht retten." Zebralogs

"Die Verfasser/innen fordern auf, sich an der Diskussion über den Weg der ökologischen und sozialen Transformation unserer Gesellschaft zu beteiligen." WILA Arbeitsmarkt – Infodienst für Berufe in Umwelt und Natur (PDF) (Rezension und Interview mit Barbara Unmüßig)

"Auch in Grün bleibt es Kapitalismus" Neues Deutschland (Interview mit Barbara Unmüßig)

"Verzicht ist nicht die Perspektive. Aber ein Modell das nur auf Wachstum beruht hat keine Perspektive. Wir müsse heute neu definieren, was Gutes Leben für uns bedeutet" SR 2 KulturRadio

"Ein kritisches Kompendium aktueller Entwicklungen" Weltwirtschaft & Entwicklung

"Lesenswert, informativ und packend" - Deutschlandradio Kultur

"Sachlich und präzise" - Oya Magazin

"Wer [..] nach Klarheit sucht, sollte zu diesem Buch greifen" FluxFM

"Äußerst lesenswert für alle, die sich fragen, wie wollen wir in Zukunft leben?" NDR Info

"Ein gelungener, kurzweiliger Beitrag zur Kontroverse" - Humanistischer Pressedienst

"Grundlegend und unnachsichtig, aber fair und elegant, und insgesamt überzeugend" - Graf Hatzfeldt

"Das Buch zeigt die Richtung zur Überwindung eines Irrweges auf" - Deutsche Umweltstiftung

"Eine Analyse weit über die Grüne Ökonomie hinaus direkt hinein in den Mainstream der herrschenden Politik" - Globe Spotting

Debatte im Rahmen der Grünen Bildungswerkstatt in Österreich

Anhören!

von

Das knapp einstündige Gespräch mit Lili Fuhr und Barbara Unmüßig gibt einen tiefen und detailreichen Einblick in die Debatte um die Kritik der grünen Ökonomie. Mit vielen plastischen Beispielen ist der Podcast zugleich ein kompakter Einstieg ins Thema.

Harald Welzer über "Kritik der grünen Ökonomie"

Thesen & Beiträge

von

Thomas Fatheuer, Lili Fuhr und Barbara Unmüßig haben die Grundannahmen der Grünen Ökonomie, ihre Hypothesen und Lösungsvorschläge hinterfragt und ihr Wirken in der Praxis an konkreten Beispielen beleuchtet. Hier sind die zentralen Aussagen des Buches "Kritik der Grünen Ökonomie".

von

Umweltschutz mit Wirtschaftswachstum versöhnen zu wollen bleibt Illusion. Das Beispiel Automobilindustrie zeigt, dass die ökologisch-soziale Transformation nicht mit Märkten und Marketing, sondern mit hartem Aushandeln und demokratisch legitimierter Politik gelingen wird.

Erneuerbare Energien, hier eine Biogasanlage, als Geschäftsmodelle

Im Interview mit Jens Wernicke von den "NachDenkSeiten" hinterfragt Barbara Unmüßig Technologieoptimismus und Marktgläubigkeit, die dem Konzept der Grünen Ökonomie zugrunde liegen und fordert ein radikaleres Umdenken auch vor dem Hintergrund der Verteilungsgerechtigkeit.

Leseproben

Flasche mit CO2
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Der Flugverkehr ist ein schönes Beispiel, wie man Ziele zur Reduktion von Emissionen erreichen kann, ohne Emissionen zu reduzieren.

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Märkte sind nicht geeignet, soziale Gerechtigkeit herzustellen oder umfassend ethische Fragen zu beantworten. Seltsamerweise haben solche Überlegungen in der Grünen Ökonomie des Mainstreams keinen hohen Stellenwert.

von

Das Versagen der klassischen Ökonomie bei Klimawandel und dem Verlust biologischer Vielfalt will die Grüne Ökonomie überwinden, indem sie der Natur einen monetären Wert gibt und Ökosystemdienstleistungen in das Marktsystem mit einbezieht. Messen, Aneignen und Verrechnen sind die Schlüsselmethoden für diesen Weg aus der Klima- und Biodiversitätskrise.

Die Kunstwird es sein, das Projekt der Moderne mit dem aktuellen Wissen um die planetarischen Grenzen und der alten Vision breiter demokratischer Teilhabe, vom Ende der Armut und der Ungerechtigkeit fortzuschreiben.
Diese Ausgabe von Böll.Thema nimmt einen wichtigen und besonders umstrittenen Aspekt der Grünen Ökonomie unter die Lupe: die ökonomische Bewertung von Natur.
Cover: Neue Ökonomie der Natur

Ob Klimawandel oder Naturzerstörung – die Lösung dieser Probleme könnte in einer ökonomischen „Wertschätzung“ der Natur und ihrer Dienstleistungen liegen. Doch kann die Natur dadurch tatsächlich besser geschützt werden? Die Publikation bietet eine leicht verständliche Einführung in das Thema und beleuchtet die Konzepte und Instrumente, die aus der Idee einer Monetarisierung der Natur hervorgehen.

Menschen im Café
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Wie kann das gute Leben nicht nur für wenige, sondern für alle möglich werden - und wie kann diese sozialökologische Transformation gelingen?

Offshore-Windpark im Nordatlantik
von

Zwei Jahre nach dem „Erdgipfel“ in Rio de Janeiro im Juni 2012 ist vom Hoffnungsträger Grüne Ökonomie nicht mehr viel zu spüren. Ressourcenverschwendung und Klimawandel setzen sich ungehemmt fort.

Es gibt keinplausibles Szenario, das Wachstum, absolute Verminderung des Umweltverbrauchs und mehr globale Gerechtigkeit in einer Welt von neun Milliarden Menschen glaubhaft kombiniert.