Dossier: Neue Ökonomie der Natur

Dossier: Neue Ökonomie der Natur

Foto: Ines Meier. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Die Inwertsetzung von Natur erreicht eine neue Dimension: elementare Funktionen - wie beispielsweise die Kohlenstoffspeicherung im Wald - werden zu 'Ökosystemleistungen' und Natur selbst - also der Wald - zu 'Naturkapital'. Befürworter/innen von neuen Märkten und Zahlungen für Ökosystemleistungen haben frühzeitig Webportale eingerichtet, die ihre Informationen bündeln. Eine Sammlung kritischer Perspektiven und Analysen hingegen fehlte bisher. Das wollen wir ändern.

Unser Dossier beschreibt, was sich hinter dem Konzept 'Neue Ökonomie der Natur' verbirgt und warum der Ansatz gerade in den letzten Jahren auf breites Interesse in Wirtschaft und Politik trifft. Wir nennen zentrale Akteure und Institutionen, die den Diskurs prägen, und beleuchten Widersprüche und fragwürdige Annahmen.

Die Heinrich-Böll-Stiftung begleitet diese Debatte schon seit vielen Jahren kritisch mit Beiträgen und Veranstaltungen. Informationen hierzu finden Sie in dem Artikel "Weitere Informationen zum Thema Neue Ökonomie der Natur".

Die Grüne Ökonomie verspricht, ein Dilemma aufzulösen: die Lebensbedingungen auf der Erde erhalten ohne dabei das Wirtschaftswachstum einzuschränken. In Wahrheit geht es ihr jedoch darum, Natur marktkonform neu zu definieren.

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Wir brauchen keine „Versöhnung von Ökonomie und Ökologie“, sondern ein klares Nein gegen zerstörerische und ausbeuterische Projekte und Politiken – und eine Repolitisierung der ökologischen Debatte.   

Konzerne, deren Geschäftsmodell mit Raubbau an der Natur verbunden ist, bieten zunehmend Produkte an, die sie als urwaldfrei oder kohlenstoffneutral vermarkten. Möglich wird dies durch das Prinzip „kompensieren statt reduzieren“. Wie funktioniert das?

Kompensationsgutschriften legalisieren die Überschreitung von Grenzwerten und die Zerstörung von geschützten Feuchtgebieten. Den Handel mit ihnen haben auch Wirtschaftsbranchen für sich entdeckt, die große Mengen an Treibhausgasen freisetzen.

Jutta Kill unterstützt mit ihren Recherchen soziale Bewegungen in der Analyse neuer Entwicklungen im Naturschutz. Im Interview spricht die Autorin dieses Dossiers über die Beschränkungen und Folgewirkungen der "Grünen Ökonomie".

Die interaktive Weltkarte gibt einen Überblick über verschiedene Projekte, Initiativen und Studien zur "Neuen Ökonomie der Natur". Sie sind in vier Kategorien unterteilt. Um mehr über die jeweilige Initiative zu erfahren und weiterführende Links zu erhalten, klicken Sie auf das Symbol in der Karte.

REDD bezeichnet einen Mechanismus zur „Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung“ in den sogenannten Entwicklungsländern.

Das Grundprinzip von REDD ist klar: Regierungen, Unternehmen oder Waldbesitzer/innen im globalen Süden sollen dafür belohnt werden, dass sie ihre Wälder nicht abholzen. Der Teufel steckt wie immer im Detail – der Animationsfilm macht sich auf die Suche.

Der Handel mit Kompensationsgutschriften ist ein Paradebeispiel dafür, wie Abstraktionen Umweltpolitik beeinflussen. Nur die  Reduzierung einzigartiger Lebensräume auf einige wenige messbare Indikatoren macht den Handel mit Biodiversitätsgutschriften möglich.

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