Familienpolitik

Familienpolitik

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Familie ist da, wo Menschen kontinuierlich füreinander sorgen und Verantwortung übernehmen. Familie kann unterschiedlich zusammengesetzt sein, sie ist keine naturgegebene Lebensform, sondern sie verändert sich stetig, da sie sich mit der Gesellschaft wandelt. Angesichts der weitreichenden gesellschaftlichen, ökonomischen und demografischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte wird Familienpolitik an der Schnittstelle zahlreicher Politikfelder immer wichtiger. Die „soziale Frage“ – die Frage nach einer gerechten Gestaltung der Lebensbedingungen von Menschen – beantwortet sich nicht nur in der „klassischen“ Sozialpolitik, sondern gerade auch in der Familienpolitik: sie ist ein zentrales Feld, auf dem sich Lebenschancen entscheiden.

Konferenz: Familien stärken und Vielfalt ermöglichen

Wir haben den von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Tag der Familie zum Anlass genommen, um im Rahmen einer zweitätigen Konferenz die Stellschrauben und Maßnahmen einer nachhaltigen und gerechten Politik für Familien in den Blick zu nehmen und zu diskutieren.

Die Konferenz "Familien stärken und Vielfalt ermöglichen - Impulse für eine neue Familienpolitik" fand am 15./16. Mai 2017 in der Heinrich-Böll-Stiftung statt.

Wenn Feministinnen Muttertag feiern, was tun sie dann? Unter dem Titel „Über Mütter und andere Familienmenschen“ kam man und frau zusammen um mit Diskussion, Musik, Lesung und szenischen Spiel diesen Tag im Zeichen familiärer Vielfalt zu feiern.

Familienpolitische Kommission

Familienpolitisches Manifest

Die Sozial- und Bildungsinfrastruktur zu fördern, Familien in ihrer Vielfalt zu stützen und von Zeitdruck zu entlasten - das sind die zentralen Punkte, an denen die familienpolitische Kommission mit ihren Vorschlägen für eine sozial gerechte und moderne Familienpolitik ansetzt.

Die Heinrich-Böll-Stiftung hat im Rahmen ihres Engagements für Gerechtigkeit, Teilhabe und die Stärkung öffentlicher Infrastrukturen eine familienpolitische Kommission berufen. Die Kommission hat für eine moderne und gerechte Familienpolitik Handlungsoptionen im sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bereich erarbeitet, die es Menschen ermöglichen, die Entwicklung von Kindern zu fördern, Solidarität zwischen den Geschlechtern und den Generationen zu leben und Fürsorge für andere in die eigene Lebensperspektive zu integrieren.

Abschlussbericht

Vielfalt der Sorge- und Solidarbeziehungen

Wahlverwandtschaften

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Wie könnte das Zusammenleben von Frauen, Männern und Kindern künftig rechtlich geregelt werden? Vorschläge für die unterschiedlich gewählten Sorge- und Verantwortungsbeziehungen wurden in der von der familienpolitischen Fachkommission der Heinrich-Böll-Stiftung in Auftrag gegebenen Expertise erarbeitet.

Familiengerechte Infrastruktur

Betreuungsgeld: Her mit der Milliarde!

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden: Das Betreuungsgeld ist verfassungswidrig. Nun werden eine Milliarde Euro für eine lebensnähere und gerechtere Familienförderung frei.

Von Dorothee Schulte-Basta

Alleinerziehende stärken, heißt Kinder stärken

Seit Wochen kündigt Ministerin Schwesig eine Reform des Unterhaltsvorschusses an. Die Reform muss dringend jetzt und unabhängig von haushälterischen Überlegungen angegangen werden, um die Situation von Alleinerziehenden zu verbessern.

Von Franziska Brantner

Alleinerziehende besser unterstützen

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Empirische Untersuchungen zeigen deutlich, dass ausfallender, unregelmäßiger oder nicht in voller Höhe gezahlter Kindesunterhalt ein großes Problem für viele Alleinerziehendenhaushalte darstellt. Eine Reform würde die finanzielle Situation vieler Alleinerziehendenfamilien verbessern.

Verteilungswirkungen ehe- und familienbezogener Leistungen und Maßnahmen

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Die Expertise nimmt erstmals explizit die zentrale Frage in den Blick, welche Einkommensregionen am stärksten von Leistungen profitieren und ermöglicht damit eine fundierte Antwort auf die Frage, warum trotz eines Finanzvolumens von rund 200 Milliarden Euro die Lage von einkommensschwachen Familien und Alleinerziehenden in Deutschland nach wie vor prekär ist.

Zeitpolitik

Die neuesten Zahlen zur Zeit

Wie verbringen Menschen ihre Zeit? Männern und Frauen gelingt es zunehmend besser, Familie, Job und Hausarbeit aufzuteilen. Die Frage nach Vereinbarkeit ist damit aber noch nicht beantwortet.

Von Dorothee Schulte-Basta

Was ist Zeitpolitik?

Zeitpolitik – ein relativ neuer Begriff in der öffentlichen Debatte, der aufhorchen lässt. Bei den einen löst er erst einmal Neugier aus, bei anderen Bedenken oder gar Ängste.

Von Jürgen P. Rinderspacher

Ausgewählte Ergebnisse der Zeitbudgeterhebungen 1991/92; 2001/02 und 2012/13

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Zeit ist eine zentrale Ressource von der die Organisation des Alltags maßgeblich abhängig ist. Auf die Priorisierung wie viel Zeit wofür eingesetzt wird, haben unterschiedliche Lebenslagen entscheidenden Einfluss. Die Expertise stellt die unterschiedliche Zeitverwendung, differenziert nach Geschlecht, Alter und Haushaltstyp dar.

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